Seit 1971 verheiratet

08. März 2019 08:26; Akt: 08.03.2019 08:29 Print

Erste in USA geschlossene Homo-Ehe anerkannt

Jahrelang kämpften Michael und Jack McConnell um ihre 1971 geschlossene Ehe. Nun erhalten sie die Rentenansprüche für Verheiratete.

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In den USA wurde die erste Homo-Ehe, die 1971 abgeschlossen wurde, vollständig annerkannt . Die Sozialversicherungsbehörden bestätigten demnach, dass die beiden 77-Jährigen seit Kurzem die Rentenansprüche eines seit 48 Jahren verheiraten Paares haben. Die «Ehe für alle» soll die Ehe für Homosexuelle öffnen. Die entsprechende parlamentarische Initiative wurde bereits im Dezember 2013 von der grünliberalen Fraktion eingereicht. Seither steckt sie im Parlament fest.(Symbolbild) Der Zugang zur Fortpflanzungsmedizin soll homosexuellen Paaren vorerst verwehrt bleiben. So sieht es der Vorentwurf der parlamentarischen Initiative vor. Im Juli 2018 hatte die Rechtskommission des Nationalrats entschieden, dass eine schrittweise Umsetzung der «Ehe für alle» eher eine Mehrheit im Parlament finden würde. LGBTI-Organisationen und linke Politiker sind damit nicht einverstanden und fordern die vollständige Öffnung der Ehe in einem einzigen Schritt. Diese würde den Zugang zur künstlichen Befruchtung gewähren und auch die Hinterlassenenrente regeln. Ein gleichgeschlechtliches Brautpaar, Nalini (l.) und Alexia, protestiert im Schwimmbad Marzili in voller Brautmontur mit der Aktion «Die Schweiz wartet» dagegen, dass es mit der «Ehe für alle» in der Schweiz nur so langsam vorwärts geht. Heutzutage ist es gleichgeschlechtlichen Partnern nicht möglich, im klassischen Sinn zu heiraten. Sie können ihre Partnerschaft auf dem Zivilstandsamt «eintragen» lassen. Im Gegensatz zur Heirat ermöglicht die eingetragene Partnerschaft aber keine erleichterten Einbürgerungen für den ausländischen Partner. Auch ist dem gleichgeschlechtlichen Paar die Adoption oder die künstliche Befruchtung untersagt. Die Rechtskommission hatte im Juli 2018 entschieden, dass die Umsetzung der «Ehe für alle» auf Gesetzesstufe angegangen werden könne und keiner Verfassungsänderung bedürfe. Damit kommt es zu keinem obligatorischen Referendum. Es ist aber nicht auszuschliessen, dass die Gegner der «Ehe für alle» ein fakultatives Referendum ergreifen werden und die Angelegenheit so doch noch vor dem Volk landen wird. Wann eine mögliche Volksabstimmung stattfinden würde, lässt sich noch nicht sagen.

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Nach jahrzehntelangem juristischen Streit ist die erste in den USA geschlossene Homo-Ehe vollständig anerkannt worden. NBC News berichtete am Donnerstag, Michael und Jack McConnell hätten Rentenansprüche für seit langer Zeit verheiratete Paare bewilligt bekommen.

Die Sozialversicherungsbehörden bestätigten demnach, dass die beiden 77-Jährigen seit Kurzem die Rentenansprüche eines seit 48 Jahren verheiraten Paares haben.
Die Ehe der beiden Männer gilt als die erste offiziell geschlossene Homo-Ehe in den USA - und möglicherweise sogar weltweit.

Michael McConnell und Jack Baker, der später den Nachnamen seines Partners annahm, hatten 1971 eine Gesetzeslücke im Bundesstaat Minnesota genutzt, um zu heiraten. Eine Hochzeit zwischen zwei Menschen desselben Geschlechts war dort damals nicht explizit untersagt.

Ehe-Bestätigung ohne formelle Registrierung

Ausserdem trickste das Paar ein wenig: Jack Baker änderte seinen Vornamen in «Pat Lyn», was sich nicht eindeutig einem Geschlecht zuordnen lässt. Michael McConnell verschwieg dem zuständigen Verwaltungsbeamten, dass es sich bei seinem Partner um einen Mann handelt.

Das schwule Paar erhielt zwar eine Ehe-Bestätigung - die Behörden weigerten sich dann aber, die Ehe formell zu registrieren, als sie herausfanden, dass sie es mit zwei Männern zu tun hatten.

Erst im vergangenen Jahr bestätigte ein Richter, dass die Ehe gültig ist. Das bedeutet, dass die beiden Männer nicht erneut heiraten mussten, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA die Homo-Ehe 2015 überall in den Vereinigten Staaten erlaubt hatte. Nun bekamen sie auch die Rentenansprüche für seit langem Verheiratete zugesprochen.

(fss/sda)