19. Mai 2007 10:38; Akt: 19.05.2007 11:28 Print

Eine verhängnisvolle Valentinskarte aus Guantanamo

Ein Leutnant der US-Navy hat die Namen von 550 Guantanamo-Gefangenen auf eine Valentinskarte geschrieben und diese einem Menschenrechts-Anwalt zugeschickt. Jetzt drohen dem Leutnant 6 Monate Gefängnis und Ausschluss aus der Navy.

Fehler gesehen?

Die Anklage lautete unter anderem auf Verletzung des Informationsgeheimnisses, wie CNN Online schreibt. Vor dem Militärgericht bereute Leutnant Matthew Diaz, dem bis zu 14 Jahre Haft drohten, seine Tat: «Ich habe dumm und irrational gehandelt.»

Am ersten Tag der Gerichtsverhandlung hielt Diaz allerdings gegenüber einer Zeitung noch fest, dass er überzeugt war, alles richtig gemacht zu haben, weil die Guantanamo-Häftlinge so schlecht behandelt würden. «Mein Eid als Offizier gilt der Verfassung. Ich bin kein Krimineller.»

Matthew Diaz hat 2005 als juristischer Berater der Navy Guantanamo Bay auf Kuba besucht. Darauf hat er auf einer Valentinskarte die Namen aller Guantanamo-Insassen einer Menschenrechtsgruppe in New York zugeschickt.

Das Strafmass muss noch von einem Admiral abgesegnet werden. Ob er von der Navy ausgeschlossen wird, wird ein Appellationsgericht entscheiden.