Südamerika

14. Oktober 2019 05:33; Akt: 14.10.2019 10:21 Print

Ecuadors Präsident macht einen Rückzieher

Die Proteste in Ecuador sind am Sonntag für beendet erklärt worden. Zuvor waren Polizei und Demonstranten erneut aneinandergeraten.

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Lenín Moreno gibt nach: Der Präsident (l.) spricht zu den Medien. (13. Oktober 2019) In Ecuador kam es am Samstag, 12. Oktober 2019, erneut zu wüsten Ausschreitungen. Demonstranten verwüsteten ein Regierungsgebäude in Quito. Die Regierung kündigte an, das Gebiet zu evakuieren. Dies, damit die Einsatzkräfte sich um das Personal im Gebäude kümmern konnte. Seit mehr als zehn Tagen dauern die Proteste an. Die Demonstranten sind teils vermummt. Eine Gruppe griff schliesslich das Regierungsgebäude an. Sie warf mit Molotowcocktails,... ...legte Feuer und drang ins Gebäude ein. Die Regierung verhängte schliesslich eine Ausgangssperre. Bereits zuvor war es zu Ausschreitungen gekommen. Die ecuadorianische Polizei setzt Tränengas ein: Demonstranten in Quito. (8. Oktober 2019) In Ecuador ist es am Donnerstag zu Ausschreitungen gekommen. Dies wegen der Abschaffung von Subventionen für Benzin und Diesel. Eine Gallone Diesel kostete deswegen statt 1,03 Dollar 2,30 Dollar. Der Preis für eine Gallone Benzin stieg von 1,85 auf 2,39 Dollar. Taxi-, Bus- und LKW-Chauffeure errichteten deswegen Strassenblockaden. Es kam zudem zu Gewalt. Demonstranten warfen mit Steinen und errichteten brennende Barrikaden. Präsident Lenin Moreno rief daraufhin den Ausnahmezustand aus. Dieser dauert 60 Tage und kann um 30 Tage verlängert werden. Mittlerweile seien die Gebiete, in denen es zu Gealt kam, jedoch fast vollständig wieder unter Kontrolle. Moreno erklärte, dass er nicht zulassen werde, dass in Ecuador Chaos herrsche.

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Ecuadors Präsident Lenín Moreno zieht angesichts heftiger Proteste ein umstrittenes Dekret zur Streichung staatlicher Kraftstoff-Subventionen zurück. Im Gegenzug verkündete die Dachorganisation der Indigenen am Sonntag ein Ende der Proteste. Beide Seiten waren zuvor zu Gesprächen zur Beilegung der sozialen Unruhen zusammengekommen. Noch am Sonntag kam es trotz einer von Präsident Moreno verhängten Ausgangssperre zu neuen Unruhen.

Gepanzerte Militärfahrzeuge patrouillierten am Sonntag durch die Strassen der Hauptstadt Quito, nachdem Polizei und Demonstranten aneinandergeraten waren. Ecuadorianer posteten in sozialen Medien Videos von brennenden Strassenblockaden und Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften. Der Innenminister gab an, Vandalen hätten erneut das Gebäudes des Rechnungshofes in Brand gesteckt, etwa 500 Menschen hätten sich den Polizeiblockaden widersetzt.

Kirche und UNO vermitteln

Die Indigenen-Organisation steht an der Spitze der Proteste, die das südamerikanische Land seit Anfang Oktober erschüttern. Bei den sozialen Unruhen sind bisher sieben Menschen getötet und mehr als 1'300 Menschen verletzt worden. In dem Konflikt vermitteln inzwischen die Vereinten Nationen und die katholische Kirche.

Die Unruhen hatten sich an stark gestiegenen Treibstoffpreisen entzündet. Die Demonstranten geben Moreno die Schuld für den Anstieg der Treibstoffpreise, da er im März ein Abkommen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) abgeschlossen hatte. Ecuador sicherte sich damit milliardenschwere IWF-Kredite. Im Gegenzug wurde Morenos Regierung zur Auflage gemacht, die staatlichen Subventionen für Kraftstoff abzuschaffen.

