Botschaft in London

05. April 2019 03:15; Akt: 05.04.2019 03:47 Print

Ecuador will Assange aus Botschaft werfen

«Binnen Stunden oder Tagen» werde Wikileaks-Gründer Julian Assange der ecuadorianischen Botschaft in London verwiesen, twitterte die Enthüllungsplattform.

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Ihm droht in den USA lebenslange Haft: Julian Assange. (Archivbild)

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Der seit Jahren in Ecuadors Botschaft in London festsitzende Wikileaks-Gründer Julian Assange könnte schon sehr bald aus der Landesvertretung hinausgeworfen und festgenommen werden. Dies teilte Wikileaks in der Nacht auf Freitag via Twitter mit.

Die Enthüllungsplattform berief sich dabei auf «eine hochrangige Quelle innerhalb des ecuadorianischen Staates». Assange werde «binnen Stunden oder Tagen» der Botschaft verwiesen. Mit der britischen Seite sei zudem bereits eine Vereinbarung zu seiner Festnahme getroffen worden, hiess es weiter.

Assange hatte sich im Juni 2012 in die Londoner Botschaft des südamerikanischen Landes geflüchtet, um seiner Festnahme und Auslieferung nach Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen zu entgehen. Die schwedische Justiz stellte ihre Ermittlungen zwar später ein, doch Assange fürchtet eine Strafverfolgung in den USA. Dort droht ihm wegen der Veröffentlichung brisanter Dokumente zu den Kriegen in Afghanistan und im Irak ein Verfahren wegen Geheimnisverrats und womöglich lebenslange Haft.

Brisante Dokumente über Ecuador

Auch die britischen Behörden haben erklärt, ihn festnehmen zu wollen, weil er durch die Flucht in die Botschaft Kautionsauflagen verletzt habe. Die Regierung in Quito sucht seit längerem nach Wegen, um Assange loszuwerden.

Als Vorwand für seinen angeblich bevorstehenden Rauswurf aus der Botschaft würden die sogenannten INA-Papers dienen, teilte Wikileaks unter Verweis auf die selbe Quelle mit. Bei den INA-Papers handelt es sich um eine Reihe von Dokumenten, die einem ecuadorianischen Abgeordneten zugespielt wurden. Darin sollen Medienberichten zufolge Hinweise auf illegale Geschäfte des ecuadorianischen Präsidenten Lenin Moreno und seine Familie enthalten sein.

Es soll um Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit einem Wasserkraftwerk gehen, die teilweise auf Konten der Firma INA Investments Corp. flossen. Das Unternehmen gehört den Berichten zufolge Morenos Bruder Edwin Moreno. Die Generalstaatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet. Moreno weist die Vorwürfe zurück und spricht von einer Schmutzkampagne.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anonimus am 05.04.2019 05:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unrelevant

    Ob er nun in der Botschaft oder in einem Gefängnis ist spielt keine Rolle, eingesperrt ist er an beiden Orten.

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  • klaus e. am 05.04.2019 05:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    man lernt

    Naja den Ast absägen, wo man drauf sitz. Nicht sehr kluge Idee. Aber Respekt, für die Ehrlichkeit.

  • ManuB am 05.04.2019 06:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Irgendwann muss er raus

    Was wäre sonst die Alternative? Bis zum Lebensende in dieser Botschaft hocken?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ~woman~ am 06.04.2019 16:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ....

    Dieser Mann hat sich geopfert für alle, wie Snowden auch. Die Missbrauchsvorwürfe sind ein Hohn seines gleichens und das wurde alles geschickt eingefädelt. Da stecken ganz hohe Politiker/Staatsoberhäupter mit drinn und div. Länder ziehen den Schw.... ein, vor lauter Angst und Macht der Gegenspieler. Obwohl jedes Land die wichtigsten Fakten kennt und Beweise vorliegen, dass sie wahr sind, will kaum eines der Länder sich für Assange einsetzen. Politische Weltwillkür offensichtlich und so traurig und hässlich...,,

  • Adam am 06.04.2019 15:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn jemand die Wahrheit sagt

    Wird er bestraft.

  • ;) am 06.04.2019 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seht es euch an

    Man kann von Assange und Manning halten was man will. Aber das Video, durch das die Beiden bekannt wurden, spricht Bände. Klar sind nicht alle Soldaten so...aber wer eine Kamera nicht von einer RPG unterscheiden kann, sollte keine 30mm Kanone bedienen dürfen. Zudem sieht man wie der Bordschütze richtig danach fleht, endlich schiessen zu dürfen. Einfach nur schlimm. Und dafür bin ich den Beiden dankbar. Ganz egal was für Menschen die zwei sein mögen.

  • Trackhawk am 06.04.2019 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu lange gewartet

    Ich hätte ihn schon vorher der Justiz übergeben. Würde er sich als unschuldig erweisen wird er frei, wird er schuldig gesprochen, hat er wohl gegen bestehende Gesetze verstossen.

  • JoskaKoch am 06.04.2019 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    MafiöseStaatsstrukturen

    Whistleblower sollten ungestraft bleiben und geschützt werden !!!