Türkei

24. Mai 2014 14:31; Akt: 24.05.2014 14:50 Print

Erdogan-Berater nach Tritten entlassen

Nach dem Grubenunglück in der Türkei ging der ehemalige Berater des Regierungschef Erdogan auf einen Demonstranten los, nun muss er gehen.

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Der Berater des türkischen Regierungschefs Recep Tayyip Erdogan, der nach dem Grubenunglück in Soma auf einen Demonstranten eingetreten hatte, ist entlassen worden. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag berichtete, wurde Yusuf Yerkel bereits am Mittwoch gefeuert.

Yerkel hatte bei einem Besuch in Soma vor anderthalb Wochen mehrfach auf einen am Boden liegenden Mann eingetreten, der von Polizisten festgehalten wurde. Ein Foto von dem Vorfall sorgte international für Empörung.

Keine Entschuldigung

Yerkel bedauerte später, dass er wegen zahlreicher «Provokationen, Beleidigungen und Angriffe» ausser sich geraten sei. Für die Attacke selbst entschuldigte er sich nicht. Nach dem Vorfall war Yerkel sieben Tage krank geschrieben, weil er sich bei den Tritten angeblich selbst am Bein verletzt hatte.

Seit dem verheerenden Bergwerksunglück in Soma mit mehr als 300 Toten gibt es in der Türkei heftige Proteste, die sich auch gegen Erdogan und seine konservativ-islamische Regierung richten. Die Demonstranten werfen ihr eine Mitverantwortung an dem Unglück vor.

Kritik gab es auch an Erdogans Umgang mit der Katastrophe. Bei einem Besuch am Unglücksort hatte er Bergwerksunglücke als unvermeidlich dargestellt. Auch Erdogan selbst soll Betroffene tätlich angegriffen haben, womit er weiteren Unmut provozierte.

(sda)