Tatverdächtige 12 und 14 Jahre alt

07. Juli 2019 19:19; Akt: 14.07.2019 09:53 Print

5 Jugendliche vergewaltigen Frau (18)

Fünf Jugendliche sollen eine junge Frau (18) in Mülheim an der Ruhr vergewaltigt haben. Dabei wandten sie «massive Gewalt» an, wie ein Polizeisprecher sagt.

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Entsetzen im Ruhrgebiet: Nach der Vergewaltigung einer jungen Frau ermittelt die Polizei in Mülheim an der Ruhr gegen fünf Kinder und Jugendliche im Alter von nur 12 bis 14 Jahren.

Mitglieder der Gruppe sollen die junge Erwachsene am späten Freitagabend von der Strasse weg in ein Grüngelände gezerrt und missbraucht haben. «Es war Gewalt im Spiel, massive Gewalt», sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Das Opfer sei verletzt ins Spital gekommen und werde betreut, berichteten die Ermittler.

«Dringend tatverdächtig»

Die zwei 12-jährigen Kinder wurden in Anwesenheit der Eltern von der Polizei angehört und danach noch am Freitagabend ihren Eltern übergeben. Die drei 14-Jährigen mussten die Nacht in der Zelle verbringen und wurden offiziell vernommen. Sie kamen im Laufe des Samstags zurück zu ihren Familien.

Ermittelt wird wegen eines «schweren Sexualdeliktes» – das gilt laut Gesetz, wenn der Beischlaf vollzogen oder die Tat gemeinschaftlich begangen wurde. Alle Verdächtigen haben die bulgarische Nationalität. Sie gelten laut Polizei als «dringend tatverdächtig». Die jeweilige Rolle bei dem Verbrechen ist noch Gegenstand der Ermittlungen.

Für sexuelle Übergriffe in besonders schweren Fällen beziehungsweise Vergewaltigungen liegt das Strafmass bei nicht unter zwei Jahren. Kinder gelten vor ihrem 14. Geburtstag in Deutschland als strafunmündig und können nicht vor Gericht gestellt werden.

Anwohner erwischten Täter

Anwohner in Mülheim waren am Freitagabend gegen 22.15 Uhr aufmerksam geworden, weil ihr Hund unruhig wurde, berichtete die Polizei. Sie hätten im Grünen hinter ihrem Garten die junge Frau und zwei männliche Personen entdeckt und die Polizei verständigt.

Die beiden Verdächtigen seien über einen parallel verlaufenden Radweg geflohen, die Frau blieb zurück. Die Anwohner riefen die Polizei und kümmerten sich um das Opfer.

Nach einer Fahndung habe die Polizei die Gruppe gestellt. Der Verdacht gegen die Kinder und Jugendlichen habe sich dabei «verdichtet», heisst es in der Mitteilung. Weitere Details gab es von der Polizei zunächst nicht. Aus Gründen des Opferschutzes wurden auch keine näheren Informationen zum Gesundheitszustand der jungen Frau genannt.

Mehrere ähnliche Fälle

Der Fall erinnert an ähnliche Verbrechen mit sexuellen Übergriffen in Gruppen. Vor gut einem Jahr überfielen acht Jugendliche ein 13-jähriges Mädchen in Velbert bei Wuppertal. Sie wurden später wegen Gruppenvergewaltigung verurteilt und erhielten hohe Einzelstrafen von bis zu vier Jahren und neun Monaten. Alle Jugendlichen stammten aus Bulgarien.

In Freiburg läuft ein Verfahren gegen elf Männer zwischen 18 und 30 Jahren, die meisten von ihnen sind Flüchtlinge. Sie sollen Mitte Oktober vergangenen Jahres eine 18-Jährige nach einem Discobesuch in einem Gebüsch vor der Diskothek vergewaltigt haben.

Gruppenvergewaltigungen sind laut polizeilicher Kriminalstatistik ein gar nicht so seltenes Phänomen. Allein 2017 ermittelten die Behörden gegen 467 Verdächtige.

Mehr als ein Drittel waren Jugendliche oder Heranwachsende unter 21 Jahren, meist männlich. Fachleute sehen bei Gruppenvergewaltigungen eine gefährliche Kombination von Sexualität, Machtdemonstration und Gruppendynamik.

(sda)