Zwischenfälle weltweit

01. Januar 2020 18:28; Akt: 01.01.2020 18:30 Print

Polizist bei Ausschreitung schwer verletzt

An mehreren Orten weltweit kam es bei den Silvesterfeierlichkeiten zu Zwischenfällen. Eine Übersicht.

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Am Times Square in New York regnet es um Mitternacht Konfetti. Silvester am Strand: Rio de Janeiro. Mehr als 100'000 Menschen feierten in der britischen Hauptstadt zu den Glockenschlägen von Big Ben und einem gigantischen Feuerwerk am Riesenrad London Eye den Start ins neue Jahr. In Madrid begrüssten Zehntausende das neue Jahr unter der Turmuhr an der Puerta del Sol im Zentrum der Stadt. Blick auf das Zürcher Silvester-Feuerwerk: Gegen 150'000 Besucherinnen und Besucher feierten bei Temperaturen um den Gefrierpunkt am See den Beginn des neuen Jahres. Mit einem sehenswerten Feuerwerk (Blick auf das Riesenrad) wurde in Wien am Dienstag, 31. Dezember 2019, das alte Jahr verabschiedet und das neue Jahr 2020 begrüsst. Ein Feuerwerk entlädt sich über der Oberbaumbrücke in Berlin während der Neujahrsfeier. Während der Silvesterparty wird am Brandenburger Tor in Berlin das offizielle Feuerwerk gezündet. Zum Jahresbeginn sprühte der Burj Khalifa in Dubai farbige Funken in die dunkle Wüstennacht. Moskau begrüsst das neue Jahr. Rot leuchtete der Himmel in Mumbai, Indien. Singapur ist im 2020 angekommen. Eines der bekanntesten Feuerwerke der Welt findet an Silvester in Sydney statt. Wegen der Buschbrände stand das Feuerwerk in diesem Jahr in der Kritik. Das Feuerwerk lockt jedes Jahr zahlreiche Touristen an. Noch vor Sydney ist Neuseeland ins neue Jahr gestartet. Zahlreiche Menschen bestaunten das Feuerwerk vom SkyTower in Auckland. Ein Bild aus Seoul. Weniger festlich ist die Stimmung in Hongkong. Wegen der anhaltenden Proteste feiert Hongkong dieses Silvester ohne Feuerwerk-Spektakel. In China ist 2020 das Jahr der Ratte. Auch in Deutschland kam es in der Neujahrsnacht zu Gewalt: Im linksalternativ geprägten Leipziger Stadtviertel Connewitz wurde ein Polizist bei Ausschreitungen schwer verletzt.

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Italien

Bei Silvesterfeiern in der mittelitalienischen Stadt Ascoli Piceno ist ein 26-jähriger Mann ums Leben gekommen. Nachdem einige Böller auf einem offenen Gelände einen Brand ausgelöst hatten, bemühte sich der Mann die Flammen zu löschen. Dabei stürzte er in einen 50 Meter tiefen Abgrund und starb, wie Medien berichteten.

Bei Feierlichkeiten der Provinz Caserta in der süditalienischen Region Kampanien wurde eine 19-jährige Frau versehentlich von einer Schusswaffe in der Bauchgegend getroffen, während sie auf dem Balkon ihrer Wohnung die Silvesterfeiern beobachtete.

Wer der Schütze war, blieb zunächst unklar. In Süditalien wird um den Jahreswechsel oft in die Luft geschossen. In der Region Kampanien wurden auch 24-Jähriger und ein 58-Jähriger von der Explosion von Böllern verletzt. Dutzende Verletzte wurden im Raum von Neapel gemeldet.

Ein Teil einer Decke stürzte in einem Hotel in Bari in der Region Apulien ein, in dem eine Silvesterfeier im Gange war. Vier Personen wurden verletzt, eine davon schwer.

Hongkong

In Hongkong sind am Neujahrstag Zehntausende Menschen zu einer Kundgebung zusammengekommen. Sie forderten mehr Demokratie, Straferlass für die in den vergangenen Monaten festgenommenen mehr als 6500 Demonstranten sowie eine unabhängige Untersuchung von Polizeieinsätzen.

Zu dem Protestmarsch aufgerufen hat die Menschenrechtsgruppe Civil Human Rights Front, die im abgelaufenen Jahr ähnliche Veranstaltungen organisiert hatte, an denen Millionen von Menschen teilnahmen.

