Bei Aung San Suu Kyi

02. Dezember 2011 06:12; Akt: 02.12.2011 11:47 Print

Ein Hausbesuch von Hillary

US-Aussenministerin Hillary Clinton stattete der burmesischen Friedensnobelpreisträgerin und Oppositionsführerin einen Besuch in deren Haus in Rangun ab.

Frauen unter sich: Hillary Clinton mit der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi in ihrem Haus. (Quelle: AP)
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US-Aussenministerin Hillary Clinton hat ihren historischen Besuch in Burma am Freitag mit einem zweistündigen Gespräch mit Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi fortgesetzt. Das Treffen fand in dem Haus der 66-Jährigen statt, in dem sie jahrelang festgehalten worden war.

«Die USA wollen für Burma ein Partner sein», sagte Clinton anschliessend. «Dialog ist der Weg, um den Prozess der Demokratisierung voranzubringen», meinte Suu Kyi. Der Besuch Clintons sei ein historischer Augenblick für beide Länder.

An den Händen haltend würdigte die US-Aussenministerin Suu Kyis Haltung als standhaft und klar. Nach ihren Gesprächen mit der Regierung sehe sie Grund zur Ermutigung.

«Reformschimmer»

Suu Kyi begrüsste den vorsichtige Annäherung, die US-Präsident Barack Obama seit dem Antritt der zivilen Regierung im März gesteuert hat. Er sprach vor zwei Wochen von «Reformschimmern». Die Regierung bewege sich mit der Freilassung politischer Gefangener in die richtige Richtung.

Trotz Anzeichen einer Demokratisierung in Burma werden die USA ihre Sanktionen noch nicht aufheben. Das sagte US-Aussenministerin Hillary Clinton am Freitag bei ihrem Besuch in der Hafenstadt Rangun.

Dazu müsse die erste zivile Regierung seit fast 50 Jahren weitere Schritte unternehmen, sagte Clinton: Sie müsse alle politischen Gefangenen freilassen, den Kampf gegen ethnische Minderheiten beenden und mehr bürgerliche Freiheiten zulassen.

Sanktionen aufheben?

«Wenn es genug Fortschritt gibt, werden wir natürlich auch die Sanktionen aufheben, aber wir stehen noch am Anfang des Dialogs.» Sie stellte aber intensivere diplomatische Beziehungen in Aussicht.

Burma stand seit 1962 unter der Knute des Militärs und wurde jahrelang von den westlichen Staaten geächtet und mit Sanktionen belegt. Suu Kyi war erst im November vergangenen Jahres freigelassen worden, kurz nach den ersten Wahlen seit 20 Jahren, die das Jahrzehnte lang regierende Militär zuliess.

Clinton hatte am Donnerstag zunächst in der Hauptstadt Naypyidaw mit Präsident Thein Sein und Ministern gesprochen. Sie hatte dabei die Sorge der USA über eine atomare Zusammenarbeit Burmas mit Nordkorea zum Ausdruck gebracht und die Freilassung aller politischen Gefangenen verlangt. Die Zeit sei noch nicht reif, um die Sanktionen zu beenden, sagte sie anschliessend. Möglich seien aber engere diplomatische Beziehungen.

(sda)