Weihnachtsgeschenk

24. Dezember 2011 17:32; Akt: 24.12.2011 17:46 Print

Fisch vom toten Diktator - Socken aus Südkorea

Die Verehrung des früheren Diktator Nordkoreas wird immer grotesker. Jetzt werden in Pjöngjang Fische an die Bevölkerung verteilt. Angeblich sei der Fisch noch von Kim Jong-Il in Sorge um die Menschen bestellt worden.

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Nordkorea hat dem Sohn des verstorbenen Staatschefs Kim Jong-il unter «Blut und Tränen» geschworene Gefolgschaft zugesichert. In der Staatspresse «Rodong Sinmun» hiess es am Samstag, das Land stehe hinter Kim Jong-Un als «oberstem Kommandeur» - unter Schwüren, die in Blut und Tränen vor seinem Vater gemacht worden seien. Auch eine Woche nach dem Tod von Kim Jong-il strömten weiter zahlreiche Nordkoreaner zu den im ganzen Land eingerichteten Gedenkstätten.

In der Hauptstadt Pjöngjang traf unterdessen ein unerwartetes Geschenk des verstorbenen Machthabers ein: riesige Fischladungen. Kim Jong-il habe diese aus Bedenken über die Fischversorgung der Hauptstadt am Tag vor seinem Tod angeordnet, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA. Die UN warnen immer wieder vor dem wachsenden Hungerproblem in Nordkorea.

Hunger und Mangelernährung gehören zu den grössten Problemen des Landes. Deshalb verwundert es nicht, dass sich Bürger in der Hauptstadt Pjöngjang freuten, als sie nun Fisch geschenkt bekamen. Wie der «Spiegel» berichtet war Kim laut nordkoreanischen Staatsmedien besorgt über die Versorgung mit Fisch in Pjöngjang. Er habe sich mit dem Problem noch am Tag vor seinem Tod beschäftigt. Die Zeitung "Rodong Sinmun" zeigte das Foto einer Frau, die ihren Mund in einer Mischung aus Trauer und Dankbarkeit bedeckt, während vor ihr Ladungen von Hering und Barsch in ein belebtes Lebensmittelgeschäft geliefert werden.

Ausländische und südkoreanische Aktivisten schickten derweil Ballonladungen mit hunderten Paaren Socken über die Grenze. Diese sollten ihren nordkoreanischen Nachbarn helfen, den eisigen Temperaturen zu trotzen, erklärten sie. Mit Ballons werden sonst gelegentlich Flugblätter der Aktivisten über die Grenze transportiert.