Bericht

28. September 2019 04:21; Akt: 28.09.2019 07:12 Print

Firma spionierte Assange im Auftrag der CIA aus

Eine spanische Sicherheitsfirma hat Treffen zwischen Assange und seinen Anwälten in der Londoner Botschaft überwacht und der CIA Aufnahmen übermittelt.

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Die schwedische Justiz hat die Untersuchungen gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange eingestellt. Jahrelang lebte Assange in der Botschaft Ecuadors in London. Am Donnerstag, 11. April 2019, schlug die Polizei zu. Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat den Entzug des diplomatischen Asyls für ihren Gründer Julian Assange als «illegal» und Verletzung internationalen Rechts gebrandmarkt. Assange floh 2012 in die Botschaft. Assange wurde in der Botschaft verhaftet. Der Gründer der Enthüllungsplattform befürchtet, an die USA ausgeliefert zu werden. Dort wird gegen ihn ermittelt, weil Wikileaks zahlreiche geheime US-Dokumente veröffentlicht hat. Die Polizei teilte mit, sie habe am Donnerstag die Erlaubnis bekommen, die ecuadorianische Botschaft zu betreten. Die Polizei teilte mit, sie habe am Donnerstag die Erlaubnis bekommen, die ecuadorianische Botschaft zu betreten. Derweil mehren sich die Personen, die sich seit der Verhaftung Assanges vor der ecuadorianischen Botschaft einfinden. Unter ihnen befindet sich ein junger Mann, der die Freilassung von Assange fordert. 2010: Von Juli bis Oktober veröffentlicht die Enthüllungsplattform Wikileaks rund 470.000 als geheim eingestufte Dokumente, die mit diplomatischen Aktivitäten der USA und mit den Kriegen in Afghanistan und im Irak zu tun haben. Weitere 250.000 Dokumente kommen später hinzu. Im November bewirkt die schwedische Staatsanwaltschaft einen internationalen Haftbefehl gegen Assange. Ihm werden Vergewaltigung und sexuelle Gewalt gegen zwei Frauen vorgeworfen. Assange weist die Anschuldigung zurück und stellt sich kurz darauf der Polizei in London. Bis zur Entscheidung über einen Auslieferungsantrag Schwedens kommt er gegen Kaution auf freien Fuss. Im Februar gibt ein britischen Gericht dem schwedischen Auslieferungsantrag statt. Assange äussert sich besorgt: Er fürchtet, dass Schweden ihn an die USA ausliefern könnte, wo ihm wegen der geleakten Dokumente ein Prozess und womöglich sogar die Todesstrafe droht. Julian Assange flieht im Juni in die Botschaft Ecuadors in London und beantragt erfolgreich politisches Asyl. Ecuador bittet die britische Regierung vergeblich um die Erlaubnis, Assange nach Quito auszufliegen. Schwedische Ermittler scheitern mit ihrem Anliegen, Assange in der Londoner Botschaft zu vernehmen. Eine UN-Arbeitsgruppe kommt zu dem Schluss, dass Assange im Botschaftsgebäude «willkürlich inhaftiert» sei und dafür von Grossbritannien und Schweden entschädigt werden müsse. Beide Länder weisen die nicht bindende Entscheidung zurück. Vor der US-Präsidentschaftswahl veröffentlicht Wikileaks rund 20'000 E-Mails aus dem Parteiapparat der Demokraten. Sie stammen aus dem Wahlkampfteam der Kandidatin und früheren Aussenministerin Hillary Clinton. Nach der Begnadigung von Chelsea Manning, einer Hauptquelle von Wikileaks, erklärt die Organisation, Assange könne sich Ermittlungen in den USA stellen, wenn seine Rechte garantiert würden. Unterdessen stellt die Staatsanwaltschaft in Schweden die Ermittlungen gegen Assange ein. Die britische Polizei will ihn allerdings weiterhin festnehmen, weil er seine Kautionsauflagen verletzt hat. Assange bekommt die ecuadorianische Staatsangehörigkeit, allerdings scheitert die Regierung in Quito mit ihrem Anliegen, bei den britischen Behörden Diplomatenstatus für Assange anzumelden. Ecuador erklärt, es sei auf der Suche nach einem Vermittler, um Assanges «unhaltbare» Situation zu beenden. Ein Antrag, den Haftbefehl aus gesundheitlichen Gründen zurückzuziehen, scheitert. Im März kappt das Botschaftspersonal dann Assanges Kommunikationszugänge, weil er sich in die Angelegenheiten anderer Länder eingemischt habe. Im Oktober erlegt Ecuador Assange neue Verhaltensregeln auf und warnt, eine Verletzung der Vorgaben könne zum Entzug des Asyls führen. Unterdessen taucht in den USA ein Dokument auf, wonach gegen Assange offenbar heimlich Anklage erhoben wurde. Ecuadors Präsident Lenin Moreno erklärt, Assange habe die Auflagen für sein Botschaftsasyl «wiederholt verletzt». Am 25. April soll ein unabhängiger Menschenrechtsexperte Assange besuchen und eine Einschätzung abgeben, ob die ihm vorgeworfenen Verstösse eine Untersuchung notwendig machen. Doch dazu kommt es nicht: Am 11. April nimmt die britische Polizei Assange fest, nachdem ihm das Asyl entzogen wurde.