(Quelle: Keystone)

Bereits in der Silvesternacht war es zu Zwischenfällen gekommen. Demonstranten blockierten für kurze Zeit eine Flaniermeile. Manche trugen Plakate mit der Aufschrift «Lasst uns unseren Kampf 2020 fortsetzen». Bei kurzen Zusammenstössen mit der Polizei setzte diese Tränengas, Gummigeschosse und Wasserwerfer ein. Die Proteste in Hongkong waren zuletzt verstärkt in Gewalt umgeschlagen.

Deutschland

Das linksalternativ geprägte Leipziger Stadtviertel Connewitz ist in der Nacht zu Neujahr zum Schauplatz gewalttätiger Ausschreitungen geworden. Ein Polizist wurde nach Polizeiangaben von Angreifern so schwer verletzt, dass er das Bewusstsein verlor und sich einer Notoperation unterziehen musste.

Die Polizei berichtete am Mittwoch von gezielten Angriffen auf ihre Beamten: Sie seien massiv mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern beschossen worden. Eine «Gruppe von Gewalttätern» habe dabei versucht, einen brennenden Einkaufswagen mitten in eine Einheit von Bereitschaftspolizisten zu schieben.

Eine auf Linksextremismus spezialisierte Sonderkommission nahm die Ermittlungen auf - unter anderem wegen versuchten Totschlags. Bis zum Nachmittag seien sieben Männer und zwei Frauen festgenommen worden. Ihnen würden gefährliche Körperverletzung, Widerstand gegen Polizeibeamte und schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen. Drei weitere Festgenommene seien wieder frei gelassen worden.

In einer Wohnung in der deutschen Stadt Gütersloh haben am Silvesterabend elf Menschen durch einen Grill eine Kohlenmonoxidvergiftung erlitten. Unter den Verletzten waren zwei dreijährige Kinder. Zwei Menschen wurden so schwer verletzt, dass sie in eine Spezialklinik mit Druckkammer gebracht werden mussten, wie die Polizei mitteilte. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die 27-jährige Frau und der 31-jährige Mann sich in Lebensgefahr befänden.

Südafrika

Eine Neujahrsfeier in einem Szeneviertel der südafrikanischen Metropole Johannesburg hat am frühen Mittwochmorgen ein blutiges Ende genommen. Der Vorfall ereignete sich nach Polizeiangaben kurz nach Mitternacht, wie die Polizei der Provinz Gauteng mitteilte.

Unbekannte hatten aus einem vorbeifahrenden Fahrzeug heraus das Feuer auf eine Menschenmenge eröffnet. Ein privater Sicherheitsdienst sprach von insgesamt zwei Toten und sechs Verwundeten - eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Australien

Mit einem grossen Feuerwerk in Sydney hat Australien trotz der verheerenden Buschbrände das neue Jahr begrüsst. Etwa eine Million Menschen versammelten sich am Hafen von Australiens grösster Stadt, um sich das Lichter- und Farbenspektakel anzuschauen. Forderungen von Teilen der Bevölkerung, das Feuerwerk aus Solidarität mit den Opfern abzusagen und das Geld lieber in die betroffenen Regionen zu stecken, wurden zurückgewiesen. Die Bürgermeisterin von Sydney, Clover Moore, verteidigte die Entscheidung, dass das Feuerwerk wie geplant stattfand. Die Planungen hätten bereits vor 15 Monaten begonnen.

Zudem kurbele die Veranstaltung die Wirtschaft der Region an. Bei vielen stiess dies auf Unverständnis. «Wie kann es in Sydney ein Feuerwerk geben, wenn das halbe Land brennt», hiess es beispielsweise auf Twitter. Andernorts wurden einige Feierlichkeiten abgesagt.

Australien kämpft seit Monaten mit riesigen Buschbränden, vor allem an der Ostküste. Erschwert wird der Kampf gegen die Flammen durch Rekordhitze und grosse Trockenheit. Mindestens elf Menschen starben, mehr als vier Millionen Hektar Land wurden zerstört. In dem Küstenort Mallacoota suchten Tausende Touristen und Bewohner am Strand Schutz vor den die Stadt umzingelnden Buschfeuern. Marineschiffe und Militärhubschrauber unterstützten die Feuerwehr bei der Rettung der Menschen.

Auch in der Schweiz gab es mehrere Zwischenfälle. Alles dazu finden Sie hier.

(sda)