Satellitenbilder zeigen

14. August 2019 02:15; Akt: 15.08.2019 07:09 Print

Chinas Truppen stehen für Hongkong-Einsatz bereit

Die Proteste in Hongkong werden gewalttätiger. Und nun zeigen Satellitenbilder, dass China Militär an der Grenze bereitstellt.

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Tausende Demonstranten versammelten sich am Sonntag, 18 August, im Victoria Park. Tausende chinesische Truppen haben am Donnerstag an einer Übung in einem Sportstadion in der Stadt Shenzhen an der Grenze zu Hongkong teilgenommen. Auch gepanzerte Fahrzeuge und Truppentransporter fuhren ins Shenzhen-Bay-Stadion in der südchinesischen Metropole, viele weitere standen davor. Das Satellitenbild zeigt Dutzende Armeefahrzeuge im Fussballstadion von Shenzen. Gemäss chinesischen Medien sind die Truppenfahrzeuge an der Grenze zu Hongkong einzig für eine «grosse militärische Übung» dort. US-Geheimdienste haben US-Präsident Trump über den Truppenaufmarsch in Shenzen informiert. Auf Twitter schrieb Trump: «Ich hoffe, dass niemand getötet wird». Die Proteste am Flughafen Hongkong waren teilweise heftig. Dieser verletzte Mann wurde von den Demonstranten als Polizei-Spitzel verdächtigt. Erst nach dem Einsatz von Tränengas konnten Sanitäter den Verletzten bergen. Sicherheitskräfte gingen zum Teil massiv gegen Demonstranten vor. Doch auch diese setzen Gewalt ein. Polizisten verhaften einen Demonstranten bei den Protesten, die den Flughafen Hongkong am zweiten Tag in Folge lahm legten. Einzelne Demonstranten wurde am Flughafen verhaftet. Tausende Demonstranten blockierten die Abflughalle des Flughafens Hongkong lahm. Am Mittwochmorgen harrten nur noch eine Handvoll Demonstranten auf dem Grossflughafen aus Schon am 6. August zeigten sich chinesische Polizisten bei einer grossen Übung in Shenzen.

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Nach massiven Störungen des Flugverkehrs durch Protestaktionen hat der internationale Flughafen von Hongkong eine einstweilige Verfügung gegen Demonstranten erwirkt. Damit seien die Beteiligung an Protesten oder Demonstrationen auf dem Gelände des Flughafens verboten.

Wie der Flughafen in einer Mitteilung vom Mittwoch schreibt, sollen damit «Personen davon abgehalten werden, rechtswidrig und vorsätzlich die korrekte Nutzung des Flughafens zu behindern oder stören».

Bei Protesten Tausender Regierungskritiker im Flughafen Hongkong ist es am Dienstag zu gewaltsamen Zusammenstössen mit der Polizei gekommen. Dutzende Beamte mit Schlagstöcken, Helmen und Schilden drangen am Dienstagabend in den von Aktivisten besetzten Airport ein.

Der Flughafen war wegen der Blockade stundenlang komplett lahmgelegt. In der Nacht beruhigte sich die Lage wieder. Die meisten Aktivisten gingen nach Hause, auch die Polizei zog sich zurück. Auf dem Flughafen landeten wieder Flugzeuge.

Nach einem Bericht der Hongkonger Zeitung «South China Morning Post» drangen die Polizisten am Abend in das Flughafengebäude ein, um einem Mann zu helfen, der über Stunden von Demonstranten festgehalten und beschuldigt worden sei, ein Agent vom chinesischen Festland zu sein. Sanitäter brachten den Mann schliesslich aus dem Flughafen. Vor dem Gebäude wurden demnach Polizeifahrzeuge angegriffen und Fenster eingeschlagen.

Reporter gefesselt

Die Demonstranten hielten zeitweise auch einen zweiten Mann fest, den sie ebenfalls beschuldigten, als Agent zu arbeiten. Sie fesselten ihn mit Kabelbindern, einige Demonstranten versuchten ihn zu schlagen. Hu Xijin, Chefredakteur der chinesischen Zeitung «Global Times» schrieb auf Twitter, dass es sich bei dem Mann um einen Reporter seiner Zeitung gehandelt habe. Er sei von der Polizei befreit und in ein Krankenhaus gebracht worden.

