Machtwechsel

24. Juni 2013 20:10; Akt: 25.06.2013 07:45 Print

Emir von Katar übergibt seinem Sohn

Scheich Hamad bin Chalifa al-Thani machte das Öl-Emirat Katar zu einem wichtigen Akteur in der Weltpolitik. Nun übergibt er seinem Sohn die Macht.

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Kronprinz Tamam im Gespräch mit US-Aussenminister John Kerry. (Bild: Keystone/AP/Jacquelyn Martin)

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Katars Emir Scheich Hamad ben Chalifa al-Thani hat die Übergabe der Macht an Kronprinz Scheich Tamim ben Hamad al-Chalifa verkündet. «Die Zeit ist gekommen, ein neues Kapitel aufzuschlagen», sagte der 61-jährige Monarch des einflussreichen Golfstaats am Dienstag in einer Fernsehansprache.

Er wolle «die Verantwortung an die neue Generation übergeben». Ob gesundheitliche Gründe den seit 1995 herrschenden Scheich Hamad bin Chalifa al-Thani zum Rücktritt zwingen, blieb zunächst offen. Sein Sohn ist 33 Jahre alt. Der in Grossbritannien ausgebildete Kronprinz, Scheich Tamim bin Hamad a-Thani, ist schon seit Jahren in die engere politische Führung eingebunden. Beobachter erwarten daher keinen grundlegenden Kurswechsel.

Der Kronprinz hatte sich massiv dafür eingesetzt, dass die Fussball-WM 2022 in Katar ausgetragen wird. Auch um die Olympischen Sommerspiele hat sich das ölreiche Emirat beworben.

Thani äusserte sich nicht direkt zum Ministerpräsidenten und Aussenminister Scheich Hamad bin Dschassim al-Thani. Es wurde erwartet, dass er sein Amt ebenfalls aufgibt.

Erster freiwilliger Machtwechsel

Der scheidende Emir hatte im Jahr 1995 in einer Palastrevolution seinen eigenen Vater von der Staatsspitze verdrängt und modernisierte Katar seither. Dank der riesigen Gasressourcen machte er den kleinen Wüstenstaat am Persischen Golf zu einem wichtigen Akteur auf der internationalen Bühne. Es ist das erste Mal in der arabischen Welt, dass ein Herrscher freiwillig die Macht übergibt.

In Katar leben 17 Millionen Menschen, fast alle sind Gastarbeiter. Nur 225'000 Menschen sind Staatsbürger, sie beherrschen das kleine Land. Katar hat unter anderem die Gründung von Al-Dschasira finanziert.

Katar hat zuletzt islamistisch orientierte Rebellen in Syrien mit Geld und Waffen massiv unterstützt. Zuvor hatten die Rebellen in Libyen sowie die Muslimbrüder in Ägypten Unterstützung aus Katar erhalten.

(pbl/sda)