IS-Truppen rücken vor

21. September 2014 10:53; Akt: 21.09.2014 11:25 Print

Extremisten sorgen für Massenflucht in die Türkei

In der Türkei haben innert 24 Stunden Zehntausende Kurden aus Syrien Schutz gesucht. Der Flüchtlingsstrom ist die Folge einer Offensive IS-Terrormiliz nahe der türkischen Grenze.

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Rund 70000 Menschen haben sich nach UN-Angaben am Wochenende vor den Kämpfen zwischen der Terrormiliz Islamischer Staat und kurdischen Einheiten aus Syrien in die Türkei gerettet.

Es kämen vor allem kurdische Frauen, Kinder und ältere Menschen, sagte eine Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR am Sonntag. Der Zustrom halte an. Sie rief die internationale Gemeinschaft zur Hilfe für die Flüchtlinge in der Türkei auf.

Die syrisch-türkische Grenze wurde am Sonntag zeitweise geschlossen. Türkische Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas und Wasserwerfern gegen einige Dutzend kurdischer Flüchtlinge vor. Auf der syrischen Seite stauten sich die Menschen.

Wie es dazu kam, war am Sonntag zunächst nicht klar. Die staatliche türkische Agentur Anadolu meldete, kurdische Demonstranten hätten Steine auf Sicherheitskräfte geworfen, die Kurden von der Grenze ferngehalten hätten. Der Privatsender NTV berichtete, die türkischen Kräfte hätten Kurden aufgehalten, die Hilfsgüter nach Syrien hineinbringen wollten.

In der Türkei harren inzwischen 1,5 Millionen Menschen aus, die sich vor dem seit 2011 wütenden Bürgerkrieg in Syrien in Sicherheit gebracht haben. In den vergangenen Tagen hatte die IS-Miliz im Norden Syriens Geländegewinne verbucht und zahlreiche kurdische Dörfer erobert.

(sda)