Flut in Australien

20. Januar 2011 09:44; Akt: 20.01.2011 10:15 Print

Erster Toter auch in New South Wales

Nach vielen Todesfällen in Queensland und Victoria haben die Fluten nun auch im Bundesstaat New South Wales Opfer gefordert. Die Lage bleibt angespannt.

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Das Wasser hat den Bundesstaat Victoria erreicht. Ein achtjähriger Junge ist am 18. Januar in einem Wasserloch verschwunden und wohl ertrunken. Bewohner des südlichen Bundesstaates Victoria füllen am 17. Januar Sandsäcke, um sich gegen die drohenden Wassermassen zu schützen. Diese Jungs scheinen ob der gewaltigen Wassermassen den Humor nicht verloren zu haben. Viele Häuser wurden völlig verwüstet. Am 14. Januar konnten in den ersten Quartieren von Brisbane die Aufräumarbeiten beginnen. Es wurde vor allem viel Schutt angeschwemmt, der jetzt weggeräumt werden muss. Bei den Aufräumarbeiten bleiben die Kleider nicht sauber. Die Wassermassen haben die unterschiedlichsten Gegenstände angeschwemmt, welche jetzt auf den Strassen liegen bleiben. Aus den Häusern muss das Wasser entfernt und der Boden geputzt werden. Freiwillige versuchen den Schlamm vom Boden zu wegzuwischen. Das Wasser geht langsam zurück – LKWs stehen aber noch immer bis zur Hälfte im Wasser. Und auch das Boot bleibt immer noch das beste Fortbewegungsmittel. Leichtes Aufatmen in Brisbane: Das Hochwasser hat am 13. Januar seinen Höchststand erreicht. Der Pegel blieb unter jenem der Flutkatastrophe von 1974. Am 12. Januar steigt der Pegel des Brisbane River unaufhörlich an. Die Regierung evakuiert Teile der Stadt und ruft die Bevölkerung auf zu flüchten. 20 000 Häuser sind vom Wasser bedroht. Brisbane unter Wasser: Die Grossstadt im Osten Australiens ist am 11. Januar von der Flut heimgesucht worden. Teile der Bevölkerung sind bereits evakuiert worden. Die Wasserpegel steigen immer weiter an. Gebäude stehen unter Wasser. Viele Menschen schauen sich das Natur-Spektakel aus der Nähe an. Am 10. Januar wird Toowoomba in der Nähe von Brisbane von den Fluten heimgesucht. Manchen bleibt nur das Zuschauen. Die Fluten strömen durch die Strassen und zerstören die Infrastruktur Toowoombas. Nachdem das Wasser abgezogen ist, bleiben Autos ineinandergekeilt. 6. Januar: Brad Carter (nicht im Bild), der Bürgermeister von Rockhampton, will «völlig unverantwortliche» Einwohner, die entgegen der Anweisung in ihren Häusern bleiben, nicht mehr mit Lebensmitteln versorgen. Die Gefahr für die Helfer sei wegen Schlangen und anderen gefährlichen Tieren zu gross. Im Bild eine Polizeipatrouille gegen Plünderer. Gary Russell (vorne) und seine Frau Robyn warten auf ihre Evakuation. Ein Mann will von seinem Boot aus in sein Auto einsteigen. Der Flughafen bleibt weiterhin überschwemmt. Der Scheitelpunkt war am 5. Januar aber erreicht (Satellitenbild der NASA). In Rockhampten regnete es noch einmal in der Nacht zum 6. Januar. Danach wurden keine weiteren Niederschläge erwartet. 3. Januar: Touristen werden in Darwin evakuiert. Fische und ... ... Schlangen tummeln sich im Hochwasser. Die Bevölkerung wird vor Gefahren im Wasser gewarnt. In Queensland bedeckten die von massiven Regenfällen ausgelösten Überschwemmungen mindestens eine Fläche von der Grösse Deutschlands und Frankreichs. Am 2. Januar 2011 mussten die Hauptzufahrtsstrassen aus Norden und Süden entlang der Ostküste gesperrt werden. Die Fluten setzten 22 Städte unter Wasser oder schnitten sie von der Aussenwelt ab. In der Innenstadt von Rockhampton trat der Fluss Fitzroy über die Ufer. Rund 40 Prozent der Stadt ist überflutet worden, 4000 Gebäude lagen in der unmittelbaren Gefahrenzone. Rund 200 000 Menschen flohen vor dem Hochwasser aus ihren Häusern. Der Finanzminister von Queensland, Andrew Fraser, sprach von einer «Katastrophe biblischen Ausmasses». Im Bundesstaat Queensland wurden rund 1000 Menschen in Notunterkünften untergebracht.

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Bei den verheerenden Überschwemmungen in Australien ist erstmals auch im südlichen Bundesstaat New South Wales ein Mensch ums Leben gekommen. Die Polizei fand am Donnerstag nach eigenen Angaben die Leiche eines seit etwa zwölf Stunden vermissten dreijährigen Jungen.

Mit dieser Entdeckung stieg die Zahl der landesweiten Todesopfer der Überflutungen auf über 30. In Lockyer Valley im besonders stark betroffenen nordöstlichen Bundesstaat Queensland wurden noch zwölf Menschen vermisst.

Angst vor Dammbruch

In der zuletzt von den Fluten bedrohten Ortschaft Kerang im Bundesstaat Victoria befürchten die australischen Behörden weiter einen Dammbruch. Die Bewohner des 2500-Einwohner-Ortes wurden bereits aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Es wurde nicht erwartet, dass der Pegel in den nächsten Tagen zurückgeht.

In einigen Gebieten steigt das Wasser weiter. So wurden am Donnerstag auch die Bewohner des Ortes Dimboola aufgefordert, die Region zu verlassen. Die Überschwemmungen in der Region sind laut den Behörden die schlimmsten seit mehr als 100 Jahren.

«Menschen haben nichts mehr»

Bis zu einer Erholung sei es noch lange, sagte die Ministerpräsidentin von Queensland, Anna Bligh, am Donnerstag der australischen Rundfunkgesellschaft Seven Network. Man arbeite sich Zentimeter für Zentimeter, Strasse für Strasse vor.

Die Menschen hätten nichts mehr, sagte Bligh. «Wir müssen die Häuser der Menschen wieder aufbauen und ihnen dabei helfen, ihr Leben wieder aufzubauen.»

Für die massiven Regenfälle in Australien wird in erster Linie das Klimaphänomen «La Niña» verantwortlich gemacht, das in bestimmten Regionen der Erde für eine natürliche Erwärmung und extreme Niederschläge sorgt.

(sda)