Wegen der Blockade fielen seit dem Vormittag etliche Flüge aus. Am Nachmittag stoppte der Airportbetreiber dann den gesamten Check-in-Service für alle restlichen Flüge des Tages. Der Flughafen ist das zentrale Drehkreuz für Langstreckenflüge über China und Südostasien.

Ankunfts- und Abflughallen besetzt

Tausende Anhänger der Protestbewegung hatten wie schon am Montag die Ankunfts- und Abflughallen besetzt. Mit Gepäckwagen und anderen Gegenständen wurden Barrikaden errichtet. Die Polizei hatte sich tagsüber zunächst zurückhaltend verhalten.

Gestrandete Passagiere warten am Flughafen von Hongkong. (13. August 2019) Foto: Vincent Thian/Keystone

Viele Demonstranten trugen Augenpflaster oder Augenklappen, um auf die schwere Augenverletzung einer Aktivistin aufmerksam zu machen, die bei Ausschreitungen am Wochenende von einem Gummigeschoss der Polizei getroffen worden war.

In der Sieben-Millionen-Metropole kommt es seit gut zwei Monaten immer wieder zu massiven Protesten, die regelmässig mit Gewalt enden. Auslöser war ein – inzwischen auf Eis gelegter – Gesetzentwurf der Regierung zur erleichterten Auslieferung mutmasslicher Krimineller an China. Die Proteste entwickelten sich zu einer breiteren Bewegung.

Trump: China verlegt Truppen

US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter, dass Chinas Militär Truppen an der Grenze zu Hongkong in Stellung gebracht habe. Darüber sei er von den US-Geheimdiensten informiert worden. Er mahnte, alle Beteiligten sollten Ruhe bewahren und für Sicherheit sorgen. Kurz zuvor hatte Trump mit Blick auf die angespannte Lage gesagt: «Ich hoffe, niemand wird verletzt. Ich hoffe, niemand wird getötet.»

Die chinesische Regierung verweigert nach Angaben der USA zwei amerikanischen Kriegsschiffen einen Aufenthalt im Hafen von Hongkong. Die Regierung in Peking habe entsprechende Anfragen abgelehnt, hiess es am Dienstag aus dem US-Aussenministerium.
Der Aufenthalt der beiden Schiffe in Hongkong habe «in den nächsten paar Wochen» stattfinden sollen. Einzelheiten wurden nicht genannt. Die US-Seite verwies für weitere Details an die Regierung Chinas.

Mahnung aus China

Chinas Regierung mahnt immer energischer, die Ordnung in der Sonderverwaltungszone wieder herzustellen und die Gewalt zu beenden. Yang Gang, der Sprecher der für Hongkong zuständigen Behörde, hatte den gewaltbereiten Demonstranten am Montag «erste Anzeichen von Terrorismus» vorgeworfen. Zu Beginn der Woche verbreiteten Staatsmedien zudem Videos von gepanzerten Fahrzeugen der paramilitärischen Polizei, die in Shenzhen an der Grenze zu Hongkong zusammengezogen wurden. Es habe sich um eine Übung gehandelt, hiess es.

Die chinesischen Behörden übten in der Grenzstadt Shenzhen den Polizei-Einsatz bei einer Demonstration. (6. August 2019) Foto: AFP

Die frühere britische Kronkolonie Hongkong wird seit der Rückgabe 1997 an China als eigenes Territorium autonom regiert. Anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik geniessen die Hongkonger das Recht auf freie Meinungsäusserung sowie Presse- und Versammlungsfreiheit. Diese Rechte sehen viele nun in Gefahr.

Die Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, rief die Behörden auf, die Zwischenfälle zu untersuchen und sicherzustellen, dass die Sicherheitskräfte keine internationalen Normen verletzten. Bachelet warb für mehr Dialog mit den Demonstrierenden.

«Gewalttätige Radikale»

Ein EU-Sprecher mahnte die Konfliktparteien zu «Zurückhaltung» und warnte vor der Anwendung von Gewalt. Zugleich rief er zu einem «breit angelegten Dialog» auf.

Ein Vertreter der Regierung in Peking hatte die Proteste am Montag erstmals mit «Terrorismus» in Verbindung gebracht. Chinesische Staatsmedien legten am Dienstag nach. Die Nachrichtenagentur Xinhua sprach in einem Kommentar von «gewalttätigen Radikalen», die Hongkong in den «Abgrund» trieben.

