Feinstaub-Alarm in Italien

15. Januar 2020 07:49; Akt: 15.01.2020 07:49 Print

Wer die Türe offen lässt, muss 500 Euro zahlen

In einigen Städten Italiens ist schmutzige Luft sei Jahresbeginn ein Aufregerthema. Es gibt Feinstaub-Warnungen und Verkehrseinschränkungen.

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Italiens Hauptstadt Rom hat Feinstaub-Alarm ausgelöst und ein striktes Diesel-Fahrverbot verhängt. Die Beschränkungen für private Fahrten in den Hauptverkehrszeiten galten in der regelmässig verstopften Millionenstadt zunächst für Dienstag.

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In zahlreichen Städten des Landes ist die schmutzige Luft seit Jahresbeginn ein Aufregerthema. Turin, Mailand, Bologna, Florenz - vielerorts gibt es Feinstaub-Warnungen und längere Einschränkungen für den Verkehr.

Mit ein Grund für den Dauer-Smog ist auch das Wetter: Bei Sonnenschein und blauem Himmel weht etwa in Rom kaum Wind, zugleich ist es nachts recht kalt - so dass viele Menschen die Heizungen voll aufdrehen. In Rom wies die Stadt nun darauf hin, dass die Regler auf 17 bis 18 Grad gedrosselt werden sollten.

Autos teilen, ÖV nutzen

Bürgermeisterin Virginia Raggi hatte schon am Sonntag auf Facebook appelliert, auf Busse und Bahnen umzusteigen. Wenn sich die Abgaslage nicht bessere, sei das Diesel-Fahrverbot bis zur Abgasnorm Euro 6 unumgänglich. Man könne sich ein Auto mit Freunden und Kollegen teilen oder weniger heizen, schrieb sie. Viele Strassen Roms waren am Dienstag dennoch so voll wie sonst auch.

In Vicenza in der Region Venetien ergreifen die Stadtoberen bereits strengere Massnahmen: Geschäfte, Bars und andere für die Öffentlichkeit zugängliche Stellen wurden angewiesen, ab Dienstag ihre Türen nicht mehr offen stehen zu lassen, wie die Nachrichtenagentur Ansa schrieb. Wer Wärme verschwendet und bei Kontrollen mit offener Tür erwischt wird, dem drohen demnach Strafen zwischen 25 und 500 Euro.

Meteorologen erwarten, dass die Wetterlage sich in weiten Teilen des Landes zunächst nicht ändert. Italiens Umweltschützer jedenfalls werden nicht müde, Verbote zu loben, aber auch mehr Konsequenz von Politik und Bürgern zu fordern.

(kat/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rufer in der Wüste am 15.01.2020 08:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Irrsinn...

    nimmt kein Ende... Diesel-Fahrzeuge mit Partikelfilter stoßen wesentlich weniger Feinstaub als Benziner aus und das wichtigste Problem in Italien sind dann wohl eher die in die Jahre gekommenen Heizungen...

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  • Marsipulami am 15.01.2020 08:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn es das Auto wäre.....

    Wieder einmal faszinierend dass alle glauben das Auto wäre Schuld. Fabriken, Baumaschinen, Flugzeuge, Schiffe aber Hauptsache den eh schon sauberen europäischen PKW anprangern. Wer noch nicht gemerkt hat worum es wirklich geht, hat die Absegnung der CO2 Steuern in der EU wohl verpasst. Unsere Gesellschaft war noch nie bekannt für Weitblick wenn ich hier die Kommentare lese.

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  • Marode am 15.01.2020 08:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bella schmutzig Italia

    sorry.. Bella Italia war einmal. die bringen ja nicht mal die Mülldeponie Neapel in Ordnung.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • marko 34 am 15.01.2020 17:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entscheidung

    Eine super Entscheidung

  • Peter Vogel am 15.01.2020 15:29 Report Diesen Beitrag melden

    Saubere Diesel

    Der Feinstaub kommt aber nicht vom Verkehr! Modernisiert doch endlich mal die Heizungen und Kraftwerke

    • 5Ger am 16.01.2020 11:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter Vogel

      In Altbauten hat es auch viele die mit dem offenen Kamin oder mit alten Holzöfen heizen.

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  • regen am 15.01.2020 14:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gewitter

    Ein Gewitter wie in Melbourne, schon ist wieder Bella Italia. Ihr macht euch den Kopfrauch selber.

  • Iro Niker am 15.01.2020 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    500 Stutz fürs eigene Türe offen lassen?

    Genau, haltet eure Türen zu damit Euer Feinstaub den ihr in euren Wohnräumen produziert nicht die äussere Umwelt verschmutzt. Was für ein Wahnwitz. Die Kleinen sollen Bussen zahlen und die Grossen werden wie überall auf der Welt mit Boni und Steurgeschenken für ihre Dreckschleudern von Fabriken etc. belohnt

  • Mickey House am 15.01.2020 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    WEF im Klimamodus...

    Das WEF mach auf Grün.Gemäss WEF sind die fünf grössten Gefahren für die Zukunft:1) Wetterextreme, 2) Versagen beim Klimaschutz, 3) Naturkatastrophen, 4) Artenvielfalt 5) Menschgemachte Umweltkatastrophen. Message an Manager und Politiker: Sofort auf den Zug aufspringen, bevor es zu spät ist. Dort ist Geld zu holen. Die eigentlichen Probleme werden ignoriert: Nichts von Übervölkerung, nichts von Terrorismus, nichts von religiösem Fanatismus, nichts von Währungsproblemen, nichts von Schuldenwirtschaft, nichts von Armut, nichts von Arbeitsplatz und Vermögenssicherung etc. Beschämend.