Detonation in Atomanlage

29. November 2011 02:17; Akt: 29.11.2011 09:01 Print

Explosion in Isfahan wirft Fragen auf

In der iranischen Stadt Isfahan, wo sich eine Atomaufbereitungsanlage befindet, hat sich am Montag eine Detonation ereignet. Regierungsvertreter verstricken sich in widersprüchliche Aussagen.

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Zwei Wochen nach einer Explosion in der Nähe von Teheran, bei der ein hochrangiger Militärexperte mit Verbindungen zur Hamas und mindestens 30 weitere Menschen getötet wurden, soll es am Montag in der Nähe von Isfahan zu einer weiteren Detonation gekommen sein. Noch ist nicht ganz klar, was genau passiert ist. Die israelische Zeitung «Haaretz» schreibt unter Berufung auf die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur «Fars», verschiedene Regierungsvertreter hätten einen entsprechenden Vorfall sowohl bestätigt als auch bestritten.

Die sich in der Nähe befindende Nuklearanlage sei aber nicht betroffen. Die Explosion sei bei einer Militärübung verursacht worden, sagte Gouverneur Alireza Zaker-Isfahani, laut dem «Guardian». Die Nachrichtenagentur «Mehr» berichtet derweil von einer Explosion in einer Tankstelle, nachdem der stellvertretende Gouverneur Mehdi Ismaili die Detonation gänzlich negierte. Kaum haben israelische Medien über den Vorfall berichtet, entfernte die Nachrichtenagentur «Fars» jegliche Meldungen dazu.

Wie «Haaretz» weiter schreibt, hätte eine Explosion in der Atomanlage von der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEA bemerkt werden müssen. Diese überwacht das Gelände teilweise mit Kameras.

Die Uran-Aufbereitungsanlage von Isfahan dient der Aufbereitung von Uranoxid als Brennstoff für einen Schwerwasserreaktor und gilt als wichtiges Element des iranischen Atomprogramms. Den Bau einer Atombombe würde ein Sabotageakt an der Anlage derweil nicht verlangsamen, da Iran laut einem Bericht der «Jewishpress» bereits «über genügend angereichertes Uran für mehrere nukleare Sprengköpfe verfüge».

(tog)