Germanwings-Absturz

27. März 2015 11:08; Akt: 30.03.2015 21:11 Print

Ermittler haben bisher 600 Leichenteile gesichert

Die Bergungsarbeiten an der schwer zugänglichen Absturzstelle gehen nur langsam voran. Bisher wurde kein einziger vollständiger Körper entdeckt.

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Am 24. März 2015 stürzte eine Germanwings-Maschine in den französischen Alpen ab. 150 Personen kamen ums Leben. Der Pilot Andreas Lubitz hatte das Flugzeug absichtlich abstürzen lassen. Der Pilot hatten den Airbus 320 vor dem Crahs absichtlich beschleunigt. Der Flugdatenschreiber bestätigt: Der Co-Pilot der zerschellten Germanwings-Maschine hat das Flugzeug in den Minuten vor dem Absturz mehrfach beschleunigt. Die Suche nach dem zweiten Flugschreiber stand lange im Fokus der Rettungsarbeiten. Die zweite Blackbox sollte wichtige Erkenntnisse liefern. Trümmerfeld in den französischen Alpen. Die Bergungsarbeiten in dem unwegsamen Gelände gestalten sich schwierig. Die Suche nach den Opfern des Absturzes läuft auf Hochtouren. Das steile Gelände erschwert die Arbeit. Überall liegen Gegenstände der Opfer. Rettungskräfte bergen die Opfer des Flugzeugabsturzes in den französischen Alpen. Das Bergen der Germanwings-Opfer belastet die Rettungskräfte sehr. Die Arbeit ist physisch und psychisch schwierig. Daher werden nur erfahrene Leute eingesetzt. Trümmerteil mit der deutschen Flagge. Ein Helikopter überfliegt das Trümmerfeld. Angehörige der Opfer treffen am 26. März mit Bussen in der südfranzösischen Gemeinde Seyne-les-Alpes nahe des Absturzortes ein. Vor Ort fand eine erste Gedenkfeier und Kranzniederlegung statt. Die Rettungskräfte halten die Flaggen der Länder, aus denen die Opfer stammen. Ungefähr zeitgleich durchsuchten Ermittler am Donnerstag, 26. März, die Wohnung von Lubitz. Er soll in einer Wohnung in Düsseldorf gewohnt haben. «In unseren schlimmsten Albträumen hätten wir uns nicht vorstellen können, dass sich so eine Tragödie in unserem Konzern ereignen könnte», sagte Lufthansa-CEO Carsten Spohr an einer Pressekonferenz. Die französische Staatsanwaltschaft informierte über die Absturzursache: Ein Unfall wird ausgeschlossen. Der Co-Pilot war während des Sinkfluges bei Bewusstsein und antwortete bewusst nicht auf sämtliche Kontaktversuche. Die Trümmer des Airbus sind über vier Hektaren verteilt. Einige Schüler haben sich vor dem Joseph-König-Gymnasium im deutschen Haltern versammelt. Der Chef der französischen Luftfahrtbehörde, Rémi Jouty, sagte an einer Pressekonferenz, dass aus der gefundenen Blackbox brauchbare Audiodateien extrahiert werden konnten. Nun müssen sie noch analysiert werden. Die Bergungskräfte sind in dem unwegsamen Gelände am Absturzort des Germanwings-Fluges angekommen. Die Maschine ist in viele einzelne Teile zerborsten, was die Bergung erheblich erschwert. Die Wrackteile sind überall verstreut. Mehrere Helikopter machten sich am Mittwoch auf den Weg zur schwer zugänglichen Unglücksstelle. Im Alpenort Seyne sind Helfer und Journalisten vor Ort. Eine der beiden Blackboxes des abgestürztes A320. Der am Dienstag geborgene Stimmrekorder wurde nach Paris zur französischen Luftfahrtermittlungsbehörde BEA gebracht. Die Germanwings-Maschine ist beim Absturz in sehr kleine Teile zerbrochen. Die Toten sollen nicht mehr am Mittwoch geborgen werden, im Vordergrund steht die Suche nach der zweiten Blackbox, dem Flugdatenschreiber. «Das Einzige, was ich sagen kann, ist, dass dieser schnelle Höhenverlust des Flugzeugs für den Augenblick unerklärt bleibt», sagte Brice Robin, Staatsanwalt von Marseille. Am Joseph-König-Gymnasium in Haltern ist der Schock riesig. Zahlreiche Kerzen wurden vor der Schule niedergelegt. Ulrich Wessel, der Rektor des Gymnasiums, gab am Mittwoch eine Pressekonferenz: «Eine fröhliche Fahrt endete in einer Tragödie.» Ein Kondolenzbuch liegt im Berliner Dom aus. Die Fahnen sind bei Lufthansa und Germanwings auf Halbmast. Um 10.53 Uhr legten die Airlines eine Schweigeminute für die Opfer ein. Ein Bild der Absturzstelle zeigt die Trümmer des Airbus. Überall liegen Trümmerteile. Das Flugzeug ist im Gebirge zerschellt. «Entsetzliche Bilder in dieser Berglandschaft. Es bleibt nichts ausser Trümmern und Leichen», twittert Christophe Castaner, Abgeordneter der Region Alpes-de-Haute-Provence. Helikopter überfliegen die Unglücksstelle. Die Absturzstelle liegt an einer schwer zugänglichen Stelle im L'Estrop-Massiv. 144 Passagiere und sechs Crewmitglieder waren an Bord der abgestürzten Maschine der Germanwings. Es gibt keine Überlebenden. Die Maschine war in Barcelona gestartet und auf dem Weg nach Düsseldorf. Die Retter werden abgeseilt. Die Einsatzkräfte versammeln sich nahe der Absturzstelle in Seyne-les-Alpes. Insgesamt sind Hunderte Personen aufgeboten. Es handelt sich um Helikopter der französischen Luftwaffe und der Zivilschutzdienste. Auch Mitglieder der Gendarmerie sind vor Ort. Die Leichen der Opfer sollen vorläufig in einer Sporthalle in Seyne-les-Alpes aufbewahrt werden. Es könne einige Zeit dauern, bis die Rettungskräfte an der Unglücksstelle ankämen, heisst es in französischen Medien. Teenager versammeln sich vor dem Joseph-König-Gymnasium in Haltern am See, wo die Opfer zur Schule gingen. 16 Schüler und zwei Lehrer waren an Bord der Unglücksmaschine. Die Unglücksmaschine soll in kurzer Zeit sehr viel Höhe verloren haben, die Piloten hätten kein Notsignal abgegeben, melden französische Medien. Einsatzkräfte in der Nähe des Absturzortes. Die Absturzstelle befindet sich an einer schwer zugänglichen Stelle. Ein Leser hat das Unglücksflugzeug bei einem Anflug auf Zürich fotografiert. Der französische Präsident François Hollande begrüsst das spanische Königspaar. König Felipe und Königin Letizia befanden sich zum Absturzzeitpunk bereits in Frankreich auf einem Staatsbesuch. Spanier und Deutsche befanden sich an Bord des Flugzeugs. Eine Angehörige wartete in Düsseldorf auf die verunglückte Maschine aus Düsseldorf. Die Angehörigen werden von Flughafenmitarbeitern betreut. Ein Care-Team betreut die wartenden Angehörige am Flughafen Düsseldorf. Anzeigetafel am Flughafen Düsseldorf. «Unsere Gedanken sind jetzt bei allen Angehörigen und Freunden unserer Passagiere und Crew», sagt Carsten Spohr, CEO der Lufthansa. Bei der Unglücksmaschine handelt es sich um diesen Airbus A320 der Fluggesellschaft Germanwings - hier zu sehen bei einem Anflug auf Zürich, fotografiert von Leser Stefan Siegenthaler. Die Unglücksstelle liegt im Süden Frankreichs.

