Türkei

16. Dezember 2019 02:01; Akt: 16.12.2019 13:33 Print

Erdogan will US-Stützpunkte schliessen

Sollten die USA Sanktionen gegen sein Land in Kraft setzen, werde man die entsprechende Antwort geben, sagte der türkische Präsident Erdogan.

storybild

Ankara droht Washington: Ein Frachtflugzeug der US-Airforce auf der türkischen Luftwaffenbasis Incirlik. (Archivbild) (Bild: Keystone/Vadim Ghirda)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hält angesichts der Spannungen zwischen Washington und Ankara auch eine Schliessung von zwei Stützpunkten für die USA für möglich.

«Wenn erforderlich» könne man die von den USA genutzte Luftwaffenbasis Incirlik und die US-Radarstation Kürecik in der Provinz Malatya schliessen, sagte Erdogan am Sonntagabend in einem Interview mit dem Sender A Haber. Insbesondere wenn «Massnahmen wie Sanktionen» gegen die Türkei in Kraft treten sollten, werde man die entsprechende Antwort geben, sagte Erdogan.

Vergangene Woche hatte der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu bereits angedeutet, dass die Türkei im Fall von US-Sanktionen den USA den Zugang zu Incirlik und Kürecik verwehren könnte.

Russisches Abwehrsystem gekauft

US-Senatoren fordern Sanktionen gegen die Türkei, weil diese im Sommer das russische Raketenabwehrsystem S-400 gekauft hatte. Die US-Regierung befürchtet unter anderem, dass Russland über das empfindliche Radar des Waffensystems an Daten über die Fähigkeiten des US-Kampfjets F-35 gelangen könnte.

Ankara war Partner beim Bau des Kampfjets und wollte zahlreiche Flugzeuge kaufen. Wegen des Rüstungsdeals mit Moskau haben die USA die Türkei aus dem F-35-Programm ausgeschlossen. Harte Sanktionen blieben bislang aber aus.

US-Kongress anerkennt Völkermord

Das Verhältnis zwischen den Nato-Partnern ist auch angespannt, weil nach dem Repräsentantenhaus auch der US-Senat die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich als Völkermord anerkannt hat. Eine entsprechende Resolution war am Donnerstag verabschiedet worden. Die Türkei protestierte scharf. Erdogan sagte am Sonntag, es handle sich um eine politische Entscheidung, die inakzeptabel sei.

Während des Ersten Weltkriegs waren Armenier systematisch verfolgt und unter anderem auf Todesmärsche in die syrische Wüste geschickt worden. Historiker sprechen von Hunderttausenden bis zu 1,5 Millionen Opfern. Die Türkei als Nachfolgerin des Osmanischen Reiches gesteht den Tod von 300'000 bis 500'000 Armeniern während des Ersten Weltkrieges ein und bedauert die Massaker. Eine Einstufung als Völkermord weist sie jedoch strikt zurück.

(chk/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fred am 16.12.2019 03:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abgang aus der Türkei, wenn möglich schon morgen

    wann endlich begreift die Welt, dass es mit Erdogans, Trumps, Putins etc etc nichts zu verhandeln gibt. soll der Erdogan drohen solange er will. schliesst alle Stützpunkte in der Türkei und der ganzen Region. der soll selber schauen wie er sein Land verteidigt und vorallem, dreht ihm den Geldhahn zu. die amis wissen ja sehr gut wie das geht!

    einklappen einklappen
  • Antonio Giovenni am 16.12.2019 06:53 Report Diesen Beitrag melden

    Erdogan hin oder her

    dennoch muss ich Ihm in diesem Fall recht geben. Es wird Zeit dass den USA gezeigt wird, irgendwann ist Schluss mit Ihrem Sanktions und Erpressungswahnsinn und das gilt für die ganze Welt. Ein Land diktiert der ganzen Welt wer was mit wem Handel betreiben darf.

    einklappen einklappen
  • Micky am 16.12.2019 04:37 Report Diesen Beitrag melden

    Recht hat Er

    Mann kann halten von Erdogan was immer man will, Er hat aber recht gehandelt, warum soll Ich als Eigenständiges Land nicht die besten Waffen Systeme Kaufen? Nur Vasallen vom Ami kaufen ihre Waffen beim Ami, da zu gehört die Schweiz auch, wenn Ich Unabhängig bin Kaufe Ich dort wo das Preis Leistung Verhältnis das Beste ist also Kaufe ich S-400 und den SU-57 oder SU-35 was einiges Besser ist als der F-35, Wenn ich mal nach lese was da die US Streitkräfte an der Mängelliste von über 100 punkten hervor heben und die bis heute nicht behoben wurde.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Soraya am 20.12.2019 04:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beispiel nehmen

    Ganz Europa sollten das ebenfalls tun.

  • Realität am 17.12.2019 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Schlauer Erdi, Kriegstreiber und

    Terroristen sollten von ALLEN boykottiert und vertrieben werden. Türkei wird mir immer sympathischer. Danke für den ersten mutigen Schritt!

