Demonstrationen in Paris

24. November 2018 16:56; Akt: 24.11.2018 17:00 Print

Barrikaden brennen und Pflaster wird aufgerissen

Die Bewegung «Gilets Jaunes» hat zu Demonstrationen gegen die hohen Spritpreise in Frankreich aufgerufen. Es kommt zu zahlreichen Zwischenfällen.

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Am Samstag, 24. November 2018, demonstrieren die «Gilets Jaunes» an der Champs-Élysées in Paris. Die Polizei setzt Tränengas und Wasserwerfer ein. Tausende Polizisten stehen Tausenden Demonstranten gegenüber. Im Gebiet der Champs-Élysées und des Place de la Concorde sind eigentlich keine Demonstrationen erlaubt. Ein Anhänger der «Gilets Jaunes» hat in Angers am Freitagabend einen Polizeieinsatz ausgelöst. Der 45-Jährige trug Sprengstoff mit einer Zündvorrichtung um den Hals. Nach mehrstündigen Verhandlungen habe er sich ergeben. (23. November 2018) Nichts geht mehr für diese Autofahrer: Demonstranten blockierten diesen Strassenabschnitt in Fos-sur-Mer in Südfrankreich. (20. November 2018) Auch am Montag gehen die Proteste gegen zu hohe Spritpreise in Frankreich weiter: Blockierte Lastwagen in Portes-les-Valence.(19. November 2018) Demonstranten werden in Quimber im Westen Frankreichs mit Tränengas beworfen. (17. November 2018) Die Polizei versucht die Situation unter Kontrolle zu bringen. Bis zum frühen Abend waren rund 200 Blockaden immer noch nicht aufgehoben. In ganz Frankreich haben rund 283'000 Menschen gegen die hohen Spritpreise demonstriert, so die neue Zahl am Samstagabend. (17. November 2018) Die Zahl der Verletzten stieg im Verlauf des Tages an. Eine Frau war gestorben, nachdem sie von einer in Panik geratenen Autofahrerin überfahren worden war. Kurz vor Mittag zählten die Behörden 124'000 Demonstranten. Hier wird der Rücktritt Macrons gefordert. Auf der Champs Élysées in Paris behindern Demonstranten den Verkehr. «Die Demonstranten und die Polizei liefern sich ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei», so ein Leserreporter vor Ort. Die Stimmung in Paris sei insgesamt jedoch friedlich. Nördlich von Grenoble ist eine Frau bei Protesten ums Leben gekommen. In Frankreich haben am Samstagmorgen Proteste und Strassenblockaden gegen hohe Treibstoffpreise begonnen. Landesweit rechnet die Polizei mit rund 1500 Aktionen, von denen jedoch nur gut hundert offiziell angemeldet worden seien. Die Protestbewegung unter dem Schlagwort «Gelbe Warnwesten» (gilets jaunes) richtet sich gegen das Vorhaben der Regierung, die Steuern für Autofahrer im kommenden Jahr weiter zu erhöhen. Nach Polizeiangaben werden Protestaktionen in mehr als 600 Städten und Gemeinden landesweit stattfinden. Fussgänger statt Autos auf der Autobahn. Demonstranten behindern den Verkehr in der Nähe des Finanzministeriums in Paris. «Wir nehmen Migranten kostenlos auf, während viele Franzosen kein Haus haben», sagt Jacques Monin (85). Die Regierung hatte für den Fall von Verkehrsbehinderungen ein hartes Vorgehen der Polizei angekündigt. Es sei «nicht hinnehmbar», dass die Kundgebungen «ein ganzes Land blockieren».

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(sda)