Schlechte Presse

03. Januar 2013 12:39; Akt: 04.01.2013 11:39 Print

Ein einig Volk von Hunde-Fressern

Vereinzelte Schweizer Bauern schlachten Hunde und verspeisen sie. Zumal das hierzulande legal ist. Ausländische Medien machen nun aus Einzelfällen eine nationale Essgewohnheit.

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Mit Verachtung und Ekel wird in der Schweiz das Gesicht verzogen, wenn von den extravaganten Essgewohnheiten in Asien die Rede ist - «Wäähh! Würmer!», «Igitt! Heugümper!». Auch der dortige Verzehr von Hunde- und Katzenfleisch löst hierzulande meist negative Reaktionen aus.

Umfrage
Haben Sie schon einmal Hunde- oder Katzenfleisch gegessen?
7 %
8 %
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Insgesamt 10030 Teilnehmer

Dabei sind wir gerade bei Letzterem keinen Deut besser, wie der Artikel des «Tages-Anzeigers» vom 27. Dezember 2012 wieder einmal in Erinnerung rief. Dort wurde der Hundefleischkonsum in der Schweiz thematisiert. Gegenüber der Zeitung outen sich einige Rheintaler und Appenzeller Bauern als Hundefleisch-Esser.

Ein Bauer gibt bereitwillig Auskunft über die Praktiken auf seinem Hof. Die «Mostbröckli» bereite er immer mit Hundefleisch zu. Seine Abnehmer, meist Bauarbeiter, würden die Häppchen mit Genuss verzehren. Ein weiterer Bauer berichtet, er bringe seine Hunde meist zum Metzger. Dort würden die Vierbeiner dann sachgerecht geschlachtet.

In einer Reihe mit Thailand, China und Co.

Ebenfalls zur Sprache kommt in dem Tagi-Artikel der Fakt, dass der Verzehr des Hundefleisches, anders als in Deutschland oder Österreich, in der Schweiz legal ist. Die Schweiz ist damit in einer Reihe mit Staaten wie Thailand, China oder Indonesien.

Dies sorgt nun weltweit für Aufsehen. Zeitungen aus England, Schottland, den USA, Italien und Brasilien stürzen sich auf das Thema. Video-Teams reisen in die beschauliche Schweiz, um die Hundeverzehrenden vor die Linse zu bekommen.

«Vergesst Schokolade und Käse»

«Vergesst Schokolade und Käse, Hunde und Katzen sind die neuen Schweizer Delikatessen», schreibt Scotsman.com. «Schweizer Bauern züchten Hunde für den Eigenkonsum», titelt «O Dia» aus Brasilien und die US-amerikanische «Huffington Post» stellt fest: «Hunde- und Katzenfleisch werden von Schweizer Bauern serviert.»

Die befremliche Praxis wirft ein etwas schräges Bild auf die Schweiz, die im Ausland bisher vor allem wegen ihrer guten Schokolade, dem Käse und der hohen Lebensqualität bekannt ist. Ob durch die Berichterstattung das Image unseres Landes nachhaltig gestört wird, bleibt abzuwarten. Vielleicht wird die Schweiz bald aber auch in Hundefleisch-Führern lobend erwähnt.


(Video: YouTube/andreasenehaug)

(aeg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Silvia.T. am 04.01.2013 03:39 Report Diesen Beitrag melden

    Wo liegen die Grenzen?

    Wo werden die Grenzen gesetzt? Wieso ist dies in anderen Ländern Europas verboten und bei uns nicht? Wir müssen uns immer absondern von den andern, unser eigenes "Ding"machen. Hiermit machen wir aber bestimmt negative Schlagzeilen, sonst würden kaum Reporter aus anderne Ländern in die Schweiz reisen um dies zu dokumentieren. Wir verlieren immer mehr unseren Stolz und or den Bauern habe ich ihn sowieso schon lange verloren!

