Slutwalk

13. Juni 2011 09:53; Akt: 14.06.2011 11:17 Print

Frauen blasen zum Schlampen-Marsch

«Frauen sollen sich nicht anziehen wie Schlampen, wenn sie nicht vergewaltigt werden sollen.» Mit dieser Bemerkung löste ein kanadischer Polizist eine Massenbewegung aus.

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Es ist kein Ende der «Slutwalks» abzusehen. In Berlin und in weiteren deutschen Städten gingen am Samstag hunderte Frauen auf die Strasse. Tausende Frauen protestieren am Pfingstmontag mit einem Slutwalk dagegen, dass Opfer sexueller Gewalt eine Mitschuld trifft, wenn sie aufreizende Kleidung tragen. Sogenannte - Schlampen-Märsche - finden seit April fast jedes Wochendene irgendwo auf der Welt statt. «Kleider schützen mich nicht vor Vergewaltigung», steht auf dem Plakat links, «Gebt Vergewaltigern die Schuld, nicht den Brüsten», heisst es rechts. Auslöser der Proteste war die «Glaubs oder nicht, mein Outfit hat nichts mit dir zu tun», steht auf diesem Plakat. «Was kam zuerst: die Frau oder die Schlampe?», fragt diese Frau in Sydney. Am Samstag, 11. Juni, waren Tausende Frauen und Männer in auf der Strasse. Viele Frauen - hier auf dem Trafalgar Square - bezeichnen sich selbst als Schlampen ... ... und kleiden sich auch entsprechend. Mit Plakaten solidarisieren sie sich mit den Opfern sexueller Gewalt weltweit: «Wir sind alle Zimmermädchen», heisst es hier in Anspielung auf die mutmassliche Vergewaltigung eines Zimmermädchens durch Dominique Strauss-Kahn im Mai 2011. «Ein sexuell aktiver Mann ist ein Hengst, eine sexuell aktive Frau eine Hure», heisst es hier. Eine Abwandlung des Slogans «Make Love not War» aus den Sechzigern. Und eine Abrechnung mit der gesellschaftlichen Kultur, die Vergewaltigungen verharmlost. Frauen und Männer jeder sexuellen Orientierung machten beim Slutwalk in London mit. Ebenfalls am Samstag, 11. Juni, waren die Frauen in auf der Strasse, um gegen Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen zu demonstrieren. Auch hier solidarisieren sich die Frauen mit den «Schlampen» dieser Welt. Die junge Frau auf dem Bild lässt sich das Wort Hure auf den Arm malen. Wild und bunt ging es am 11. Juni auch am Slutwalk in zu und her. «Mädchen, die Strassen gehören uns», heisst es auf dem Plakat, das diese Frau trägt. Und diese Frau hält lachend einen aufreizend roten Slip in die Höhe. Eine Woche zuvor, am 4. Juni, protestierten die Frauen im brasilianischen gegen die Bemerkung des kanadischen Polizisten. Mit dem Marcha de Vagabundas (Slutwalk) demonstrieren sie gegen Sexismus und sexuelle Gewalt in ihrem Land. «Machismo tötet», steht auf diesem Plakat. Seit April fanden Slutwalks in diversen Städten statt. Zum Beispiel in San Francisco, Dallas, Boston oder - wie auf dem Bild - im australischen

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Viele sind sexy aufgebrezelt, tragen ultrakurze Minis oder Hotpants, Bikinioberteile, Netzstrümpfe und Highheels. Andere haben sich als Nonne verkleidet. Die meisten jedoch tragen ganz normale Alltagskleidung. Und sie haben alle eine Botschaft: «Glaub mir, mein Outfit hat nichts mit dir zu tun», steht auf einem Plakat. Auf anderen «Gebt den Vergewaltigern die Schuld und nicht den Brüsten» oder «Was kam zuerst: Die Frau oder die Schlampe?». Und natürlich das gute alte «Nein heisst nein».

Tausende Frauen sind heute in Sydney auf der Strasse, um für das Recht zu kämpfen, sich so zu kleiden, wie sie wollen, ohne sich dafür rechtfertigen oder gar damit rechnen zu müssen, Männer zu einem sexuellen Übergriff aufzufordern.

Jedes Wochendene gibts irgendwo einen Slutwalk

Auslöser für die weltweiten Proteste war ein Polizeibeamter aus Toronto. Dieser hatte am 24. Januar 2011 bei einem Vortrag über Sicherheit im Alltag bemerkt, dass Frauen es vermeiden sollten, sich wie Schlampen zu kleiden, um nicht Opfer sexueller Gewalt zu werden.

Mit dieser vorsintflutlichen Bemerkung hat er offenbar nicht mit den Frauen gerechnet: Am 3. April fand der erste Protestmarsch in Toronto statt. Es folgten Slutwalks in San Francisco, Dallas, Boston, São Paulo und Melbourne. Mittlerweile handelt es sich um eine weltweite Bewegung, bei der jedes Wochendende irgendwo auf der Welt die Frauen auf die Strasse.

Dieses Pfingstwochenende waren die Frauen besonders aktiv: Slutwalks fanden in London, Matagalpa (Nicaragua), Teguicigalpa (Honduras) und heute in Sydney statt. Laut Spiegel Online soll es demnächst einen Schlampenmarsch in Berlin geben. Wann, stehe aber noch nicht fest.

