08. April 2005 16:17; Akt: 08.04.2005 16:19 Print

Festnahmen nach Anschlag auf Kairoer Basar

Nach dem Anschlag auf einen Basar in Kairo, hat die ägyptische Polizei 15 Verdächtige festgenommen.

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Die Polizei ging davon aus, dass es sich bei einem noch unidentifizierten Mann, um den Attentäter handelt. Bei dem Anschlag starben drei Personen.

Insgesamt waren gemäss Angaben des Innenministeriums vom Donnerstagabend mindestens 18 Menschen verletzt worden, als der an einem Motorrad angebrachte Sprengsatz neben einem Basar explodierte. Der Basar in der Altstadt von Kairo ist ein beliebtes Ziel für Touristen.

Anwohner berichteten, dass nach der Explosion am Donnerstag Panik in dem dicht bewohnten Altstadtviertel ausgebrochen sei. «Die Leute rannten in alle Richtungen, Touristen und Einheimische durcheinander, sie schrien vor Angst», sagte eine Augenzeugin einem Reporter der Nachrichtenagentur afp.

Einige Verletzte hätten schwere Brandwunden erlitten. Die Detonation riss einen Krater von etwa zwei Metern Durchmesser in den Boden. Die Bombe explodierte am Rande des belebten Marktviertels Chan el Chalili.

Offenbar Selbstmordanschlag

Ein Amerikaner erlag am Freitag seinen bei dem Anschlag erlittenen schweren Verletzungen. Der Täter habe wahrscheinlich ein Selbstmordattentat geplant, hiess es bei der Polizei.

Möglicherweise habe er aber auch einen Zeitzünder an einer mit Nägeln gefüllten Bombe anbringen wollen, die dann zu früh explodiert sei.

Drei schwer verletzte Amerikaner und ein Franzose wurden am Freitag in eine Privatklinik verlegt. Ein weiterer französischer Staatsbürger wurde zur Behandlung nach Frankreich geflogen.

Zwei Franzosen, ein Italiener und ein Türke konnten inzwischen das Spital verlassen, in dem auch noch acht verletzte Ägypter behandelt werden.

US-Botschaft warnt

Die US-Botschaft in Kairo forderte nach dem Angriff alle Amerikaner auf, den Khan-al-Khalili-Markt und andere stark von Touristen frequentierte Orte in der ägyptischen Hauptstadt zu meiden.

Die ägyptische Muslimbruderschaft verurteilte den «feigen Anschlag». Die offiziell verbotene Islamisten-Organisation forderte die Sicherheitskräfte auf, alles zu unternehmen, um die Schuldigen vor Gericht zu bringen.

Bislang bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Es handelte sich um den ersten Angriff auf ausländische Touristen seit den Anschlägen auf der Sinai-Halbinsel im vergangenen Oktober. Dabei kamen 34 Menschen ums Leben.

Rund um den Tatort im Al-Azhar-Viertel sperrten die Sicherheitskräfte mehrere kleinere Strassen. Vor der Al-Azhar- Moschee und im angrenzenden Khan-al-Khalili-Markt schwärmten am Freitag Hunderte von Polizisten aus.

(sda)