Urteil

22. März 2011 09:18; Akt: 22.03.2011 09:51 Print

Ex-Präsident Katsav muss ins Gefängnis

Im Dezember war Israels ehemaliger Staatspräsident Mosche Katsav bereits wegen Vergewaltigung schuldig gesprochen worden. Heute wurde bekannt, wie viele Jahre er hinter Gitter muss.

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Mosche Katzav war 2007 von seinem Amt als Staatspräsident zurückgetreten, nachdem ihn Mitarbeiterinnen sexueller Übergriffe beschuldigt hatten. (Bild: Keystone)

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Der frühere israelische Präsident Mosche Katsav ist wegen Sexualverbrechen zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Tel Aviv verhängte zudem zwei Jahre auf Bewährung sowie eine Geldstrafe von umgerechnet rund 20'000 Euro gegen den 65-Jährigen.

Katsav war Ende Dezember der Vergewaltigung einer Mitarbeiterin in zwei Fällen, der sexuellen Belästigung in weiteren Fällen sowie der Behinderung der Justiz für schuldig befunden worden. Katsav ist der erste Präsident in der 62-jährigen Geschichte Israels, der vor Gericht stand und eine Gefängnisstrafe antreten muss.

In Tränen ausgebrochen

Zur Urteilsverkündung erschien Katsav in Begleitung seiner beiden Anwälte. Zahlreiche israelische Fernseh- und Radiosender übertrugen live, wie der Ex-Präsident vor dem Gericht eintraf. Nach der Urteilsverkündung brach Katsav in Tränen aus und rief: «Sie irren sich, das ist eine Lüge!»

Der Vorsitzende Richter George Kara bezeichnete den Ex-Präsident als Symbolfigur. Die Tatsache, dass Katsav die Straftaten während seiner Amtszeit verübt habe, sei ein Grund für eine härtere Bestrafung, sagte der Richter. Katsav drohten nach dem Gesetz bis zu 16 Jahre Haft.

Ex-Präsident beteuert seine Unschuld

In dem seit rund vier Jahren laufenden Verfahren waren ihm eine Reihe von Sexualvergehen gegen Mitarbeiterinnen während seiner Amtszeit als Tourismusminister und später als Präsident vorgeworfen worden. Wegen der Vorwürfe war Katsav im Jahr 2007 als Staatschef zurückgetreten, hatte aber seine Unschuld beteuert. In einem ersten Verfahren hatte er eine Anklage durch einen Kompromiss abgewendet.

Der Haftantritt soll jedoch mindestens einen Monat aufgeschoben werden. Katsav will das Urteil vor dem Obersten Gerichtshof in Jerusalem anfechten. Der Ex-Präsident beteuerte bis zuletzt seine Unschuld.

(ap)