Rücktritt

26. Februar 2011 19:29; Akt: 26.02.2011 20:18 Print

Frankreichs Aussenministerin tritt ab

Michèle Alliot-Marie, die französische Aussenministerin, wird morgen offenbar ihr Amt niederlegen. Sie stolperte über ihre enge Verbindung zu Tunesiens Ex-Präsident Ben Ali.

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Stolperte über eine zu enge Beziehung zu Tunesiens Ex-Machthaber Ben Ali: Frankreichs Noch-Aussenministerin Michèle Alliot-Marie. (Bild: AFP)

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Die französische Aussenministerin Michèle Alliot- Marie wird nach Angaben aus Regierungskreisen am Sonntagmorgen ihren Rücktritt erklären. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Samstag in Paris erfuhr, wollte Alliot-Marie nach ihrer Rückkehr aus Kuwait zurücktreten.

Die Aussenministerin war wegen ihrer Kontakte zum Umfeld des gestürzten tunesischen Präsidenten Zine al-Abidine Ben Ali zuletzt massiv unter Druck geraten.

Während ihres Besuchs in Kuwait, wo sie am Samstag an der Feier zum 20. Jahrestag der Befreiung des Golfemirats vom Irak teilnahm, erklärte Alliot-Marie, sie gehe wie gewohnt ihrer Arbeit nach.

«Untragbar» für Sarkozy

Zwei Kabinettskollegen hatten am Freitag jedoch gesagt, Alliot-Marie sei für die Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy «untragbar» geworden. Demnach soll Verteidigungsminister Alain Juppé das Aussenressort künftig leiten.

Der 64-jährigen Alliot-Marie wird vorgeworfen, in ihrem Weihnachtsurlaub den Privatjet eines Vertrauten des damaligen tunesischen Staatschefs Ben Ali genutzt zu haben.

Auch dass sie nach Weihnachten ausgerechnet nach Tunesien reiste, wo die Proteste gegen Ben Ali bereits in vollem Gange waren, stiess auf Kritik. Hinzu kamen Berichte über Immobiliengeschäfte von Alliot-Maries Eltern mit dem Umfeld des gestürzten Machthabers.

(sda)