Flüchtlingsdrama

14. Oktober 2013 05:36; Akt: 14.10.2013 08:25 Print

EU-Parlamentspräsident will Einwanderungsgesetz

Martin Schulz, Präsident des EU-Parlaments, fordert nach dem jüngsten Flüchtlingsdrama vor Lampedusa ein Umdenken. Europa müsse anerkennen, dass es ein Einwanderungskontinent sei.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Angesichts der jüngsten Flüchtlingsdramen im Mittelmeer hat EU-Parlamentspräsident Martin Schulz einen Kurswechsel in der europäischen Einwanderungspolitik gefordert. Europa müsse «endlich anerkennen, dass es ein Einwanderungskontinent ist».

Europa brauche daher «dringend eine Reform unserer Einwanderungsgesetze», sagte Schulz zu «Spiegel Online». Europa brauche «ein legales Einwanderungssystem», wie es alle grossen Einwanderungsregionen dieser Erde hätten, etwa die USA, Australien oder Kanada.

«Für die Insel eine Katastrophe»

Schulz forderte die Einführung eines Verteilungsschlüssels, der die Aufnahme von Einwanderern in den EU-Mitgliedstaaten regelt. «Wenn Sie 10'000 Flüchtlinge auf einer Insel wie Lampedusa haben, die 6000 Einwohner zählt, ist das für die Insel eine Katastrophe.»

Wenn Sie 10'000 Menschen unter 507 Millionen Europäern in 28 Mitgliedstaaten verteilen, ist das machbar», sagte Schulz. «Weder Italien noch Malta kann man allein lassen, das muss eine europäische Aufgabe sein.»

Am 3. Oktober waren bei einer Flüchtlingskatastrophe vor Lampedusa 360 Menschen aus Afrika ums Leben gekommen. Nur 155 der geschätzt rund 550 Bootsinsassen konnten gerettet werden. Seit dem Unglück wird in der EU heftig über die europäische Flüchtlingspolitik diskutiert.

Am Freitagabend kenterte ein vor allem mit Syrern besetztes Flüchtlingsboot zwischen Malta und Lampedusa. Bis Sonntagabend wurden 36 Todesopfer geborgen, italienische und maltesische Schiffe retteten mehr als 200 Passagiere.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reto am 14.10.2013 07:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Menschen in Europa

    Hat der linke Martin Schulz auch mal die europäische Bevölkerung gefragt, ob die das auch so sehen?

  • Roland Kämpe am 14.10.2013 07:03 Report Diesen Beitrag melden

    Herrje ...

    Verschont uns mit den "Problemlösungen" der EU. Das kann nicht funktionieren. Und da die EU anscheinend keinerlei Interesse mehr an einem funktionierenden Dublin-Abkommen hat (nie gehabt hat), wird es höchste Zeit, den Schwachsinn samt der PFZ aufzukündigen.

  • Felix Völkl am 14.10.2013 06:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Europa hat selber Probleme

    Europa hat selber grosse eigene Probleme, finanziell, Arbeitslosigkeit, Kriminalität etc., da können nicht pausenlos Einwanderer aufgefangen werden!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Klartext am 15.10.2013 17:47 Report Diesen Beitrag melden

    Europa brennt bereits!

    Die EU-Funktionäre wie Schulz, die schlimmsten Abzocker, der neue europäische Geldadel, der mit Steuerraubgeldern zum grössten Teil mehr verdient als z.B. Frau Merkel, lenkt davon ab, dass die EU ein einsturzgefährdetes Haus ist, das bereits brennt. Der Zuwanderungsstrom ist ein Blitz in morsches Gebälk. Dass die EU-Kommission mit Barroso ein demokratisch nicht legitimiertes Gremium mit sowohl legislativer als auch exekutiver Vollmacht ist, wissen leider die wenigsten. Die Sowjetunion lässt grüssen ...

  • B. Kerzenmacher am 15.10.2013 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    Da...

    in der Regel jeder dieser angeblichen Flüchtlinge der den Fuss auf Europa hat auch hier bleibt, sollte man sich schnell daran machen für all diese Menschen Arbeitsplätze zu schaffen, damit man sie nicht in den ohnehin leeren Sozialwerken integrieren muss. Allerdings fragt sich, woher diese Hunderttausende an Arbeitsplätzen herkommen sollen, da es inzwischen noch nicht mal mehr genügend Arbeitsplätze für Europäer gibt. Es bleibt daher sozial- und gesellschaftspolitisch weiterhin äusserst spannend in Europa.

  • Pate am 14.10.2013 19:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wie war das nochmals in Jugoslawien...

    Jugoslawien war einst ein Einwanderungsland. Viele Touristen gingen dorthin, weil es ein BestOf Europe war. Schweizer Berge, französische Riviera, Casinos wie in MonteCarlo, Inseln wie in Griechenland, Viele Landschaften und Seen. Der Lebensstandard war verglichen mit Europa hoch, die Kosten waren tief. Nach dem Krieg flüchteten immer noch Menschen aus wirtschaftlichen Gründen. Doch die Länder entwickeln sich langsam immer mehr, so dass die Leute zu Hause bleiben und studieren oder arbeiten. So muss es in Afrika auch sein. Mehr Unterstützungsgelder müssen fliessen!

  • B. Kerzenmacher am 14.10.2013 19:36 Report Diesen Beitrag melden

    Schulz

    "Europa müsse anerkennen, dass es ein Einwanderungskontinent ist, sagte Schulz Spiegel Online" Martin Schulz und seine unbeholfenen Sprechblasen hin oder her! Es handelt sich hier allerdings um einen Einwanderungskontinent, der noch nicht mal mehr mit genügend Arbeitsplätzen für die bereits anwesenden Bewohner aufwarten kann.

  • Küsche am 14.10.2013 14:29 Report Diesen Beitrag melden

    Arbeitslose

    Wie kann dieser Hr.Schulz Europa mit Australien Kanada oder Amerika vergleichen als Einwanderungsland.Hat er vergessen wie viele Arbeitslose wir in Europa schon haben.Gerade das EUparlament ist ja nich fähig Arbeitsplätze zu schaffen.Aber an solches sinnloses Gerede sind wir uns inzwischen von den Europaparlamentarier gewöhnt. Überschwemmen Sie Hr.Schulz Europa mit Afrikaner und fördern damit die Kriminaliät!!!