Torontos Bürgermeister

01. Mai 2014 03:40; Akt: 01.05.2014 15:45 Print

Ford will Alkoholproblem in Griff bekommen

Der durch seine Drogeneskapaden in die Schlagzeilen geratene Bürgermeister von Toronto, Rob Ford, will eine Auszeit nehmen. Er kündigte an, seine erneute Kandidatur für das Amt ruhen zu lassen.

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Torontos Bürgermeister Rob Ford macht eine schwere Zeit durch. (Bild: Keystone)

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Der skandalumwitterte Bürgermeister von Toronto, Rob Ford, will sich eine Auszeit nehmen und seine Süchte in den Griff bekommen. «Ich habe ein Problem mit Alkohol und den Entscheidungen, die ich in betrunkenem Zustand getroffen habe», erklärte er am Mittwochabend. «Ich habe damit schon seit einer Weile zu kämpfen.» Ford kündigte zudem an, mit sofortiger Wirkung seine erneute Kandidatur für die Bürgermeisterwahl Ende Oktober ruhen zu lassen.

Nach monatelangen Dementis musste Ford im vergangenen Jahr zugeben, in volltrunkenem Zustand Crack geraucht zu haben. Die Polizei hatte zuvor erklärt, in den Besitz eines belastenden Videos gelangt zu sein. Der Skandal löste einen Sturm der Entrüstung aus, wiederholt wurden Rücktrittsforderungen gegen den Bürgermeister der kanadischen Metropole laut.

Befugnisse entzogen

Die Zeitung «The Globe and Mail» berichtete am Mittwoch von einem zweiten Video, das Ford im Keller seiner Schwester beim Crack-Rauchen zeigen soll. Die Aufnahmen sollen demnach von einem mutmasslichen Drogendealer stammen. Die Bilder seien Teil «eines Pakets mit drei Videos», die er derzeit für «mindestens einen sechsstelligen Betrag» verkaufe, meldete das Blatt unter Berufung auf den Mann weiter.

Trotz derartiger Berichte und etlicher Fauxpas hatte sich Ford den Rufen nach einem Abgang bislang konsequent verschlossen. Der Stadtrat von Toronto hat zwar keine rechtliche Handhabe für seine Absetzung, entzog dem Bürgermeister jedoch weitgehend seine Befugnisse.

Sein Herausforderer in der Bürgermeisterwahl, John Tory, begrüsste Fords jüngste Entscheidung. Dass er sich nun Hilfe suchen wolle, sei eine Erleichterung. Doch solle Ford «der Stadt zuliebe» zurücktreten, erklärte Tory.

(sda)