Niederschlag bleibt aus

02. August 2012 21:04; Akt: 03.08.2012 11:01 Print

Extreme Dürre in den USA verschärft sich

Ausgetrocknete Seen, Ernteverlust, hohe Lebensmittelpreise: Im Mittleren Westen der USA herrscht Notstand. Die schlimmste Dürreperiode seit Jahrzehnten trifft vor allem die Farmer.

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Der Mais auf einem Feld in der Nähe von Percival (Iowa) ist völlig verdorrt. Der Frosch hat noch überlebt, der Fisch in einem Teich bei Waterloo ist verendet. Der Platte River bei Yutan führt kaum noch Wasser. Der Pegel des Mississippi auf Rekordtiefe. Ein lang ersehntes Gewitter nähert sich Elburn. Hier legt kein Boot mehr an: In Cicero, Indiana, liegen die Schiffsstege auf dem Trockenen. Der Wasserstand liegt fast zwei Meter unter dem normalen Niveau. Die extreme Dürre im Mittleren Westen der USA hat sich dramatisch verschärft. Von der Trockenheit ist inzwischen ein Fünftel des Landes betroffen. Es ist die schlimmste Dürreperiode seit mehr als 50 Jahren. Die Dürre trifft vor allem die Farmer, die nun um ihre Ernte fürchten. Delbert Graig und seine Frau Margie betreiben eine Farm in Goreville, Illinois. 70 Prozent des Bundesstaates gelten als Notstandgebiet. Auch die letzten Regenfälle konnten die Ernteerträge nicht retten. Die Farmer rechnen nun mit steigenden Lebensmittelpreisen. Viele Gewässer haben aufgehört, zu fliessen. Wasserbiologen versuchen, bedrohte Fische aus dem Fluss Brazos, Texas, zu retten. Der O. C. Fisher Lake in San Angelo, Texas, war einmal über 2000 Hektaren gross. Die Hitze und der fehlende Regen führten dazu, dass der ganze See austrocknete. Hier gibt es nichts mehr zu holen: Royce Cross steht auf seinem ausgetrockneten Feld in Unadilla, Georgia. Grün ist die Hoffnung - Ronnie Sharp und Brandy Birdwell besprayen ein ausgetrocknetes Landstück in Indianapolis.

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Die extreme Dürre im Mittleren Westen der USA hat sich dramatisch verschärft. Von der Trockenheit sei inzwischen ein Fünftel des Landes betroffen, hiess es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Beobachtungsstelle für Dürren. Demnach verschlechterte sich die Lage vor allem in den Staaten Kansas, Missouri, Nebraska und Oklahoma.

Die schlimmste Dürreperiode seit Jahrzehnten trifft vor allem die Farmer, die nun um ihre Ernte fürchten und mit steigenden Lebensmittelpreisen rechnen. Auch jüngste Regenfälle könnten die Ernteerträge nicht retten, sagte Klimatologe Brian Fuchs.

Das US-Landwirtschaftsministerium hatte am Mittwoch in einer Reaktion 218 weitere Bezirke zu Notstandsgebieten erklärt. Somit können sich betroffene Bauern um zinsgünstige Notfallkredite und weitere Unterstützung bewerben. Inzwischen gilt die Hälfte aller US-Bezirke als Notstandsgebiet.

(ap)