(roy/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • GG am 14.10.2019 06:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    IWF

    Man müsste der Bevölkerung erklären, was es mit diesen milliardenschweren IWF-Krediten auf sich hat. Da kommen sie nicht drum rum, Demo hin oder her.

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  • Hänsel am 14.10.2019 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    Der kleine Unterschied

    In Ecuador gehen die Leute auf die Strasse wegen Streichung von Kraftstoff-Subventionen. Im Westen geht die Leute auf die Strasse für höhere Kraftstoffsteuern.

  • Typhoeus am 14.10.2019 06:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso muss sich die Kirche

    immer wieder einmischen? Staat und Kirche müssen endlich einmal total getrennt werden. Sonst gibt es nie Frieden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marco am 14.10.2019 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    Kredite

    Ohne IWF Kredite gibt es in Ecuador bald gar kein Benzin mehr.

    • El Condor Murte am 14.10.2019 11:43 Report Diesen Beitrag melden

      @Marco

      Wegen der Korruption der Eliten in Südamerika welche die Länder verbrecherisch und skrupellos ausbeuten gibt es nicht nur kein Benzin in Ecuador. Der IWF dient diese Länder global auf Kurs zu bringen und ihnen die Politik auf zu zwingen welche dem Internationalen Finanzkonsortium genehm ist, zwecks noch mehr Profiten auf Kosten der Armen!

    • Phill am 14.10.2019 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marco

      10 sehr gute Jahre ohne IWF haben den Leuten Schulen,Spitäler,Verbindungsstrassen und vieles mehr gebracht. Ich kenne kein südamerikanisches Land welches mit IWF und USA erfolgreich wurde.

    • Phill am 14.10.2019 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marco

      Wenn die Grossunternehmer und Banken Ihre Steuern bezahlen würden,braucht das Land keine IWF-Kredite.

    • Chris am 14.10.2019 13:45 Report Diesen Beitrag melden

      Warum kein Benzin mehr?

      Weshalb soll es dann in Ecuador kein Benzin mehr geben? Ecuador fördert ca. 0.7% des weltweiten Erdöls. Kann daher Ihre Aussage nicht ganz nachvollziehen...

    • Tin Meier Leon am 14.10.2019 19:17 Report Diesen Beitrag melden

      Woher hat Ecuador den Treibstoff?

      Ayy Marco, das ist natürlich Blödsinn. Ecuador fördert selber Öl und hat eigene Raffinerien. Der Diesel ist stark subventioniert für Transportunternehmen und öffentlicher Verkehr. Der private Verbraucher zahlt für das Benzin ähnliche Preise wie in der USA. Gruss aus Ecuador

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  • Miss Mozzarella am 14.10.2019 09:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Macht, Macht und Ohnmacht!

    Was läuft falsch auf dieser Welt? Überall Krawalle, Aufstände, Demos in heftigem Ausmaß. Regierungsposten werden ( wollen ) gestürzt ( werden). Der Unmut und Ohnmacht der Menschen überall ist sicht- und spürbar! Unsere Erde gleicht einem Schlachtfeld. Gibt es denn keine Gerechtigkeit mehr, keine Regierung, die das Wohl der Leute im Auge haben?? BITTE EINE CHANCE FÜR DIE BEWOHNER DIESER ERDE UND GERECHTE FÜHRUNG !!

  • Hänsel am 14.10.2019 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    Der kleine Unterschied

    In Ecuador gehen die Leute auf die Strasse wegen Streichung von Kraftstoff-Subventionen. Im Westen geht die Leute auf die Strasse für höhere Kraftstoffsteuern.

  • Anton Müller am 14.10.2019 09:12 Report Diesen Beitrag melden

    es säuli

    Das ist der Mann, welcher Wikileaks an London ausgeliefert hat, oder?

    • Phill am 14.10.2019 12:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Anton Müller

      Ja das ist der verantwortliche für Assange,sowie mindestens 10 Tote bei den Protesten von letzter Woche.Er wird Ecuador mit Hilfe von IWF und seinem neoliberalen Weg in den Ruin führen ,der Abgrund ist bereits sichtbar.

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  • Schwyzer am 14.10.2019 08:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hier auch bald

    solche Unruhen wird es hier auch haben wenn das Benzin 10 oder 20 Rappen teurer wird, dank den Grünen!