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Der US-Auslandsgeheimdienst CIA hat Wikileaks-Gründer Julian Assange einem Bericht zufolge über eine spanische Sicherheitsfirma in seinem Londoner Botschaftsexil ausspionieren lassen. Das Unternehmen Undercover Global habe die Treffen zwischen Assange und seinen Anwälten überwacht und der CIA Audio- und Videoaufnahmen übermittelt, berichtete die spanische Zeitung «El País» am Freitag.

Demnach installierte die Firma, die damals für die Sicherheit der ecuadorianischen Botschaft verantwortlich war, unter anderem Mikrofone in Feuerlöschern und auf der Damentoilette, wo sich Assanges Anwälte aus Angst vor Abhörmassnahmen trafen.

Die CIA habe die Aufnahmen per Livestream mitverfolgen können. Einer von Assanges Anwälten sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Nationale Gerichtshof in Madrid habe Ermittlungen in dem Fall aufgenommen. Ein Gerichtssprecher lehnte eine Stellungnahme ab.

Lebenslange Gefängnisstrafe droht

Assange war im April in London verhaftet worden und sitzt in Grossbritannien nun eine fast einjährige Gefängnisstrafe wegen Verstosses gegen Kautionsauflagen ab. Zuvor hatte er sich sieben Jahre lang in der ecuadorianischen Botschaft in London verschanzt, um einer Auslieferung nach Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen aus dem Jahr 2010 zu entgehen.

Ab Ende Februar wird ein britisches Gericht über Assanges mögliche Auslieferung an die USA verhandeln. Der Australier ist in den USA wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente und Verstössen gegen das Anti-Spionage-Gesetz angeklagt.

Die 2010 von der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichten Dokumente aus dem Militärapparat sowie dem diplomatischen Dienst der USA enthielten hochbrisante Informationen über die US-Einsätze im Irak und in Afghanistan sowie über die Tötung von Zivilisten und Misshandlung von Gefangenen durch US-Soldaten.

Sollte Assange in allen 18 Anklagepunkten für schuldig befunden werden, so müsste er mit einer lebenslangen Gefängnisstrafe rechnen.

(scl/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Free Assange! am 28.09.2019 06:37 Report Diesen Beitrag melden

    wir sind der feind

    Assange soll wegen verrat bestraft werden. Verrat ist wenn man geheimnisse an den feind übermittelt. Assange hat geheimnisse an das Volk übermittelt. was schliessen wir daraus? Das Volk ist der Feind!

  • KHF am 28.09.2019 06:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bauernopfer

    Wenn die zivilisierte Welt es zulässt, dass er in den USA einem Schauprozess zugeführt wird, ist es ein absolutes Armutszeugnis. Es ist ja schon krass, dass er ein Jahr in GB im Gefängnis sitzen muss. Man erinnere sich. Er ist geflohen, weil er zu unrecht von 2 Frauen wegen Sexualvergehen angezeigt wurde. Diese haben ihre Anzeigen zwischenzeitlich zurück genommen. Er war also unschuldig.

  • Rene am 28.09.2019 06:24 Report Diesen Beitrag melden

    Freiheit

    Ja die USA müssen sehr sehr viel Angst haben,dass man rausfindet was sie überall ausspionieren und kontrolliern.Darum ist ja auch Herr Snowden so ein Böser und muss doch sofort eingesperrt ,eher weggesperrt werden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • StoryHaus ennipS am 28.09.2019 20:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirst du mitmachen?

    Brauchen wir eine Stiftung, die Leute wie ihn unterstützt?

  • Autoexperte am 28.09.2019 19:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    weltpolizei

    solange alle zuschauen macht die usa immer weiter. was er gemacht hat ist sicher auch nicht ok und hat Menschenleben gekostet

  • MasterMind am 28.09.2019 15:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Niemals

    Lege dich als Privatperson, niemals mit den USA an, du wirst damit niemals durchkommen, egal wie lange du dich versteckst. Das sollte eigentlich jedem klar sein. Er sollte froh sein, das es nicht die Russen, oder Nordkorea sind.

  • Lehrer Bünzli am 28.09.2019 14:34 Report Diesen Beitrag melden

    genau

    Hoffentlich wird Herr Assange verurteilt und eingesperrt. Er hat unzählige Menschen verraten und in Gefahr gebracht.

  • Weddingplaner am 28.09.2019 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Honeymoon in Hell

    Wenn man sich mit dem Teufel ins Bett legt, muss man hinter her nicht jammern, wenn die Flitterwochen anders rauskommen als man erwartet hat!