  • e.st. am 04.01.2013 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Doppelmoral? Part 1

    Wir Schweizer lästern gerne über die Doppelmoral der USA, wir legen jedoch die gleiche an den Tag. "Wääh, Hundefleisch", "Igitt, Grusig", "wie kann man nur" und so weiter. Ich würde so was auch niemals essen, aber denkt doch einfach mal nach. Das ist FLEISCH. Auch eine Kuh oder ein Schwein gilt als Haustier. Was sagen wohl die Hindus zu unserem Konsum von Kuhfleisch, oder die Muslime zum Verzehr von Schweinefleisch? Jeder, der ein Tier ist (und sei es ein Hund oder eine Kuh) macht grundsätzlich das gleiche. Er verspeist ein Lebewesen. Schön, dass hier den Fleischessern (ich bin selber einer)

  • Martina Meier-Hübscher am 04.01.2013 05:55 Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm, Hunde sind nicht zum essen !

    Hund sind heute haustiere, Therapy hunde, Blinden hunde etc.. Bitte Isst keine Hunde, das ist abartig . esse lieber mein gemüse ohne fleisch. Mensch was ist aus uns geworden.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • e.st. am 04.01.2013 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Doppelmoral? Part 1

    Wir Schweizer lästern gerne über die Doppelmoral der USA, wir legen jedoch die gleiche an den Tag. "Wääh, Hundefleisch", "Igitt, Grusig", "wie kann man nur" und so weiter. Ich würde so was auch niemals essen, aber denkt doch einfach mal nach. Das ist FLEISCH. Auch eine Kuh oder ein Schwein gilt als Haustier. Was sagen wohl die Hindus zu unserem Konsum von Kuhfleisch, oder die Muslime zum Verzehr von Schweinefleisch? Jeder, der ein Tier ist (und sei es ein Hund oder eine Kuh) macht grundsätzlich das gleiche. Er verspeist ein Lebewesen. Schön, dass hier den Fleischessern (ich bin selber einer)

  • Hans Müller am 04.01.2013 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    Scheinheiligkeit

    Jeder der damit ein Problem hat, dass Hunde oder Katzen gegessen werden, soll mir doch bitte mal erklären, Warum diese Tiere mehr Rechte haben sollten, als Schweine, Rinder, Hühner, Fische, Enten, Gänse, Etc Etc. Leute die sich wegen dem verzehr von Hundefleisch aufregen, glauben sie seien Tierfreunde, sind aber eigentlich nur scheinheilige. Entweder isst man gar kein Fleisch oder aber man lässt jeden das essen, was ihm schmeckt. Bei bedrohten Tierarten, würde ich es ja noch verstehen, aber Hunde und Katzen sind keineswegs vom Aussterben bedroht.

  • bruno am 04.01.2013 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    hat sowieso zuviele hunde in der schweiz

    was soll daran überhaupt schlimm sein? esst ja auch würste, steaks usw. was glaubt ihr woher dieses fleisch kommt? vom mond? andere essen affenhirne, heuschrecken, krebse oder singvögel..... also sucht andere probleme....

  • Maxim am 04.01.2013 08:36 Report Diesen Beitrag melden

    na und ?

    Ich persönlich esse wenig Fleisch und hab auch noch nie Hund gegessen. Aber ich sehe keinen Unterschied dazu ob man ein Kälbli, Lämmli, Häsli oder einen Hund schlachtet. Es sind alles Lebewesen. Wenn es fachgerecht gemacht wird, warum nicht ? Ist doch heuchlerisch andere Tiere zu essen aber da ein Theater zu machen. Ich persönlich hab keinen Bezug zu Hunden, nicht mehr als zu Kühen und Schweinen. Wo ist da der Unterschied? Es muss ja niemand seinen Haushund essen wenn er nicht will.

  • Andreas Müller am 04.01.2013 08:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mir solls recht sein

    Wo ist das Problem? Soll man doch essen, was schmeckt! Ein Kalb ist auch herzig und trotzdem werden sie zu Massen geschlachtet. Das ganze Haustier getue ist einzig eine Wohlstandserscheinung.