Tierisches Wirrwarr

08. Oktober 2014 22:01; Akt: 08.10.2014 22:01 Print

Ebola-Hund Excalibur ist tot

Die spanischen Behörden haben Excalibur, den Hund der an Ebola infizierten Krankenschwester, eingeschläfert. Tierschützer laufen Sturm.

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Die spanischen Behörden machen Ernst: Aus Angst vor einer Weiterverbreitung des Ebola-Virus haben sie den Hund der ersten Ebola-Erkrankten in Europa einschläfert. Etwa 50 Tieraktivisten, die dies verhindern wollten, blockierten den Eingang zur Wohnung der spanischen Krankenschwester Teresa Romero. Dennoch liessen sich Feuerwehr und Mitarbeiter des Veterinäramtes gemäss «El Mundo» nicht von ihrem Auftrag abbringen.

Am frühen Dienstagnachmittag waren widersprüchliche Meldungen in den spanischen Medien aufgetaucht. So hatte «El Mundo» etwas voreilig den Tod des Tieres aufgrund einer Mitteilung der Universität von Madrid angekündigt. Diese Information erwies sich später als Fehlmeldung. Am Abend kam schliesslich die Meldung, dass Excalibur doch eingeschläfert wurde. Wir hatten leider keine andere Wahl», sagte der Gesundheitsminister der Madrider Regionalregierung, Javier González.

«Werden sie mich auch einschläfern?»

Die Aktivisten vor dem Haus der Romeros wollten nicht aufgeben: «Excalibur, wir lassen dich nicht alleine!», riefen sie. Am Vormittag hatte die Madrider Lokalregierung gemäss dem «Wall Street Journal» den 12-jährigen Mischling Excalibur (siehe Bilder unten) als «Gefahr für die Öffentlichkeit» eingestuft. Sie kündigte an, den Hund einzuschläfern und die Wohnung des Ehepaares Romero in der Madrider Vorstadt Alcorcón zu desinfizieren. «Wir dürfen kein Risiko eingehen», sagte der Präsident der Madrider Veterinärvereinigung, Felipe Vilas, der Zeitung. «Es ist logisch, das Tier zu eliminieren.»

Der Mann der Erkrankten, Javier Limón Romero, reagierte entsetzt: «Werden sie mich auch einschläfern?», fragte er in der spanischen Zeitung «El Mundo». Javier Limón Romero selbst befindet sich seit der Erkrankung seiner Frau unter Beobachtung. Er beharrte stets darauf, dass der Hund kein Risiko für die Öffentlichkeit darstelle. Excalibur sei genauso isoliert wie seine Frau und er selbst, sagte er.

Gestern richtete er sich mit einem verzweifelten Hilferuf an die Öffentlichkeit. Weltweit machten Zeitungen auf das Schicksal Excaliburs aufmerksam. Auf Twitter forderten unter dem Hashtag #SalvemosaExcalibur über 240'000 User, den hellbraunen Hund zu retten – ohne Erfolg.

Übertragung durch Tiere möglich

Offen bleibt die Frage, ob sich Ebola überhaupt über Haustiere überträgt. Forscher vermuten, dass Flughunde Auslöser der derzeitigen Ebola-Epidemie in Westafrika waren. Experten wiesen darauf hin, dass die Gefahr einer Ebola-Infektion bei Hunden bisher kaum erforscht sei.

Ebola-Antikörper seien aber während der letzten Epidemien auch in Hunden nachgewiesen worden, schreibt «Science Daily». Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass sich auch Tiere mit der Krankheit infizieren und eine Quelle der Übertragung sein könnten.

Die Reiseversicherungsfirma SOS beruhigte jedoch, dass menschliche Ebola-Infektionen bis jetzt noch nicht mit Hunden in Verbindung gebracht worden seien.


«Spanische Behörden wollen ihn einschläfern, weil sie befürchten, er könnte Ebola verbreiten»


«Die spanische Regierung tötet Excalibur, weil seine Besitzerin Ebola hat»

Javier Limón Romero richtete sich mit einem Video an die Öffentlichkeit.

(cfr)