US-Handelsstreit

22. Juli 2018 22:47; Akt: 23.07.2018 08:40 Print

Fleischberg in den USA wächst auf 1 Milliarde Kilo

Der Fleischberg in US-Kühlhäusern wird wegen des Handelsstreits immer grösser. Mexiko und Brasilien, die grössten Importeure von Fleisch aus den USA, haben beide Zölle erhoben.

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US-Präsident Trump legt sich mit China an: Er legt erneut eine Liste mit Import-Produkten aus China vor, die mit Strafzöllen belegt werden könnten. Die neuen Zölle betreffen Lebensmittel, Chemikalien, Textilien oder elektronische Geräte. Viele Ökonomen kritisieren Trump scharf für seine Strafzölle. Sie warnen vor der «Mutter aller Handelskriege». «Das ist völlig übertrieben», meint hingegen Heiner Flassbeck, Ex-Chefökonom der Uno-Organisation für Welthandel und Entwicklung. Trump wolle niemanden bestrafen, sondern das Handelsdefizit der USA senken. Das sei völlig nachvollziehbar, so Flassbeck. Bereits letzte Woche hatte Trump Güter aus China mit Abgaben belegt. Jene Zölle betreffen Tech-Produkte wie Kopierer, Drucker oder Batterien. Trump begründet sie unter anderem mit Technologiediebstahl. Kurz nach Inkrafttreten der Abgaben teilte die chinesische Regierung mit, man werde mit dem «notwendigen Gegenangriff» reagieren. Was das genau bedeutet, ist noch unklar. Da waren sie noch nett zueinander: Xi Jinping (r.) und Donald Trump in Mar-a-Lago im April 2017. Bereits im April führte China Vergeltungszölle auf US-Produkte wie Schweinefleisch, Früchte und Wein ein. Peking reagierte damals auf die von Trump zuvor verhängten Abgaben auf Stahl und Aluminium. Donald Trump hatte im März den Beschluss von Importzöllen auf Aluminium und Stahl unterzeichnet. Ökonomen warnen vor einem dramatischen Handelskrieg, der das weltweite Wirtschaftswachstum abbremsen könnte. Die jüngsten Zoll-Drohungen von Trump liessen die Kurse an den Aktienmärkten rund um den Globus in den Keller rauschen. Auch der Schweizer Leitindex SMI verbuchte Verluste.

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In US-Kühlhäusern stapelt sich nach einem Bericht des Wirtschaftsblattes «Wall Street Journal» immer mehr Fleisch. Dies sei eine Folge von einem grösser werdenden Angebot und einer sinkenden Nachfrage im Zuge des Handelsstreits, berichtete das Blatt am Sonntag unter Berufung auf Experten.

Demnach wird davon ausgegangen, dass neue Statistiken eine Rekordmenge von 2,5 Milliarden Pfund (1,04 Milliarden Kilo) an Rind- und Schweinefleisch sowie Geflügel ausweisen werden. Diese Statistiken werden frühestens am Montag erwartet.

Fleischproduktion abhängig von Exporten

Der Appetit von Konsumenten auf Fleisch wachse – allerdings nicht schnell genug, um mit der Rekordproduktion Schritt zu halten, berichtete das Blatt weiter.

Dies mache die US-Fleischproduktion zunehmend abhängig von Exporten, aber Mexiko und China hätten beide Sonderzölle auf Schweinefleisch aus den USA erhoben. Damit werde US-Fleisch auf diesen Märkten teurer.

Mexiko und Brasilien gehören den Angaben zufolge zu den grössten Importeuren von Fleisch aus den USA. Beide Länder erhoben die Sonderzölle als Vergeltung für US-Sonderzölle auf Stahl, Aluminium und andere Waren.

(bee/sda)