Chef der US-Umweltbehörde

03. Juli 2018 10:47; Akt: 05.07.2018 21:58 Print

Frau fordert in Restaurant Rücktritt von Politiker

EPA-Chef Scott Pruitt ist in einem Restaurant in Washington zu Gast. Eine Anwesende nutzt die Gelegenheit und kritisiert ihn wegen seiner Entscheidungen scharf.

«Ich wollte Sie lediglich dazu auffordern zurückzutreten aufgrund dessen, was Sie der Umwelt und unserem Land antun», sagt eine Frau zum umstrittenen Chef der US-Umweltbehörde EPA. (Video: Tamedia/Storyful)
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Eine Frau hat in einem Restaurant in Washington den umstrittenen Chef der US-Umweltbehörde EPA, Scott Pruitt, zum Rücktritt aufgefordert. In einem Video, das seit Montag auf Facebook über 100'000 Mal angeklickt wurde, ist die Lehrerin mit ihrem Kind auf dem Arm zu sehen, wie sie zu Pruitt geht und ihn wegen seiner Entscheidungen und Skandale scharf kritisiert.

«Ich wollte Sie lediglich dazu auffordern zurückzutreten aufgrund dessen, was Sie der Umwelt und unserem Land antun», sagte die Frau in dem Video. Laut ihrer Facebook-Seite heisst sie Kristin Mink und ist Lehrerin an einer High School. «Zu unser aller Wohl und dem unserer Kinder» bräuchte die EPA einen Chef, der wirklich die Umwelt schützen möchte und an den Klimawandel glaubt, sagte Mink weiter.

Kritik an hohen Reisekosten und verdächtigen Geschäften

Pruitt gilt als loyaler Gefolgsmann von US-Präsident Donald Trump, insbesondere bei der Abschaffung von Umweltregulierungen durch seine Behörde. Er steht wegen Berichten über ausufernde Reisekosten, Lohnerhöhungen für Vertraute und einem verdächtigen Geschäft mit einem Lobbyisten in der Kritik. Trump verteidigte ihn.

Trumps Pressesprecherin fliegt aus Restaurant

Der EPA-Chef ist nicht der erste im Umfeld des US-Präsidenten, der in einem Restaurant verbal angegangen wurde. Vor drei Wochen wurde die Sprecherin des Weissen Hauses, Sarah Sanders, aufgefordert, ein Restaurant in Virginia zu verlassen.

In derselben Woche beschimpften in einem mexikanischen Restaurant in Washington Demonstranten die US-Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen wegen der umstrittenen Familientrennungen an der Grenze zu Mexiko. Zwei Tage zuvor war Präsidentenberater Stephen Miller in einem anderen mexikanischen Restaurant in der US-Hauptstadt als «Faschist» bezeichnet worden.

Aufforderung zu Alltagsprotesten

Die demokratische Abgeordnete Maxine Waters forderte ihre Anhänger zu Alltagsprotesten auf. Sie sollten, «überall dort aufzutauchen, wo wir auftauchen müssen», um gegen Trumps Politik zu protestieren, sagte Waters. Trump reagierte darauf mit Beleidigungen und Drohungen - Waters habe einen «aussergewöhnlich niedrigen IQ», schrieb er auf Twitter. Und: «Sei vorsichtig mit dem, was du dir wünschst, Max!»

(kko/afp)