Pariser Politiker

16. Februar 2020 02:13; Akt: 16.02.2020 12:49 Print

Eklat um anzügliche Videos

Er wollte Bürgermeister werden, doch nun hat Benjamin Griveaux seine Kandidatur zurückgezogen - und Strafanzeige erstattet.

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Der Politiker Benjamin Griveaux hat nach einem Eklat um anzügliche Videos eine Strafanzeige wegen Verletzung der Privatsphäre eingereicht. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein, wie die Behörde am Samstag mitteilte. Griveaux, ein Vertrauter von Staatspräsident Emmanuel Macron, hatte sich am Freitag aus dem Rennen um das Pariser Rathaus zurückgezogen.

Eine Webseite hatte am Mittwochabend Screenshots von anzüglich erscheinenden Chatnachrichten veröffentlicht, die angeblich von Griveaux stammen. Ausserdem zeigt sie kurze Videos, auf denen zu sehen ist, wie ein Mann masturbiert - es ist aber nicht zu erkennen, um wen es sich dabei handelt.

Griveaux hatte am Freitag gesagt, eine Webseite und soziale Netzwerke hätten «abscheuliche Angriffe auf meine Privatsphäre verbreitet». Er wolle dies seiner Familie nicht länger zumuten. Er hatte in seiner Erklärung weder bestätigt noch bestritten, dass die Videos und Nachrichten von ihm sind.

Russischer Künstler als Drahtzieher

Griveaux war im vergangenen Jahr als Macrons Regierungssprecher zurückgetreten, um Pariser Bürgermeister zu werden. In Umfragen hatte der 42-Jährige zuletzt eher schwach abgeschnitten.

Der russische Aktionskünstler Pjotr Pawlenski hatte behauptet, die Videos verbreitet zu haben. Er wurde am Samstag in einer anderen Sache in Polizeigewahrsam genommen und befragt - Hintergrund ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft eine Untersuchung wegen Verdachts der Körperverletzung.

Die erste Runde der Kommunalwahlen findet am 15. März statt. Der Rückzug von Griveaux hatte in Paris ein Beben ausgelöst. Er erhielt von Parteien aus dem gesamten politischen Spektrum Unterstützung. Regierungssprecherin Sibeth Ndiaye sprach von einer «Kampagne der Niedertracht».

(roy/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pitt Riggenbach am 16.02.2020 05:00 Report Diesen Beitrag melden

    Ich wills nicht wissen

    Es ist erstaunlich, wie viele Maenner das Beduerfnis haben, ihren Mimenschen ihr Pfyffli zu zeigen. Ich habe gottlob selber eins.

  • Expat am 16.02.2020 04:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zurücktreten und ruhig sein

    Etwas davon wird ja wohl stimmen, sonst hätte er sich verteidigt. Besser vor der Wahl als nachher. Er ist ja nicht der erste und wird auch nicht der letzte sein, der über sowas stolpert

  • Peterryan am 16.02.2020 11:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fake News

    Scheinbar ist es Heutzutage IN andere zu denunzieren. Das sind keine einmaligen Scherze. Die Betroffenen Personen und Familien leiden ein Lebenslang.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peterryan am 16.02.2020 11:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fake News

    Scheinbar ist es Heutzutage IN andere zu denunzieren. Das sind keine einmaligen Scherze. Die Betroffenen Personen und Familien leiden ein Lebenslang.

  • austeiger mit 55 am 16.02.2020 09:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    heutige zeit

    passt einer nicht, bastelt man was über ihn, er macht sich es selber aber man erkennt ihn nicht, teicht das schon ? wie einer gewählt in DE passte auch nicht und weg damit. trump hats überlebt und die nächsten 4 jahre dazu, putin ändert gesetz für sich , so läufts überall aber leute bejubeln dieselben ja

  • Sven O am 16.02.2020 09:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Sven O am 16.02.2020 09:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Sepp am 16.02.2020 08:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ups

    Wenn er nichts zu verbergen hätte, müsste er ja seine Kanditatur nicht zurück ziehen. Schon lange stimmt in diesen Sphären einiges nicht mehr.