Rentenreform

11. Dezember 2019 13:45; Akt: 11.12.2019 13:45 Print

Frankreich will Grundrente von 1000 Euro einführen

Der französische Ministerpräsident hat am Mittwoch die geplante und heftig umstrittene Rentenreform vorgestellt. Gewinner sind laut ihm insbesondere die Frauen.

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Der französische Ministerpräsident Edouard Philippe hat am Mittwoch, 11. Dezember 2019, die Rentenreform vorgestellt. Demnach soll es eine Grundrente von 1000 Euro geben. Die Reform ist umstritten. Am Montag, 9. Dezember 2019, streikten die drei grössten Bahngewerkschaften Frankreichs deswegen weiter. Der Streik legte auch am Freitag, 6. Dezember, weite Teile des öffentlichen Lebens lahm: Demonstranten in Rennes. (5. Dezember 2019) In Frankreich sind am Donnerstag, 5. Dezember 2019, in mehreren Städten Tausende wegen der Rentenreform auf die Strassen gegangen. Auch Gelbwesten waren unter den Demonstranten. Die Polizei musste in Paris Tränengas einsetzen. Es handelt sich um den grössten Streik im öffentlichen Dienst seit Jahrzehnten. Das öffentliche Leben war grösstenteils lahmgelegt. Der Protest richtet sich gegen die geplante Rentenreform von Präsident Emmanuel Macron. Nichts geht mehr: Eine leere Metrostation in Paris. (4. Dezember 2019) Der Streik dauert bereits mehrere Tage. Ein Enddatum ist nicht festgelegt. (Archivbild) Der Streik betrifft auch den Flugverkehr. Am Flughafen Genf sollen am Donnerstag insgesamt 25 ankommende und 26 abfliegende Flüge aufgrund des Streiks gestrichen werden. Die Fluggesellschaft Swiss annullierte zudem mindestens zwei Flüge zwischen Paris und Zürich. Auch der Zugverkehr zwischen der Schweiz und Frankreich dürfte praktisch zum Erliegen kommen. Bis auf einen einzigen Zug ab Basel fallen alle TGV-Verbindungen zwischen der Schweiz und Frankreich aus. Nach Angaben der französischen Bahn soll insgesamt nur jeder zehnte Pendler- und Hochgeschwindigkeits-TGV fahren.

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Die französische Regierung will eine Grundrente von 1000 Euro einführen und das gesetzliche Rentenalter bei 62 Jahren belassen.

«Wir werden die Bevölkerung durch ein Rabatt- und Prämiensystem ermutigen, länger zu arbeiten», sagte Ministerpräsident Edouard Philippe am Mittwoch bei der Vorstellung der Details der umstrittenen Rentenreform.

Ausnahmen für Feuerwehr, Polizei und Soldaten

Das System zahlreicher Sonderregelungen werde durch ein einheitliches Rentensystem ersetzt, sagte Philippe. Dennoch soll es Ausnahmen geben. So sollen Feuerwehrleute, Soldaten und Angehörige der Polizei weiterhin früher in Rente gehen können.

Wer sein Leben lang gearbeitet hat, soll mindestens 1000 Euro pro Monat an Rente beziehen. «Die Frauen werden die grossen Gewinnerinnen des einheitlichen Systems werden», sagte Philippe.

Wegen der Rentenreform sind in den vergangenen Tagen Tausende auf die Strassen gegangen. Der öffentliche Verkehr war dadurch in vielen Gebieten zum Erliegen gekommen.

(vro/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Enme am 11.12.2019 13:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Finde ich gut. Das eigene Volk muss ebenfalls unterstützt werden und nicht nur Flüchtlinge, Asylanten etc

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  • hucki am 11.12.2019 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    amüsant

    an der Titanic wird Kaviar serviert.))

  • Noteen am 11.12.2019 17:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genügt das?

    Ich glaube nicht, dass damit die priv. Bähnler einverstanden sind und die Streiks nun aufhören werden!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Quo Vadis am 11.12.2019 18:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer bezahlt's ?

    Der Pleitestaat geht Richtung bankrott

  • Noteen am 11.12.2019 17:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genügt das?

    Ich glaube nicht, dass damit die priv. Bähnler einverstanden sind und die Streiks nun aufhören werden!

    • tjt am 11.12.2019 20:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Noteen

      1000.-- sind Mindesterenten und nicht vergessen, in Frankreich ist das Leben günstiger als hier.

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  • W.Kern am 11.12.2019 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grundrente für alle?

    Das tönt nach viel, reicht es aber für die Bürger den Lebensunterhalt zu bestreiten?

  • Marcello am 11.12.2019 15:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Renten

    Die Schweiz sollte sich ein Beispiel nehmen . Rente ab 62 für Männer und Frauen . Herr Bundesrat gehen mal über die Bücher,in der Schweiz wird der Bürger nur ans Geld gerupft. Kein griff in der AHV / Krankasse usw . Es ist eine Schande. Ich habe gesprochen .

  • Wuala am 11.12.2019 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    Gut so

    Ich hoffe Macron knickt nicht wieder ein, denn ich habe genug davon, diesen Nanny-Sozialstaat und Selbstbedienungsladen zu finanzieren. Liebe Grüsse aus dem Elsass, der zweitstärksten Wirtschaftsregion Frankreichs.