Aktivist verharmlost Holocaust

21. November 2019 09:49; Akt: 21.11.2019 14:24 Print

«Ein Scheiss in der Menschheitsgeschichte»

Roger Hallam hat den Massenmord an den Juden als «nur einen weiteren Scheiss in der Menschheitsgeschichte» bezeichnet. Das Buch des Umweltaktivisten wird nun nicht veröffentlicht.

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Mit seinen Aussagen über den Holocaust hat sich Extinction-Rebellion-Gründer Roger Hallam ins Aus katapultiert. In einem Interview mit der «Zeit» nannte Hallam den Masssenmord an den Juden «nur einen weiteren Scheiss in der Menschheitsgeschichte».

Genozide habe es in den vergangenen 500 Jahren immer wieder gegeben, so der Klimaaktivist. «Um ehrlich zu sein, könnte man sagen: Das ist ein fast normales Ereignis.»

Diese Worte bleiben für den 53-Jährigen nicht folgenlos. Sein Verlag hat mittlerweile die geplante Veröffentlichung seines Buches abgesagt. «Common Sense. Die gewaltfreie Rebellion gegen die Klimakatastrophe und für das Überleben der Menschheit» hätte ab 26. November in den deutschen Buchregalen stehen sollen.

Extinction Rebellion distanziert sich von Äusserungen

Aber auch aus den eigenen Reihen wird Kritik laut. Extinction Rebellion Deutschland liess am Mittwoch verlauten, dass sie sich von Roger Hallams Äusserungen distanziert. Sie seien für die Bewegung nicht tragbar.

Auch die 23-jährige Luisa Neubauer von «Fridays for Future» sagt zu «Bild»: «Das sind irrsinnige Worte, denen ich in keinerlei Hinsicht zustimme.»

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak bezeichnete die Verharmlosung des Holocaust gegenüber der Zeitung als «unerträglich». Der millionenfache Mord am jüdischen Volk sei nicht ein Ereignis von vielen, sondern das grösste Verbrechen der Menschheitsgeschichte.

Auf Twitter meldete sich Bundesaussenminister Heiko Maas mit den Worten, der Holocaust sei «einzigartig unmenschlich.»


(kat)