Hungerstreik

12. November 2013 11:40; Akt: 12.11.2013 12:00 Print

Filipino bricht am Klimagipfel in Tränen aus

Emotionen pur am Klimagipfel in Polen: Der Vertreter der Philippinen erklärte, er werde hungern, bis bedeutende Beschlüsse gefasst werden. Er erhielt stehende Ovationen.

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Yeb Sano hielt gestern an der Eröffnung der UN-Klimakonferenz in Warschau eine bewegende Rede. In Anbetracht des grossen Leidens seiner Landsleute in den Philippinen erklärte der Vertreter des Inselstaates: «Aus Solidarität mit meinen Landsleuten, die Mühe haben, Essen zu finden und aus Solidarität mit meinem Bruder, der seit drei Tagen nichts zu Essen hat, beginne ich nun für das Klima zu fasten. Ich verweigere die Annahme von Nahrung, bis konkrete und bedeutende Beschlüsse für den globalen Klimafonds gemacht werden.» Man könne es sich nicht leisten, die Konferenz mit einem leeren Klimafonds zu verlassen.

Sano griff die häufig genannte, scharfe Kritik am Klimagipfel auf: «Diese Versammlung wurde eine Farce genannt, eine jährliche CO2-intensive Versammlung, die so nützlich ist wie Vielflieger.» Doch er schloss mit einem hoffnungsvollen Satz: «Wir schaffen das.» Danach musste er sich die Tränen abwischen und das Plenum feierte ihn spontan mit einer stehende Ovation.

Wer trägt welche Last des Klimawandels?

Tausende Delegierte aus aller Welt wollen bei der Klimakonferenz in den kommenden zwei Wochen die Basis für ein neues Bündnis im Kampf gegen die globale Erwärmung legen. Bei der Eröffnungsveranstaltung am Montag in Warschau sagte weiter Christiana Figueres, Generalsekretärin des Sekretariats der UN-Klimarahmenkonvention, es sei an der Zeit, zusätzliche Anstrengungen zu unternehmen, um den kommenden Generationen einen grösseren Klimaschutz bieten zu können. Ergebnisse der Warschauer Gespräche könnten ein Indikator dafür sein, wie die Chancen auf eine Einigung auf einen Klimavertrag stehen, der 2015 unterzeichnet werden könnte.

2015 wurde als neue Frist gesetzt, nachdem ein Gipfel unter Führung der UN 2009 in Kopenhagen gescheitert war. Heiss umstritten ist, wie die Lasten der Begrenzung von Schadstoff-Emissionen verteilt werden sollen. Seit Beginn der Klimaverhandlungen 1992 streiten reiche und arme Staaten über ihren Anteil daran.

«Haiyan» als ernüchternde Tatsache

Die Unterhändler stehen vor zahlreichen weiteren Hürden. Es geht beispielsweise um Geld, das armen Ländern helfen soll, auf saubere Energiequellen umzusteigen und sich an Klimaveränderungen anzupassen, die Auswirkungen auf Landwirtschaft, Zugang zu Trinkwasser und die Verbreitung von Krankheiten haben könnten. Streit wird auch um die Forderung kleiner Inselstaaten und anderer bedrohter Länder nach Entschädigung für die Schäden des Klimawandels in Folge von ansteigendem Meeresspiegel und Dürren erwartet.

Figueres sagte, eine ernüchternde Tatsache sei der Taifun «Haiyan», der auf den Philippinen zahlreiche Menschen in den Tod gerissen habe. Zwar sagen Wissenschaftler, man könne keinen Bezug zwischen einem einzelnen Sturm und einer weltweiten Erwärmung herstellen. Allerdings machen steigende Meeresspiegel tiefer liegende Länder anfälliger für Sturmfluten.

(pwe/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco Kälin am 12.11.2013 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Alles eine Farce, alles Augenwischerei!

    Solange das Klima von der Wirtschaft bestimmt wird, solange Wirtschaftsinteressen und nicht Klimainteressen vertreten werden, solange alle Länder mit heuchlerischen Auflagen die sie selber nicht einhalten ankommen, solange das Geld den Klimagipfel bestimmt, solange nur leere Worte gepredigt werden, solange die die Menschen in der Welt von mächtigen Interessengruppen manipuliert werden solange wird nichts passieren und das ganze UNO gezeterte bleibt eine Farce und eine Augenwischerpolitik und nichts anderes!

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  • Mike am 12.11.2013 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffnung

    Der Mensch ist gar nicht in der Lage etwas am Lauf der Dinge zu ändern! Es gibt zuviele die den Klimawandel zugunsten ihrer eigenen Interessen leugnen und lapidar argumentieren mit Halbwissen. Unser Schicksal bestimmen zu können, ist eine der grossen Illusionen - wir klammern uns immer in Momenten daran wenn wir Hoffnung brauchen. Der Mensch ist nicht Nachhaltig, es geht immer nur um die eigene Existenz und Anderen etwas vorzumachen um etwas Selbstzufriedenheit zu erlangen. Charade und Manipulation - Homo Sapiens, er wird irgendwann aussterben, das ist dann die Lösung für die Erde..

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  • Ungläubiger Bürger am 12.11.2013 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaubwürdige Institution

    Hoffentlich erhält er auch endlich Unterstützung. Und nicht immer nur das ewige "Bla-Bla" dieser UN-Konferenz, die bis jetzt nur aus Reisen, Essen und Trinken besteht! Total unglaubwürdig diese Institution.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Claudia am 12.11.2013 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohh

    Na ja, der Hungerstreik bringt den Menschen im Krisengebiet auch nichts....

  • Basta am 12.11.2013 21:38 Report Diesen Beitrag melden

    Klimawandel

    Der Klimawandel ist nicht menschgemacht. Daran ändert auch "Haiyan" nichts.

  • theseria am 12.11.2013 21:35 Report Diesen Beitrag melden

    der Planet ist voll

    wir sind schlicht zuviele Menschen auf diesem Planeten. Dieses Problem sollte mal aufgegriffen werden.

  • Schreiber am 12.11.2013 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    Populismus

    Das Problem auf den Philipinen liegt bei dieser Katastrophe weniger im Klimawandel, als in Armut und Überbevölkerung. Trotz langer Vorwarnzeit konnten sich die Menschen traurigerweise nirgends in Sicherheit bringen. In einer dichten Siedlung mit schlechter Bausubstanz hat man sehr schlechte Überlebenschancen, bei einer guten Zivilschutzanlage würde selbst so ein Sturm kaum eine Gefahr für die Menschen darstellen. Ausserdem ist ganz unabhängig vom Klimawandel in Küstengebieten mit Tsunamis und in zahlreichen Gegenden mit schweren Erdbeben zu rechnen. Bei Überbevölkerung gibt's sehr viele Opfer.

  • Michél am 12.11.2013 18:43 Report Diesen Beitrag melden

    Weltweiter Feiertag

    Das die Erde rumpelt und poltert hat einen einfachen Grund. Seit 1999 wurden einige Teile der Gaya Theorie wissentschaftlich anerkannt. So und mir machen dreck, verseuchen das Wasser, Luft, Erde und produzieren gigantische Strahlungen. Hätten wir solche Viecher im Gesicht so würden wir das waschen, kratzen, klopfen. Genau das wird Gaya tun. Die Komplettlösung für das problem würde diesen Rahmen hier sprengen. Der erste Schritt wäre aber ein weltweiter Feiertag, an diesem wir alle Geräte, Maschinen Strom abschalten, den ganzen Tag schweigen und in die Natur gehen. Doch davor haben alle Angst.