Mordvorwürfe

14. Mai 2009 08:40; Akt: 14.05.2009 09:15 Print

FBI und UNO ermitteln gegen Präsidenten

Nach den Mordvorwürfen gegen Guatemalas Präsidenten Alvaro Colom haben sich die Vereinten Nationen in den obskuren Fall eingeschaltet. Auch die US- Bundespolizei FBI soll mithelfen.

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Eine vor zwei Jahren eingesetzte UNO-Kommission, die Korruption auf höchster Regierungsebene aufdecken soll, gab am Mittwoch bekannt, dass sich ihre Ermittler der Sache annehmen würden, weil es Zweifel an der Unabhängigkeit der guatemaltekischen Staatsanwaltschaft gebe. Die US-Botschaft bat zudem die Unterstützung des FBI an.

Colom sieht sich mit Rücktrittsforderungen konfrontiert, weil er in den Tod eines Anwalts verwickelt sein soll. Besondere Brisanz erhält der Fall durch eine Videobotschaft, in dem das Mordopfer Rodrigo Rosenberg seinen Tod vorausahnt und dafür den Präsidenten persönlich verantwortlich macht.

Zudem berichtet der Anwalt im Video über einen Geldwäschereiring, in dem neben Colom auch dessen Ehefrau und persönliche Sekretärin verwickelt sein sollen. Colom bezeichnete das Video als eine Fälschung und wies die Anschuldigungen zurück.

Demonstranten fordern Rücktritt

Der Anwalt Rosenberg war am Wochenende in einem Vorort der Hauptstadt erschossen worden. Er vertrat einen berühmten Geschäftsmann, der über Beweise für eine Zusammenarbeit der Regierung Colom mit dem organisierten Verbrechen verfügt haben soll. Der Mandant wurde bereits vor einigen Wochen getötet.

Seit seiner Amtsübernahme im Januar 2008 hat Colom kaum Erfolge im Kampf gegen die Drogenkartelle und Strassenbanden in Guatemala erzielt. Vielerorts arbeiten Polizisten, Richter und Politiker mit dem organisierten Verbrechen zusammen.

In Guatemala-Stadt forderten am Mittwoch (Ortszeit) rund 1500 Menschen Colombs Rücktritt. Sie marschierten zum Platz der Verfassung in Guatemala-Stadt.

(sda)