27. April 2005 12:40; Akt: 27.04.2005 12:45 Print

Erste Generalaudienz von Benedikt XVI.

Vor rund 15 000 Menschen auf dem Petersplatz hat Papst Benedikt XVI. seine erste Generalaudienz gehalten.

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Insgesamt grüsste der Pontifex die Anwesenden in acht Sprachen, darunter Deutsch, Spanisch und Polnisch.

In seiner Ansprache ging er noch einmal auf die Wahl seines Namens ein: «Ich habe mich Benedikt XVI. genannt, um mich an das Pontifikat des mutigen Friedens-Papstes Benedikt XV. anzulehnen», sagte das neue Oberhaupt der katholischen Kirche.

«In den Spuren von Benedikt XV. will ich mich in den Dienst der Wiedervereinigung und der Harmonie unter den Menschen und den Völkern stellen. Ich bin fest davon überzeugt, dass der Frieden ein fragiles und wertvolles Geschenk ist, das Tag für Tag beschützt und mit Hilfe aller Menschen aufgebaut werden muss», fügte Joseph Ratzinger hinzu.

«Gemischte Gefühle»

Weiter erklärte er, er habe die Überraschung über seine Wahl noch nicht überwunden. «Ich empfinde gemischte Gefühle: Wunder und Dankbarkeit für Gott, der in erster Linie mich überrascht hat, indem er mich zum Nachfolger des Apostels Petrus gerufen hat, aber auch inneres Bangen vor der Grösse der Aufgabe und der Verantwortung, die mir anvertraut wurde», sagte der Papst.

Er habe jedoch die Gewissheit, dass ihm Gott und sein ganzes Volk nahe seien. Er bat erneut um Gebete der Gläubigen. In seiner Ansprache sagte Benedikt XVI weiter, dass er bei der traditionellen Mittwochs-Audienz «nach dem Beispiel meines Vorgängers Johannes Paul II. (...) den Kommentar der Psalmen des Alten Testaments fortsetzen» werde.

«Grüss Gott» für die deutschen Pilger

Immer wieder spendeten die Menschen dem neuen Pontifex Beifall, viele schwenkten ihre Landesfahnen. Unter ihnen befanden zirka 1000 Deutsche. Seine Landsleute begrüsste Benedikt XVI. mit einem «Grüss Gott». Seine Rede hielt er aber auf Italienisch; sie wurde dann in mehrere Sprachen übersetzt.

Auch einige Brautpaare waren unter der Zuhörern sowie 200 Moslems, die zu einem Treffen mit der Fokulargemeinschaft nach Rom gekommen waren. Vor Beginn der Audienz war der Papst bei strahlendem Sonnenschein zehn Minuten lang im Papamobil über den Petersplatz gefahren und hatte sich den Gläubigen gezeigt.

Es war die erste Generalaudienz seit dem 26. Januar. Johannes Paul II. hatte sich zwar auch im Februar und März noch mehrmals kurz den Gläubigen bei der Generalaudienz am Fenster gezeigt, jedoch konnte er nicht mehr sprechen.


(sda)