Demonstrationen

25. Februar 2011 19:23; Akt: 25.02.2011 19:25 Print

Elf Tote nach Protesten im Irak

Auch im Irak riefen die Menschen zum «Tag des Zorns» auf. In verschiedenen Städten wurden mehrere Demonstranten von Sicherheitskräften erschossen.

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Sicherheitskräfte gehen gegen Demonstranten im Irak vor. (Bild: Keystone/AP)

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Bei Zusammenstössen am «Tag des Zorns» im Irak sind elf Menschen getötet worden. Zehntausende gingen in mehreren irakischen Städten auf die Strasse, um gegen die schlechte wirtschaftliche Lage zu demonstrieren.

In nordirakischen Städten wurden nach Behördenangaben neun Menschen von Sicherheitskräften erschossen, die die Menge zurückdrängen sollten. In der westlichen Provinz Anbar wurden bei Protesten zwei weitere Menschen getötet.

2000 Menschen demonstrieren in Bagdad gegen Arbeitslosigkeit

In der Hauptstadt Bagdad gingen rund 2000 Demonstranten auf die Strasse. Sie schwenkten Fahnen und skandierten Parolen wie «Nein zur Arbeitslosigkeit» und «Nein zum Lügner Al-Maliki». Viele Iraker machen Ministerpräsident Nuri Al-Maliki für die schlechte Wirtschaftslage, die Korruption und die mangelhafte Versorgung beispielsweise mit Strom verantwortlich.

Zahlreiche Soldaten bezogen am Freitag in Bagdad Stellung. Sie kontrollierten die Demonstranten an den Zugängen zum Platz der Befreiung und riegelten Strassen mit Stacheldraht ab. In der Luft kreisten Hubschrauber der irakischen Streitkräfte und Geländewagen wurden rund um den Platz postiert.

Gouverneur zum Rücktritt gezwungen

In Basra im Süden des Landes forderten rund 4000 Demonstranten den Rücktritt von Gouverneur Scheltagh Abud al Majahi. Generalmajor Mohammed Dschawad Hawaidi erklärte der Menge kurz darauf, der Gouverneur sei der Forderung der Demonstranten gefolgt. Das staatliche Fernsehen berichtete, Ministerpräsident Al-Maliki habe al Majahi zum Rücktritt aufgefordert.

Während sich die zahlreichen Proteste der vergangenen Wochen in Nordafrika und dem arabischen Raum vor allem gegen die autoritären Regierungen richteten, fordern die Demonstranten im Irak weniger Korruption, mehr Arbeitsplätze und bessere Versorgungsleistungen. «Wir wollen ein gutes Leben als menschliche Wesen, nicht als Tiere», sagte der 44-jährige Chalid Ibrahim auf der Demonstration am Freitag in Bagdad.

(ap)