Unruhen

26. Januar 2011 17:48; Akt: 26.01.2011 22:31 Print

Erneut Tote bei Protesten in Ägypten

Bei den andauernden Protesten in Ägypten hat es am Mittwoch erneut zwei Tote gegeben. Ein Demonstrant und ein Polizist wurden bei Zusammenstössen im Zentrum der Hauptstadt Kairo getötet.

Am Dienstag arteten die Proteste in Ägypten aus. Zwei Demonstranten und ein Polizist wurden getötet. (Video: APTNvideo)
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Damit steigt die Gesamtzahl der Toten bei den seit zwei Tagen andauernden Protesten gegen die Regierung auf sechs. Der Polizist und der Demonstrant wurden den Angaben zufolge von Steinen tödlich getroffen, die von beiden Seiten geworfen wurden. Die Zahl der Festgenommenen gaben am Mittwoch ägyptische Sicherheitskreise bekannt. Allein knapp 600 Demonstranten wurden den Angaben zufolge in Kairo verhaftet. Nicht allen Demonstranten drohe eine strafrechtliche Verfolgung, einige würden nach Befragung durch die Polizei wieder auf freien Fuss gesetzt, hiess es.

Tausende zusätzliche Beamten bewachen in Kairo weiter die Brücken über den Nil, grosse Strassenkreuzungen und Plätze, das Gebäude des staatlichen Fernsehens und den Sitz der regierenden Nationaldemokratischen Partei. Das Innenministerium erklärte in einer Stellungnahme, die Polizei werde keine Versammlungen, Märsche oder Proteste tolerieren. Offenbar wurden die Sicherheitskräfte angewiesen, bei ersten Anzeichen neuer Proteste umgehend Gewalt anzuwenden.

Auf die inhaltlichen Forderungen der Demonstranten, die verschiedenen politischen Gruppierungen angehören, ging die Regierung nicht ein. Die Demonstranten hatten höhere Löhne und Meinungsfreiheit gefordert. Sie protestierten gegen die in den Behörden weit verbreitete Korruption. Einige von ihnen forderten auch den Rücktritt von Präsident Husni Mubarak.

Eine pro-demokratische Jugendbewegung rief für Mittwoch zu weiteren Protesten auf. Die oppositionelle Bewegung, die bereits zu den regierungskritischen Protesten vom Dienstag aufgerufen hatte, forderte auf ihrer Seite im Online-Netzwerk Facebook die Ägypter auf, sich auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo zu versammeln. Die Demonstranten müssten den Platz «erneut erobern».

Vier Personen gestorben

Die Polizisten hatten nach Mitternacht den Befehl erhalten, rund 10'000 Demonstranten zu vertreiben, die sich auf dem zentralen Tahrir-Platz versammelt hatten. Dabei setzten sie unter anderem Tränengas und Wasserwerfer ein.

Während der Proteste am Dienstag wurden bis zu 200 Demonstranten festgenommen. Aus Polizeikreisen verlautete am Mittwoch, die Zahl der Festnahmen werde wohl noch steigen, wenn die Beamten die Videoaufnahmen der Protestaktionen in Kairo ausgewertet hätten. Bei den Protesten waren zwei Demonstranten und ein Polizist getötet worden. Ein dritter Demonstrant erlag am Mittwoch seinen Verletzungen.

(sda/ap)