TV-Debatte in Frankreich

03. Mai 2012 09:29; Akt: 03.05.2012 10:45 Print

Ein «gnadenloses Duell» ohne Sieger

Frankreichs Medien sind sich weitgehend einig: Die Debatte zwischen Präsident Nicolas Sarkozy und Herausforderer François Hollande war von scharfen Tönen geprägt, hat aber keinen Sieger hervorgebracht.

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Nach dem TV-Duell zwischen Nicolas Sarkozy und François Hollande sehen Frankreichs Medien in ersten Bilanzen mehrheitlich keinen klaren Sieger. Der Tenor lautete, es sei eine «sehr angespannte und sehr technische Debatte» («Le Parisien») gewesen.

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Wie haben sich die beiden Kandidaten im TV-Duell geschlagen?
32 %
34 %
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Insgesamt 101 Teilnehmer

Mit Blick auf die Schärfe des Tons der beiden Kandidaten war von einem «gnadenlosen Duell» die Rede. Vor der Stichwahl am Sonntag lag der sozialistische Herausforderer Hollande in Umfragen zuletzt relativ deutlich vor Amtsinhaber Sarkozy.

Vor allem der im Popularitätstief steckende Sarkozy hatte versucht, bei der Debatte seinen Kontrahenten blosszustellen. So warf er dem Sozialisten vor, keine Konzepte für die notwendige Sparpolitik zu haben. Hollande konterte mit Hinweisen auf die aus seiner Sicht miserable Regierungsbilanz Sarkozys und die hohen Arbeitslosenzahlen.

Rund 20 Millionen verfolgten die Debatte am TV-Schirm

Die von etwa 20 Millionen Franzosen verfolgte Fernsehdebatte sollte vor allem Wechselwähler mobilisieren. Die Chefin des rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, betonte am Donnerstag im TV-Nachrichtensender BFM, Hollande habe mit seinem Auftreten überrascht und viele seiner Kritiker Lügen gestraft. «Er hat seine Rolle ausgefüllt», sagte sie.

Le Pen hatte in der ersten Wahlrunde als drittstärkster Bewerber knapp 18 Prozent der Stimmen erhalten. Ihre Anhänger könnten für Sarkozy eine wichtige Rolle spielen. Er hatte sie im TV-Duell explizit angesprochen und um Unterstützung geworben.

Meinungsforscher hatten Hollande am Mittwoch vor dem TV-Duell bei 53,5 bis 54 Prozent gesehen, Sarkozy bei nur 46 bis 46,5 Prozent. Etliche Wähler hatten sich aber noch als unentschlossen bezeichnet.


Hier gibts die Debatte in unserem Ticker zum Nachlesen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mr. Fantômas am 02.05.2012 22:14 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Klassenunterschied

    Hollande gibt den Clown und macht sich völlig zum Affen, Zarkozy bleibt ruhig und professionell. Für mich geht diese Runde eindeutig an Zarkozy

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  • Lionel Ramos am 03.05.2012 10:13 Report Diesen Beitrag melden

    Sicher kein Match Nul!!!

    Habe die ganze Debatte verfolgt. Hollande wirkte planlos, er wusste nicht nicht dass es gewisse Institutionen die er ins Leben rufen möchte schon gibt. Nicolas S. wirkte viel abgeklärter und kann das Land sicher besser als Hollande dirigieren. Was mich störte ist dass die Hälfte der Debatte die Sätze mit "Wissen Sie eigentlich..." begannen. Jeder wollte Lehrer spielen. Von Hollande kam nur Luft und Sarkozy wirkte leider mehr wie ein Herausforderer. Sarkozy hätte Straus-Kahn gar nicht erwähnen dürfen. Hollande ist rethorisch zu schwach, 150x "Moi, quand je serais Président...."

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  • Werner K. am 03.05.2012 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Lerne von der NZZ

    Schon eine merkwürdige (linke) Meinung; «hat aber keinen Sieger hervorgebracht» Hätten sie wohl gerne, der nervöse Hollande versuchte mit permantem Dreinreden den souveränen Sarko zu verunsichern - er entlarvte aber nur sich selber!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Zürcher Zeit am 04.05.2012 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    NEUES SPANIEN

    Wir können nur hoffen, dass Sarkosi gewinnt! Wenn Hollande die Macht in Frankreich übernimmt, dann wird die Schweiz erneut für Steuerentzug angegriffen. Dies geht sehr klar von einigen sehr aggressiven Deklarationen von Sozilistenanhänger hervor. Montebourg hat auch die Schweiz mit seiner Arroganten und höchst degradierende Worte klargemacht.

  • Zuggi F am 04.05.2012 11:30 Report Diesen Beitrag melden

    FRANKREICH = SPANIEN = GRIECHENLAND

    Hollande verspricht den Franzosen mit Populistische unrealisierbare Schlagwörter die er auf keiner Weise halten kann. Er redet um den Brei herum und weicht allen wichtigen Argumenten aus! Die Zukunft in Frankreich nähert sich mehr und mehr an Spanien/Griechenland. Sarkosi war im Amt und kennt daher die Zusammenhänge in Frankreich und der EU. Holland hat ja nie einen politischen Posten gehabt. Daher war es einfach für ihn Sarkosi anzugreifen. Glaube nicht dass Hollande mit seiner Einstellung und oberflächliche Vorschlägen Frankreich aus dem Schlamassel rausholen kann.

  • Peter Silie am 03.05.2012 20:37 Report Diesen Beitrag melden

    Frankreich und Hollande?

    Gute Nacht EU, gute Nacht Euro! Wenn ein Sozialist ein Land geführt hat, hat er es noch immer in den Ruin geführt! Egal welches Land. Selbst Venezuela geht bald vor die Hunde - dies trotz der massiven Erdöl Reserven.

    • Hanspi am 04.05.2012 10:42 Report Diesen Beitrag melden

      Weltbild

      Genau das beste Beispiel ist doch China! Und wunderbar wie der rechte Bush Amerika aus der Misere gerissen hat. Ist halt schon praktisch wenn man so ein einfaches Weltbild hat.

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  • Christian am 03.05.2012 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    Mir graust es!

    Ohne Sarkozy wäre Frankreich auch bankrott und der Euro am Ende! Die hohen Zinsen sind die Schuld der Banken wegen der Finanzkrise, aber die Staaten haben die Schulden - die sie jetzt nicht mehr bezahlen können - ganz allein gemacht. Mehr Staat = mehr Staatsausgaben = Ende Euro.

  • Werner K. am 03.05.2012 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Lerne von der NZZ

    Schon eine merkwürdige (linke) Meinung; «hat aber keinen Sieger hervorgebracht» Hätten sie wohl gerne, der nervöse Hollande versuchte mit permantem Dreinreden den souveränen Sarko zu verunsichern - er entlarvte aber nur sich selber!