Ärzte ohne Grenzen

23. Juni 2014 18:58; Akt: 23.06.2014 20:12 Print

Ebola-Epidemie in Afrika «ausser Kontrolle»

Die Ärzte ohne Grenzen sind alarmiert, das Ausmass der aktuellen Ebola-Epidemie sei beispiellos. In den betroffenen Ländern sind die Ressourcen der Organisation ausgeschöpft.

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Das seit März in Teilen Westafrikas wütende Ebola-Virus ist nach Meinung von Experten «ausser Kontrolle» geraten. In Guinea, Sierra Leone und Liberia seien bereits an mehr als 60 Orten Ebola-Patienten ausfindig gemacht worden.

Dies sagte Bart Janssens, der Programmverantwortliche der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) in Brüssel. «Mit dem Auftreten neuer Herde besteht das ernsthafte Risiko einer Ausbreitung in weitere Regionen.»

MSF-Ressourcen erschöpft

Die Epidemie könne nur durch massive Anstrengungen aller Beteiligten eingedämmt werden, teilte MSF mit. Die Regierungen der betroffenen Länder und andere Hilfsorganisationen müssten alle zur Verfügung stehenden Ressourcen einsetzen. Für seine Organisation seien die Möglichkeiten zu helfen erschöpft. «Wir haben unsere Grenzen erreicht», so Janssens.

Das Ausmass der aktuellen Ebola-Epidemie sei beispiellos, was die geografische Verbreitung, die Zahl der infizierten Menschen und die Todesfälle betreffe. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte zuletzt mitgeteilt, dass inzwischen mehr als 520 Infektionen und fast 340 Todesfälle registriert seien. Symptome der Krankheit sind Erbrechen, Durchfall, Fieber, eingeschränkte Nieren- und Leberfunktionen sowie innere und äussere Blutungen.

(sda)