24. November 2007 18:50; Akt: 24.11.2007 18:50 Print

England: Daten-Schlamperei immer schlimmer

In Grossbritannien sind sechs weitere Daten-CDs der Steuerbehörde verschwunden. Gleichzeitig gab die Behörde an, dass die zuvor vermissten Datenträger noch auf dem Gelände sind - nur wo ist nicht bekannt. Derweil sackt die Labour-Partei wegen der Daten-Schlamperei in der Wählergunst ab.

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Wie die Behörde HMRC mitteilte, ging das Paket mit den Datenträgern im Oktober verloren, als es von einem Finanzamt in Preston in Nordwestengland nach London geschickt wurde. Auf den CDs seien Gespräche zwischen einem Steuerzahler und der HMRC-Hotline aufgezeichnet gewesen.

Das Paket wurde offenbar über den gleichen Kurierdienst abgefertigt, wie die zuvor als verschwunden gemeldeten CDs mit persönlichen Daten von 25 Millionen Kindergeldempfängern. HMRC teilte weiter mit, dass sie davon ausgehe, dass die zwei CDs mit Daten wie Bankdetails und Adressen immer noch auf einem Gelände der Steuerbehörde seien.

Scotland Yard hatte jedoch die Suche in der Zweigstelle in der Ortschaft Washington in Nordostengland am Freitagabend abgeschlossen. Von dort waren die beiden Datenträger nach London geschickt worden, wo sie jedoch nie ankamen.

Browns Popularität schwindet

Die Regierung stand wegen der Schlamperei auch am Wochenende enorm unter Druck. Nach einer Umfrage des Instituts IMC für den «Guardian» vom Samstag verlor die Labour-Partei von Premierminister Gordon Brown vier Prozentpunkte und sank im Vergleich zum Vormonat auf 31 Prozent.

Die Konservativen kamen auf 37 Prozent (minus drei Punkte). Im Spätsommer hatte die Regierungspartei zeitweise einen zweistelligen Vorsprung auf die Tories. Profitieren von den Schwierigkeiten der Regierung konnten offenbar die Liberaldemokraten, die auf 23 Prozent zulegten.

(sda)