  • Demokrat am 17.12.2019 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Diktatur

    das ist Machtdemonstration, ob Erdogan, Putin oder Tramp das spielt keine Rolle das ist Diktatur pur.

  • give them back am 16.12.2019 20:58 Report Diesen Beitrag melden

    die Türken

    sollen entweder den F35 oder das Russische Abwehrsystem haben. Wenn sie beides wollen dann verstehe ich die USA nur zu gut, dass diese die F35 zurückwollen. Macht völlig sinn. Dass die USA eine 200 Milliarden Dollar Investition schützen will, sollte auch einem Türken-Herrscher klar sein können. Wenn nicht, dann ist er einfach nur unfähig oder frech. So geht man nicht mit Partnern um. Womöglich wäre es wirklich an der Zeit, dass die USA sich von einer Türkei zurückzieht, die sich so anstellt. Die Türkei würde nämlich - wäre es umgekehrt - haargenau exakt dasselbe tun. Keine Frage.

    • Serdi Bozkurt am 16.12.2019 22:15 Report Diesen Beitrag melden

      Sie Sorry aber eeeehh..

      Sie vergessen,, dass die Türkei am F35 Programm Teil ist. Es werden Teile, für die F35 in der Türkei hergestellt! Wo Leben Sie? Mit einem gebe ich Ihnen recht, so geht man nicht mit Partnern um! Und das wissen die amis. Das können Sie nur mit eu Staaten. oder sonst paar baananen Republiken. finde selber raus welche das sind..

    • Marcel F. am 17.12.2019 09:45 Report Diesen Beitrag melden

      Patriot

      Die Türken wollten ja das Patriot Flugabwehrraketen-System kaufen.Aber die Amis verweigerten dies. Und nur darum kaufte Erdogan die S-400. Wer ist jetzt der schlechtere Partner?

    • Ersin am 19.12.2019 22:42 Report Diesen Beitrag melden

      Falsche Einstellung

      Das wollte ich auch gerade schreiben bevor ich deinen Kommentar gelesen habe. Die Türkei ist wunderbar sowie die Menschen leider wird sie immer schlecht gemacht. Ich weiss nicht ab es mit der Vergangenheit etwas zu tun hat aber im Westen wird meistens immer verlangt und meistens nicht das gegeben was abgemacht wurde. Ich finde mit der Türkei sollte man Ehrlich werden und klar gemeinsam Wege gehen. Manchmal kommt es mir vor das die Türken mehr Demokratischer sind, wenn man sieht wieviel das Wählen gehen.

    einklappen einklappen
  • B. Kerzenmacher am 16.12.2019 19:00 Report Diesen Beitrag melden

    Türkei

    Es wird immer schwieriger hinter den ganzen politischen Debakeln noch erkennen zu können, welche Androhungen von R. Erdogan selbst kommen oder bereits gesteuert sind. R. Erdogan dürfte inzwischen klar sein, dass er weder in der EU, noch in der NATO genug Rückhalt für seine Eskapaden hat, aber er weiss auch, dass er V. Putin einen Gefallen tun würde, wenn er die USA rauswirft.

    • Serdi Bozkurt am 16.12.2019 19:28 Report Diesen Beitrag melden

      Braucht er nicht.

      @Boris.Kerzenmacher. Er hat den Rückhalt der Türkei!! Und dass ist mehr als eu, und nato jemals zusammen sein werden.

    • B. Kerzenmacher am 16.12.2019 19:31 Report Diesen Beitrag melden

      Teil Zwei

      Da R. Erdogan von den Gaslieferungen durch Russland abhängig ist und ihm finanziell das Wasser bis zu Hals steht, so dass er auf V. Putin angewiesen ist, könnte es durchaus möglich sein, dass R. Erdogan sich eher an die Russen anbiedert, als weiterhin mit der EU und der NATO zu spielen. Wenn man die ganzen Vorkommnisse der letzten zwei bis drei Wochen in der Weltpolitik sieht, kann man nach und nach zu dem Glauben kommen, dass sich hier ein weltweiter Systemkonflikt abzeichnet.

    • Yaktriber am 17.12.2019 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @B. Kerzenmacher

      Dieser Konflikt bahnt sich nicht erst seit 2-3 Wochen an... eher 5-6 Jahren! Und noch etwas an die Türken: Ein Grossteil von Euch glaubt tatsächlich dass Ihr etwas besseres seit als der Rest der Welt. Das Einzige warum aber die Türkei für die USA, Nato, Russen interessant ist, ist ihre geopolitische Lage. Für die Menschen selber in der Türkei interessiert sich niemand von diesen Länder /Nato. Ihr seit nicht wichtig, nur die geografische Lage ist interessant. Ihr dürft Euch aber gerne weiterhin als Krone der Schöpfung ansehen. Mit der Realität hat das aber wenig zu tun.

    • Yehudam Ben David am 18.12.2019 08:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Yaktriber

      Bravo! So ist das!

    • Thomas am 18.12.2019 12:08 Report Diesen Beitrag melden

      @Yehudam Ben David

      Ah da meldet sich auch einer von dem erfunden Volk. Hop ab nach Ägypten, Sand Schaufeln.

    einklappen einklappen