Brüssel zieht die Schraube an

22. Juni 2011 15:42; Akt: 22.06.2011 16:43 Print

EU will zum Energiesparen zwingen

Die EU will den Stromverbrauch senken und setzt dabei auf Gebäudesanierungen. Mit der Freiwilligkeit bei den Zielen soll es dabei zu Ende sein.

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Die EU-Kommission setzt bei den längst beschlossenen Zielen zum Energiesparen nicht länger auf Freiwilligkeit. Der Energieverbrauch soll mit bindenden Zielen in den kommenden Jahren deutlich gesenkt werden.

EU-Energiekommissar Günther Oettinger stellte am Mittwoch in Brüssel einen Gesetzesvorschlag vor, der den EU-Staaten unter anderem aufgibt, pro Jahr drei Prozent der öffentlichen Gebäude wie Schulen oder Ämter unter Energiespargesichtspunkten zu sanieren.

Derzeit liegt diese Rate nach Kommissionsangaben bei 1,5 Prozent. Diese Vorgabe soll zum Beispiel durch den Einbau von Doppelglasfenstern, besseren Heizungen und Dachisolierungen erreicht werden.

Privaten Haushalten und Hauseigentümern würde das Sanieren durch das Gesetz nicht vorgeschrieben, jedoch indirekt erleichtert. Denn das Gesetz schreibt den Energieversorgern vor, beim Verkauf ihrer Energievolumen jährlich 1,5 Prozent einzusparen.

Monatliche Rechnungen sollen Kunden künftig einen besseren Überblick über ihren Strom- und Gasverbrauch geben und sie dazu bringen, das Licht auszuschalten und die Heizung abzudrehen. Die Kommission will Herstellern auch vorschreiben, sparsamere Geräte von der Klimaanlage bis zum Wäschetrockner auf den Markt zu bringen.

Konkrete nationale Einsparziele schreibt Oettinger vorerst nicht vor. Allerdings behält er sich dies für das Jahr 2014 vor.

Grosses Potenzial

In der Gebäudesanierung schlummert laut EU-Kommission eines der grössten Potenziale, um das Ziel einer um 20 Prozent verbesserten Energieeffizienz in Europa bis 2020 zu erreichen.

«Die billigste Energie ist die, die man nicht verbraucht», teilte die EU-Kommission mit. EU-Energiekommissar Oettinger sagte, dieser Schritt werde die Energierechnung sinken lassen und mehr Beschäftigung schaffen.

Damit der Vorschlag Gesetzeskraft erhält, müssen der EU- Ministerrat und das Europaparlament zustimmen. Viele Mitgliedstaaten sind gegen diese Auflagen, so dass der Vorschlag kaum ohne deutliche Abstriche durchkommen dürfte.

Skeptiker sehen Hintertürchen

Umweltschützer bezeichneten die Vorschläge als ungenügend. Sie beanstanden, der Entwurf enthalte Hintertürchen: Denn alternativ zu den Verpflichtungen für die Versorger könnten die Staaten auch «andere Energiesparmechanismen vorschlagen, zum Beispiel Förderprogramme oder freiwillige Übereinkünfte», wie es im Gesetzesvorschlag steht.

Die EU-Staaten hatten schon 2007 unter deutscher Ratspräsidentschaft beschlossen, den Energieverbrauch bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent zu senken, verglichen mit dem Verbrauchsniveau von 2005. Allerdings war bereits diese Zielvorgabe nicht verpflichtend.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Theo Lörtscher am 22.06.2011 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    Schwachsinn aus Brüssel

    Das Haus muss dann sicher mal 30 Jahre bewohnt sein nur um die Energie welche für die Sanierung gebraucht wurde zu sparen. Von der Produktion und dem Transport der Dämmmmaterialien ganz zu Schweigen.

    einklappen einklappen
  • Peschä am 22.06.2011 16:43 Report Diesen Beitrag melden

    Ökodiktatur

    Die nächste Diktatur in Europa wird eine Ökodiktatur...

  • nadinestampfli am 22.06.2011 17:26 Report Diesen Beitrag melden

    strom sparen

    komisch die eu verschleudert milliarden für verschuldete länder und die noch folgen werden.sucht freiwillige die sich beteiligen an keisenländer.beim kleinen normal bürger wird gespart wo es nur geht.hauptsache die eu kann überall macht,sparmassnahmen vorschreiben.wohin führt die eu all diese länder

Die neusten Leser-Kommentare

  • nadinestampfli am 22.06.2011 17:26 Report Diesen Beitrag melden

    strom sparen

    komisch die eu verschleudert milliarden für verschuldete länder und die noch folgen werden.sucht freiwillige die sich beteiligen an keisenländer.beim kleinen normal bürger wird gespart wo es nur geht.hauptsache die eu kann überall macht,sparmassnahmen vorschreiben.wohin führt die eu all diese länder

  • Hans Peter am 22.06.2011 17:07 Report Diesen Beitrag melden

    Politiker und Ähnliche...

    ...müssen sich doch immer wichtig machen. Wenn ich an die Deutsche und die EU Gesetzesflut und damit assozierte Steuern denke, wird mir hundeelend und ich verstehe jeden, der in die Schweiz abhaut.

  • Peschä am 22.06.2011 16:43 Report Diesen Beitrag melden

    Ökodiktatur

    Die nächste Diktatur in Europa wird eine Ökodiktatur...

  • Theo Lörtscher am 22.06.2011 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    Schwachsinn aus Brüssel

    Das Haus muss dann sicher mal 30 Jahre bewohnt sein nur um die Energie welche für die Sanierung gebraucht wurde zu sparen. Von der Produktion und dem Transport der Dämmmmaterialien ganz zu Schweigen.

    • Elsa Kranz am 22.06.2011 17:44 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig so

      Richtig so. Diese Investion lohnt sich für Hauseigentümer eigenlich nicht.Die ganze Sache muss viel billiger werden. Aber daran hat die Industrie kein Innterresse, da jetzt alles nach dieser Technologie ruft!Das muss finaziel ausgenutz werden! Das Ganze ist ersten ein grosses Geschäft!

    • DänuD am 22.06.2011 17:50 Report Diesen Beitrag melden

      wie immer halt

      Nimmt man dann noch die Energie, welche für die Rechnungen anfallen. (paar Millionen Briefe 11 mal mehr pro Jahr) kannst die Einsparung schon bald weider knicken. Aber he, ist wie mit den Energiesparlampen. Die Energie, die bei der Produktion mehr anfällt, kriegst bei optimaler Lebensdauer knapp wieder rein.. hauptsache sie kosten mehr.

    • häusler am 23.06.2011 10:43 Report Diesen Beitrag melden

      renovieren

      anstelle dauernd noch mehr zupflastern (bauenergie brauchen) könnte man andere hüser eben renovieren

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