Freier Zugang zu Absturzgebiet

20. Juli 2014 10:21; Akt: 20.07.2014 16:54 Print

EU gibt Putin 48 Stunden Zeit, um zu handeln

Deutschland, Frankreich und Grossbritannien haben Russland zu mehr Druck auf die Separatisten aufgefordert und warnen Wladimir Putin vor Konsequenzen.

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Präsident Wladimir Putin müsse seinen Einfluss auf die Aufständischen geltend machen, damit Ermittler vollständigen Zugang zum Absturzgebiet des malaysischen Flugzeugs mit fast 300 Menschen an Bord bekämen. Das teilten Bundeskanzlerin Angela Merkel, Präsident François Hollande und Premierminister David Cameron am Sonntag mit. Sie geben Putin 48 Stunden Zeit.

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Sollte der Westen mehr Druck auf Russland und Präsident Wladimir Putin ausüben, um die Aufklärung des MH17-Abschusses voranzutreiben?
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Sollte Russland nicht die nötigen Massnahmen ergreifen, würden bei einem Treffen der EU-Aussenminister am Dienstag entsprechende Konsequenzen gezogen, teilte Hollande mit. Man plane härtere Sanktionen gegen Russland, wenn Putin nicht handle.

Die Rebellen in der Ostukraine haben seit dem Absturz der Malaysia-Airlines-Maschine am Donnerstag internationalen Experten den Zugang zum Gelände schwer gemacht und inzwischen Leichen fortgeschafft. Auch für die Ermittlungen wichtige Flugzeugteile wie Flugschreiber haben sie nach eigenen Angaben gefunden. Nach Informationen der Ukraine und der USA wurde das Flugzeug mit einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen.

Europas zögerliche Haltung

Zuvor hatte Cameron die seiner Meinung nach zu zögerliche Haltung einiger europäischer Staaten in der Ukraine-Krise kritisiert. «Es ist an der Zeit, unsere Macht, unseren Einfluss und unsere Mittel in die Waagschale zu werfen», erklärte er.

Die europäischen Volkswirtschaften seien robust und gewännen an Stärke. «Und dennoch verhalten wir uns manchmal, als wenn wir Russland mehr bräuchten als Russland uns.»

«Westen macht Stimmung gegen Russland»

Angesichts des internationalen Drucks auf Moskau nach dem Abschuss einer malaysischen Passagiermaschine hat der russische Vizeaussenminister Sergej Riabkow den USA und dem Westen Stimmungsmache gegen Russland vorgeworfen.

«Die Mitteilungen der Vertreter der amerikanischen Verwaltung sind ein Beweis für eine völlig abwegige Wahrnehmung Washingtons dessen, was in der Ukraine vor sich geht», erklärte Riabkow gegenüber russischen Nachrichtenagenturen.

Bei dem Absturz der Passagiermaschine der Malaysia Airlines im Osten der Ukraine waren alle 298 Menschen an Bord ums Leben gekommen, darunter auch zehn Briten. Rund zwei Drittel der Todesopfer stammten aus den Niederlanden. Auch der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte forderte Putin auf, zur Aufklärung des Flugzeugabsturzes beizutragen.

(sda)