Drogenkrieg in Mexiko

21. Januar 2011 06:35; Akt: 21.01.2011 11:02 Print

Ein Toter nach Schiesserei in Einkaufszentrum

Bei einer wilden Schiesserei in einem Einkaufzentrum in Ciudad Juárez stirbt ein Polizist an seinen Schussverletzungen. Leute gerieten in Panik.

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Ein maskierter Polizist wartet vor dem Einkaufszentrum auf seinen tödlich getroffenen Kollegen. (Bild: Keystone)

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In Mexiko hat eine Schiesserei zwischen Polizisten und bewaffneten Verdächtigen in einem belebten Einkaufszentrum eine Panik ausgelöst. Ein Polizist starb, vier Menschen wurden bei dem Feuergefecht am frühen Donnerstagnachmittag (Ortszeit) in der Grenzstadt Ciudad Juárez lebensgefährlich verletzt.

Nachdem die Polizei die Verdächtigen erkannt hatte, kam es zu einem Schusswechsel. Passanten stoben in Panik auseinander, einige stolperten auf der Flucht und blieben liegen. Weitere Details gaben die Behörden zunächst nicht bekannt.

Das vergangene Jahr war das blutigste in der Geschichte der Stadt, der Hochburg im mexikanischen Drogenkrieg. 3111 Menschen kamen bei Verbrechen im Zusammenhang mit Rauschgiftkriminalität ums Leben. Allein im Oktober wurden 359 Menschen getötet. Damit ist die Stadt eine der gefährlichsten der Welt.

Ciudad Juárez liegt an der Grenze zu den USA. Im Jahr 2008 brachen dort Kämpfe zwischen den Drogenbanden Juárez und Sinaloa aus. Seitdem sind die Opferzahlen jedes Jahr gestiegen. In ganz Mexiko sind seit der Eskalation des Drogenkrieges vor rund vier Jahren 30 000 Menschen ums Leben gekommen. Damals startete Präsident Felipe Calderón eine Offensive gegen die Drogenmafia.

Militär gelingt Schlag gegen Drogenschmuggelring

Das mexikanische Militär hat indes am Mittwoch den Boss eines Drogenschmuggelrings festgenommen. Juan Miguel «El Boxer» Valle Beltran soll für 50 Morde verantwortlich sein. Er arbeitete für das Sinaloa-Kartell. Bei der Aktion nahmen die Soldaten 13 weitere Bandenmitglieder fest.

Ein 14-jähriges Mädchen, das von der Bande entführt worden war, konnte bei der Militäroperation in der Küstenstadt Playas de Rosarito befreit werden. Behördenangaben zufolge ging der Festnahme eine Schiesserei zwischen Militär und Bandenmitgliedern voraus, bei der einer von Valle Beltrans Untergebenen getötet wurde.

Polizei stellt Rekordmenge an Opium sicher

Den mexikanischen Behörden ist zudem nach eigenen Angaben einer der grössten Drogenfunde in der Geschichte des Landes gelungen. Soldaten stellten am Donnerstag in einem Haus im südwestlichen Bundesstaat Guerrero 245 Kilogramm Opiumharz sicher.

Aus dem Harz kann Heroin hergestellt werden. Wie die Armee mitteilte, hätte das Opium für mehr als 600 000 Dosen Heroin ausgereicht. Der Verkaufswert auf der Strasse hätte bei mehr als zwölf Millionen Dollar gelegen.

(sda/ap)