(chk/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Raph M am 13.08.2019 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Informationen

    Diese Kommentare sowie der Artikel ist nicht korrekt. Die Demonstrationen sind aufgrund des Auslieferungsgesetztes, welches in HongKong geplant ist und sich HongKong defacto China unterwirft. Die Regierung reagiert auf die Demonstrationen mit Repression und China bringt die Armee in Schenzen in stellung (12 KM vom HK entfernt). Hongkong wird also bald nicht mehr unabhängig sein, und somit ist die Demonstration absolut gerechtfertigt.

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  • B. Fanki am 13.08.2019 08:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die Zeit ist gekommen

    Vor ca. 66 Jahren gab es in China die Kulturrevolution,das Volk wehrte sich gegen die korrupte Regierung. Der jetzige Grössenwahn in China hat den Zenith erreicht, also es ist wieder Zeit für einen Wechsel!

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  • Lebe in HK am 13.08.2019 04:46 Report Diesen Beitrag melden

    Demonstranten kehren heute zurueck

    Die Demonstranten planen heute um 1.00 Uhr Nachmittags wieder den Flughafen zu besetzen...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ruedi O am 14.08.2019 09:50 Report Diesen Beitrag melden

    Hongkong ist China

    China ist im Recht, und Briten und Amis sollten schön still sein. Hongkong ist eine chin. Sonderverwaltungszone, also Teil von China. Dass die Briten 1843 Hongkong besetzten und zu einer Kronkolonie machten, nach dem unsäglichen Opiumkrieg gegen das chin. Volk (es wurde gezwungen, die Einfuhr von Opium zu akzeptieren), ändert daran nichts. Die heutige Lage geht auf die Verbrechen des brit. Empire zurück. Aber Hongkong bleibt Teil von China, und 95 % der Ew. sind tatsächlich Chinesen. Jedes Land verteidigt seine Gebiete, auch die Schweiz und ihre Kantone, wie man im Jurakonflikt sehen konnte.

    • lulu75 am 14.08.2019 09:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ruedi O

      Das ist alles richtig. Die Menschen in HK protestieren seither aber gegen China und wünschen sich die britische Kolonialherrschaft zurück. Die Menschen wahren also zufriedener unter der Fremden Besatzung als unter ihrem eigenen Land. STELLEN SIE SICH DAS MAL VOR! Doch, wir sollten uns gegen China formieren.

    • Anti Jura am 14.08.2019 11:09 Report Diesen Beitrag melden

      Weg damit

      Soll doch der Jura unabhängig werden oder sich Frankreich anschliessen... diese Hinterweltler brauchen wir hier nicht. Nichts ist ihnen gut genug...

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  • Tell, der Freiheitsliebende am 14.08.2019 09:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Obacht

    "Demonstranten sind Terroristen". Vergesst nie WER China ist und was für Ziele sie verfolgen. Vergisst nicht, wie sie den Tibet einnahmen, Völker kommunistisch umerziehen und ihr Machtbereich ausweiten. Denkt bevor sie kommen darüber nach, ob es intelligent ist seine besten Unternehmen den Chinesen zu verkaufen und sie gross zu füttern.

    • Markus Meier am 14.08.2019 13:03 Report Diesen Beitrag melden

      "Demonstranten sind Terroristen"

      Und da Hong Kong zum Staatsgebiet von China zählen, könnte so die Volksarme gegen diese Terroristen vorgehen, da China angegriffen wird. Nun fällt 28 Jahre früher als abgemacht Hong Kong komplett an die KP von China zurück.

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  • Diego am 14.08.2019 09:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freiheit!!!

    Hongkong soll ein eigener Staat werden und zeigen das sie das können. Das wäre das beste.

    • pete am 14.08.2019 09:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Diego

      leider absolut unrealistisch. hk ist eine der Wirtschaftsmetropolen Chinas, mit einem der wichtigsten Häfen und dem wichtigsten Flughafen. Die lassen das nicht einfachso gehen.

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  • Beni Hochuli am 14.08.2019 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    gut ist es nicht Russland

    wäre es Russland, der Aufschrei schlechthin weltweit!

  • Max Planck am 14.08.2019 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht das erste mal in der Weltgeschichte

    dass China in Hongkong aufräumen wird. Erstaunlich eigentlich, dass China dem lästigen Treiben lange zugesehen hat. Wobei eine destabilisierte Regierung in Hongkong ist auch eine gute Regierung für China.