Nach Geiselhaft

30. Juni 2011 13:45; Akt: 30.06.2011 13:54 Print

Entlassene Franzosen zurück zu Hause

Die zwei französischen Journalisten Stéphane Taponier und Hervé Ghesquière wurden 2009 in Afghanistan gefangen genommen. Nun geniessen sie ihre wiedererlangte Freiheit.

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Stephane Taponier, links, und Herve Ghesquiere sind glücklich, wieder zu Hause zu sein. (Bild: Keystone)

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Zwei französische Journalisten sind nach 18 Monaten Geiselhaft in Händen von Taliban in Afghanistan nach Frankreich zurückgekehrt. Stéphane Taponier und Hervé Ghesquière wurden am Donnerstag von Staatspräsident Nicolas Sarkozy in Empfang genommen.

Auch Frankreichs First Lady Carla Bruni-Sarkozy, Verteidigungsminister Gérard Longuet und Aussenminister Alain Juppé sowie Familienmitglieder der beiden Journalisten waren bei der Begrüssung auf dem Luftwaffenstützpunkt in Villacoublay bei Paris zugegen.

«Hunger nach Freiheit und Liebe»

Die Journalisten, die am Mittwoch zusammen mit ihrem afghanischen Übersetzer freikamen, schienen bei guter Gesundheit zu sein. «Ich habe Hunger nach Freiheit, Hunger nach Liebe, einfach Hunger, einen Riesenhunger», sagte Taponier.

Ghesquière berichtete, er sei nie mit dem Tode bedroht und auch nie geschlagen worden. Allerdings seien sowohl die Ernährung als auch die Hygiene schwierig gewesen. «In den afghanischen Bergen lebt man wie im Mittelalter.» Die Journalisten waren acht der 18 Monate ihrer Gefangenschaft voneinander getrennt gewesen.

Sie waren zusammen mit zwei weiteren Afghanen im Dezember 2009 entführt worden, während sie für das französische Fernsehen über die Instandsetzung einer Strasse östlich von Kabul berichteten.

Die beiden erfahrenen Reporter begleiteten zunächst eine Einheit der französischen Streitkräfte, entschieden sich jedoch, auf eigene Faust weiter zu berichten.

Wie hoch war der Preis der Freilassung?

Die Journalisten wurden schliesslich nur wenige Tage nach Frankreichs Ankündigung freigelassen, mit dem Abzug aus Afghanistan zu beginnen. Die Taliban gaben an, die Aufständischen hätten eine Reihe von Forderungen gestellt, bevor die Geiseln freigelassen wurden.

Die französische Regierung erklärte, dass kein Lösegeld gezahlt worden sei. Eine Erklärung, der die französischen Medien keinen Glauben schenkten. So schrieb die katholische Zeitung «La Croix» am Donnerstag: «Es ist sicher, dass ein Preis bezahlt werden musste, politisch, finanziell oder militärisch.»

(sda)