Erdbeben in Kalifornien

04. Juli 2019 21:17; Akt: 04.07.2019 23:14 Print

«Das Haus hat 40 Sekunden lang geknarrt»

Alles in seiner Wohnung rüttelte, das Wasser im Pool schwappte hin und her: Leser-Reporter Marc Berbet erzählt, wie er das Beben in Kalifornien erlebte.

Leser-Reporter Marc Berbet schickt ein Video aus Santa Monica. Er befand sich gerade dort, als die Erde bebte. (Video: Leser-Reporter)
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Der Schweizer Marc Berbet befand sich in Santa Monica, als die Erde in Kalifornien plötzlich zitterte. Berbet war erstaunt, «schliesslich war dies mein erstes Erdbeben», wie er zu 20 Minuten sagt.

«Ich war in meiner Wohnung und plötzlich hat alles richtig fest gerüttelt», so Berbet. Das Gefühl beschreibt er, «als wäre einem der Boden unter den Füssen genommen worden». Das Haus habe während 30 bis 40 Sekunden lang geknarrt. «In dieser Zeit war das Beben sehr, sehr deutlich zu spüren.»

Erde bebt, das Leben geht weiter

Berbet ging auf den Balkon und sah, wie das Wasser in seinem Pool hin und her schwappte. Im Inneren der Wohnung sei aber dann alles ruhig gewesen. «Es sind nicht einmal Dinge aus dem Gestell hinunter gefallen», sagt er.

In Santa Monica, 160 Kilometer südlich von Ridgecrest, wo das Beben am stärksten zu spüren gewesen war, ging das Leben danach normal weiter. «Es ist der 4. Juli, der Nationalfeiertag in den USA, und auf der Main Street gibt es eine Riesenfeier», erzählt Berbet. «Kein Mensch spricht mehr über das Beben.»

Dass das Erdbeben mit 6,4 eine doch sehr bedeutende Stärke auf der Richterskala erreicht hat, erfuhr der Schweizer erst, als er die Nachricht auf 20 Minuten las. Er sei überrascht gewesen, dass kein «Amber Alert» auf seinem Handy erschienen ist. «Normalerweise wird ein Alert bei jeder Gefahr geschickt, ob man will oder nicht. Aber diesmal kam gar nichts.»

In Bakersfield tönten die Sirenen

Der Schweizer Claude Buhler lebt seit 26 Jahren in West Florida. Ausgerechnet am Donnerstag befand er sich zu Besuch bei Freunden in Bakersfield, 180 Kilometer westlich von Ridgecrest entfernt. Gebebt habe es nicht allzu stark, dafür seien die Nachbeben sehr deutlich zu spüren gewesen. «Eine Stunde nach dem Beben kamen sie wie in Wellen», sagt Buhler zu 20 Minuten.

Anders als in Santa Monica hätten in Bakersfield die Sirenen während 10 Minuten ertönt. «Die Leute waren am Anfang sehr beunruhigt. Im Radio wurden sie vor den Nachbeben gewarnt.» Als später Experten und der Gouverneur selbst im Fernsehen auftraten, legte sich die Angst.

Dennoch ist bei Claude Buhler die Partystimmung vorbei. «Im Zentrum von Bakersfield werden die Steinbrocken von den Strassen geräumt, die Menschen wirken sehr bedrückt», sagt der Auslandschweizer. Normalerweise werden beim Nationalfeiertag schon am Nachmittag die ersten Raketen gezündet. «Heute nicht. Mir ist die Lust zum Feiern vergangen.»

Erdbeben der Stärke 6,4 erschüttert Kalifornien

(kle)