Insel Utøya

03. Oktober 2011 18:49; Akt: 03.10.2011 19:14 Print

Ein Augenschein nach Breiviks Attentat

Erstmals seit dem Attentat auf der norwegische Insel Utøya konnten sich Journalisten und Fotografen ein Bild vom Schauplatz der Gewalt machen. Vielen Spuren zeugen noch heute vom schrecklichen Attentat.

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Die norwegische Insel Utøya ist zum ersten Mal seit dem Attentat des Rechtsextremisten Anders Behring Breivik für Journalisten geöffnet worden. Mehr als 150 Reporter und Fotografen konnten sich am Montag ein eigenes Bild von dem Schauplatz der Gewalttat mit 69 Toten machen. Die Behörden erklärten, die Insel solle nach und nach auch für die allgemeine Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Zudem sei die Errichtung eines Mahnmals geplant. Die Jugendorganisation der norwegischen Arbeiterpartei kündigte an, langfristig auch wieder Ferienlager auf Utøya zu veranstalten.

«Diese Insel hat für viele Menschen eine grosse Bedeutung. Keine andere Insel hat die politische Landschaft in Norwegen so sehr geprägt wie Utøya», sagte der Leiter der Jugendorganisation, Eskil Pedersen. Für die Renovierung der bei dem Massaker am 22. Juli teilweise zerstörten Camping- und Sportanlagen seien mehr als 32 Millionen Kronen (4 Millionen) Euro an Spenden eingegangen.

Im August hatten die norwegischen Behörden an zwei Tagen bereits Angehörige der Opfer sowie Überlebende und ihre Angehörigen auf die seit dem Attentat gesperrte Insel gelassen. Auch am Montag kamen einige Überlebende mit nach Utøya, um erneut von ihren Erfahrungen zu berichten. Es sei sehr wichtig, den Ort öffentlich zugänglich zu machen, damit die Menschen verstehen könnten, was dort passiert sei, sagte der 21-jährige Überlebende Adrian Pracon.

Der noch am Abend des Attentats festgenommene Breivik hat die Tötung von insgesamt 77 Menschen bei einem Jugendcamp der norwegischen Arbeiterpartei auf Utøya sowie bei einem vorherigen Bombenanschlag im Regierungsviertel von Oslo gestanden, hält sich jedoch nicht im juristischen Sinne für schuldig. Vor Gericht erklärte er, Europa befinde sich im Kriegszustand, und er habe das Massaker verübt, um Norwegen vor einer Übernahme durch muslimische Einwanderer zu schützen.

(ap)