Projekt Eurodrohne

18. Mai 2015 16:42; Akt: 18.05.2015 16:42 Print

Europa will eigene Kampfdrohnen bauen

Deutschland, Frankreich und Italien wollen bis zum Jahr 2025 eine eigene Drohne entwickeln. Diese soll auch Waffen tragen können.

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Während die USA seit längerem bewaffnete Drohnen entwickeln, wollen auch europäische Länder in das Business einsteigen. (Bild: Keystone/AP/Ssgt Brian Ferguson)

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Die Verteidigungsminister der Länder Deutschland, Frankreich und Italien starteten das Prestigeprojekt am Montag in Brüssel mit der Unterzeichnung einer ersten Absichtserklärung.

«Ziel der Eurodrohne ist, dass wir europäisch selber entscheiden, was wir aufklären, wo wir die Eurodrohne einsetzen und wie wir die Eurodrohne einsetzen», sagte die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Es sei zudem wichtig, das entsprechende Fachwissen und die Spitzentechnologie in Europa zu haben.

Drohnen aus dem Ausland

Bisher müssen die Europäer Kampf- oder Aufklärungsdrohnen in den USA oder Israel einkaufen. In einer ersten Projektstufe soll nun bis Ende 2017 mit einer Studie geklärt werden, was die Drohne genau können soll.

Bisher gibt es nur vage Vorstellungen: Die Eurodrohne soll 5000 bis 15'000 Meter hoch fliegen, sich 24 Stunden oder sogar länger in der Luft halten und Waffen tragen können.

Die Kosten für die erste Studie werden auf rund 60 Millionen Euro geschätzt, die sich die drei Initiatoren teilen wollen. Länder wie Polen und Spanien haben nach Angaben des französischen Verteidigungsministers Jean-Yves Le Drian bereits signalisiert, dass sie sich später an dem Projekt beteiligen wollen.

Übergangslösung

Da die europäische Drohne voraussichtlich erst in zehn Jahren fertig sein wird, strebt von der Leyen eine Übergangslösung an. Zur Auswahl stehen die israelische «Heron TP» (Reiher) und eine amerikanische Drohne, die wahlweise «Predator B» (Raubtier) oder «Reaper» (Sensenmann) genannt wird.

Die deutsche Luftwaffe fordert seit vielen Jahren Kampfdrohnen. In Afghanistan hätten sie als Schutzschirm für deutsche Patrouillen dienen und Leben retten können, sagen die Generäle.

Kritiker meinen dagegen, dass die ferngesteuerten Flugzeuge die Hemmschwelle zum Waffeneinsatz senken, weil keine eigenen Soldaten gefährdet werden. Die gezielten Tötungen von Terrorverdächtigen durch US-Drohnen in Pakistan, Afghanistan, Somalia oder im Jemen sind völkerrechtlich höchst umstritten.

(cho/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • T* am 18.05.2015 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es regnet Deokratie...

    Dann lassen die Europäer auch Demokratie vom Himmel regnen :)

  • ZüriAndi am 18.05.2015 16:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eurodrohne

    Dann wird sie ja ca 2055 ausgeliefert wenn das so läuft wie beim A400 M oder NH90

  • Martin am 18.05.2015 16:47 Report Diesen Beitrag melden

    Umstrittene Einsätze?

    Dann baut eine Kamera mit einer besseren Auflösung ein! In HD für gestochen scharfe Bilder.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • beschähmter Deutscher am 19.05.2015 05:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geldvernichtungsmaschinerie

    Deutschland und Drohnenbau ... ? Das wird doch nichts. Haben sie schonmal probiert und dabei Milliarden in den Sand gesetzt.

    • kilian am 19.05.2015 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      probieren geht über studieren

      Klappt ja schon nicht mit autos, welche problemlos 10 jahre oder 200'000km laufen. Ihre selbstkritik erfrischt mich:)

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  • Eidgenosse 1977 am 18.05.2015 22:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Know-how von USA und Israel nutzen

    Die Europäer muessen unbedingt die Erfahrung von den Amerikanern und Israelis in Anspruch nehmen dann wird diese Drohne richtig gut, ansonsten kann man das Geld für die Entwicklung gleich verbrennen. Was die Waffen anbelangt das gleiche, dann kann man diese Drohne auch einsetzen wo es Sinn macht. Die Amerikaner und Israelis haben das Know-how, was den Europäern fehlt ist der Mut, im Bereich Waffen und Überwachung mit den Amerikanern und Israelis zusammenzuarbeiten, da sich gewisse Gruppen wieder wehren wuerden.

    • meine Rechte am 19.05.2015 17:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Überwachungsstaat?

      Und das ist auch gut so, dass wir uns dagegen wehren!

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  • Cap am 18.05.2015 22:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drohnen sind ja nicht schlecht

    Aber für die reine Erkundung. Schluss und endlich ist es immer noch eine Maschine. Denn ich glaube auch das dadurch die Hemmschwelle zum töten drastisch gesenkt wird. Und mal ganz ehrlich. Die Bilder die diese Maschinen übertragen sind gerade mal gut genug um zu sehen ob man auf einen Mensch oder einen Affen schießt!

  • blablub am 18.05.2015 21:21 Report Diesen Beitrag melden

    Fehlendes Fachwissen?

    Es gibt bereits mind 5 Rüstungsunternehmen in Europa, welche militärische Drohnen entwicklen und verkaufen. Ok, es sind bisher unbewaffnete UAV's trotzdem ist Aussage von der deutsche Verteidigungsministerin merkwürdig: "Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Es sei zudem wichtig, das entsprechende Fachwissen und die Spitzentechnologie in Europa zu haben". Naja egal, das Projekt wird scheitern, weil sich die beteiligten Länder wieder nicht auf eine gemeinsame Spezifikation einigen können oder die Politik irrsinnige unerfindliche Anforderung stellt die das Budget sprengen.

  • Fudrus am 18.05.2015 20:51 Report Diesen Beitrag melden

    Kamera

    Nur so nebenbei, all die Videos von den Kampfhandlungen, bei denen Kampfhubschrauber (AH-64 Apache) und bei den Drohnen zu sehen sind, sind extra unscharf für uns gemacht. Natürlich sehen die Piloten alles gestochen scharf.