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Der mutmasslich für den Absturz der Germanwings-Maschine verantwortliche Kopilot ist am Unglückstag krankgeschrieben gewesen. Die Staatsanwaltschaft in Düsseldorf teilte am Freitag mit, vieles deute darauf hin, dass der 27-Jährige eine Erkrankung seinem Arbeitgeber und seinen Kollegen verschwiegen habe. Darauf deuteten beschlagnahmte medizinische Unterlagen hin. Zudem sei eine zerfetzte Krankschreibung für den Tag des Unglücks entdeckt worden.

Kein Abschiedsbrief

Ob die Krankheit körperlicher oder psychischer Natur war, blieb unklar. Das Universitätsklinikum in Düsseldorf bestätigte, dass der Kopilot in den vergangenen zwei Monaten dort in Behandlung war. Einzelheiten wollte das Krankenhaus nicht nennen, es dementierte aber Medienberichte, wonach der junge Mann dort wegen Depressionen behandelt wurde.

Bei der Durchsuchung der Wohnung des Kopiloten in Düsseldorf und des Hauses seiner Eltern in Montabaur seien weder ein Abschiedsbrief noch Hinweise auf irgendeine politische oder religiöse Motivation für seine Handlung gefunden worden, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Am Dienstag war das Flugzeug des deutschen Billigfliegers auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen zerschellt. Alle 150 Menschen an Bord starben, darunter 75 Deutsche.

Lücke in der Ausbildung

Die französische Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der zum Zeitpunkt des Absturzes allein im Cockpit sitzende 27-Jährige das Flugzeug absichtlich gezielt zum Absturz gebracht habe. Über seine Motive gab es aber keine gesicherten Informationen.

Der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr sagte, es gebe eine mehrere Monate lange Lücke bei der sechs Jahre dauernden Ausbildung des Kopiloten. Danach habe er alle medizinischen Tests durchlaufen und auch sein Flugtraining fortgesetzt.

Bei der US-Luftfahrtbehörde FAA erwarb Lubitz eine Privatpiloten-Lizenz. Die Angaben, dass dafür bei ihm auch psychische Probleme wie Psychosen, bipolare und Persönlichkeitsstörungen ausgeschlossen werden müssen, haben sich als falsch erwiesen.

Ein Arbeitskollege erzählt der «Bild»: «Als ich mit ihm flog, erzählte er von seiner Ausbildung und wie glücklich er sei. Er sagte, dass er bald Langstrecke fliegen und Kapitän werden wollte.» Lubitz habe das Flugzeug gut beherrscht, sagt Pilot Frank Woiton. «Deshalb habe ich ihn auch allein im Cockpit gelassen, um zur Toilette zu gehen.»

Zwei-Personen-Regel im Cockpit

Angesichts des Unglücks empfahl die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA am Freitag, dass auf Verkehrsflugzeugen verpflichtend immer zwei Personen im Cockpit sein müssten. Mehrere Airlines, wie etwa die Lufthansa und damit auch Tochter Germanwings, haben das bereits zugesagt.

Am Absturzort der Maschine in den französischen Alpen wurden mittlerweile 400 bis 600 Leichenteile geborgen. Es sei aber noch kein vollständiger Körper gefunden worden, teilte die Polizei mit.

Das geschah am Donnerstag:

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(sda)