«Kann nicht reden, sehen, gehen»

13. September 2018 19:00; Akt: 13.09.2018 19:00 Print

Wurde der Pussy-Riot-Aktivist vergiftet?

Pyotr Werzilow, Ehemann von Pussy-Riot-Frau Nadeschda Tolokonnikowa, besuchte in Moskau eine Gerichtsanhörung. Plötzlich sah er nichts mehr.

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Der russische Aktivist Pjotr Wersilow befindet sich in «ernstem gesundheitlichen Zustand», wie die Aktivistengruppe Pussy Riot mitteilte: «Sein Leben ist in Gefahr. Wir glauben, er wurde vergiftet», schrieb die Gruppe auf Facebook.

Pjotr Wersilow, der Ehemann von Pussy-Riot-Aktivistin Nadeschda Tolokonnikowa, hatte nach Angaben der Aktivisten vor zwei Tagen an einer Gerichtsanhörung in Moskau teilgenommen.

Danach habe er geklagt, dass er nicht mehr sehen könne. «Später konnte er weder reden noch gehen», sagte ein weiteres Pussy-Riot-Mitglied der Internetzeitung Meduza, deren Mitherausgeber Wersilow ist. Er habe auch das Bewusstsein verloren.

Seit Mittwoch befinde sich Wersilow in der Toxikologie eines Moskauer Krankenhauses. Eine offizielle Bestätigung der Klinik gibt es bislang noch nicht.

Protest an WM-Final

Wersilow und drei weitere Pussy-Riot-Aktivisten waren im Juli während des Finalspiels der Fussball-WM zwischen Frankreich und Kroatien in Polizeiuniformen aufs Spielfeld gerannt. Sie wollten damit auf die übermässigen Befugnisse der russischen Polizei und Menschenrechtsverletzungen aufmerksam machen. Alle vier wurden zu 15 Tagen Gefängnis verurteilt.

Was mit Wersilow passiert sei, «ist ein Racheakt wegen unserer WM-Aktion», sind die Aktivisten gemäss BBC überzeugt.
Sie vermelden, dass es Wersilows Mutter untersagt sei, ihren Sohn zu besuchen. Man warte noch immer auf eine Diagnose der Ärzte.

(gux)