(kmo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michael D.S am 14.06.2011 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    heute Dolce, morgen Loubotin..

    Sie war um die falsche Zeit am falschen Ort. Vergewaltiger suchen Ihre Opfer nicht nach der Kleidung aus sondern meistens ist dies situationsbedingt. Eine Vergewaltigung ist NIEMALS eine moralische Ansicht sondern einfach nur hässlich.

  • Sandra am 13.06.2011 18:53 Report Diesen Beitrag melden

    Dümmer gehts immer...

    In was für einer Welt leben wir eigentlich? Ein Kommentar dümmer wie der andere! Traurig, dass sogar Frauen der Ansicht sind man könne mit der Kleidung eine Vergewaltigung herausfordern! Dem nächsten Herrn mit einem SVP-Shirt werd ich dann wohl auch eine rein hauen dürfen! ganz klar seine Schuld, er hat sich ja so gekleidet! Liebe Mitmenschen, sie haben ein Hirn um zu Denken und nicht damit es ihnen nicht in den Hals regnet!

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  • Werner Reichert am 14.06.2011 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz unschuldig auch nicht

    Habt ihr Frauen nie daran gedacht, dass sich die Lust beim Mann aufstaut und sogar unangenehm und frustrierend sein kann? Besonders wenn halb-nackte Frauen rumlaufen und ein Vergewaltiger durch aufladende und aufstauende Triebe dadurch seine Hemmungen/Kontrolle verliert? Aber ihr Frauen wollt euch nicht einhüllen, denn ihr wisst welche Macht ihr dadurch verlieren würdet....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Herbert Nuk am 14.08.2011 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    Urlaub

    Wieder ein Grund mehr den Urlaub wieder in Thailand zu verbringen.

  • gelöscht am 14.06.2011 20:04 Report Diesen Beitrag melden

    gelöscht

    • Channele am 15.06.2011 13:11 Report Diesen Beitrag melden

      Was??

      So ein Kommentar lähmt mich halbwegs, ehrlich. Ja, im Tierreich gibt es sehr wohl Vergewaltigungen, da es Weibchen verdammt weh tut, wenn der knöcherne Penis in sie eindringt,deshalb müssen sich Männlein eine List ausdenken, wie sie über das Weibchen herfallen können. Aber Verständnis haben für einen menschlichen Vergewaltiger? Nein, das geht mir wirklich zu weit. Ein Mann hat 2 Hände, ein Mann kann fragen, ein Mann kann jemanden bezahlen, aber jemanden zu Sex zwingen ist ganz, ganz schlimm und bloss zu sagen, wir seien noch Tiere ist absolut unverständlich. Unglaublich.

    • Danae68 am 26.06.2011 15:05 Report Diesen Beitrag melden

      Verständnis ist hier absolut unangebrach

      @P.P. Wir unterscheiden uns von den Tieren durch unseren Verstand!! Und genau der hält auch jeden "normal" gesteuerten Mann davon ab, einfach seinen Trieben zu gehorchen und über eine Frau herzufallen. Verständnis ist hier absolut unangebracht!! Nur muss ich auch als Frau zugeben, dass natürlich das Risiko steigt, durch aufreizende Outfits Opfer eines Vergewaltigers zu werden. Dieses Risiko sollte sich jede Frau bewußt vor Augen führen! Aber dennoch gilt: Der Täter hat Schuld und nicht das Opfer!!!!

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  • el gato am 14.06.2011 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Menschen sind auch nur Tiere

    Wir Menschen sind hormon-gesteuerte Wesen. Und nein, es unterscheidet uns nichts von den Tieren. Auch wenn das viele so gern hätten, Wenn sich Tiere wie Menschen verhalten würden, wäre diese Welt den Untergang geweiht. Wir alle Wissen, dass kein Opfer Schuld an einer Gewalttat ist, jedoch sollten wir bedenken, dass sich manche Täter schneller "provozieren" lassen als der Durchschnittsbürger. Es kann jeden treffen, aber wenns möglichs ist, sollte man die "Provokation" vermeiden. Das ist meine Interpretation, von der Aussage des Polizisten.

    • Nona am 15.06.2011 19:16 Report Diesen Beitrag melden

      ... unglaublich

      Super! Burka für alle?

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  • Julia am 14.06.2011 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    schwachsinn

    Ok verständlich, dass Männer bei knapp bekleideten Frauen erregt werden, aber wenn man die Kommentare hier so liest hat man fast das Gefühl Kleider würden eine Vergewaltigung gerechtfertigten. Eine knapp gekleidete Frau = Schlampe? Ok aber wer hat je behauptet man dürfte Schlampen(heutzutage beinahe= Prostituierte) Gewalt antun sie vergewaltigen demütigen und ihre Einstellung zu Männer für das restliche Leben negativ prägen. Man darf nicht sagen, dass die Frauen durch ihr Auftreten eine Vergewaltigung provozieren, versetzt euch nur in die Opfer hinein welche das zu hören bekommen.

  • Frau Weissrat am 14.06.2011 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Frauen sind nicht die besseren Menschen

    Frauen sollten froh sein, dass sie nicht so viele Sexual- hormone produzieren wie Männer. Sie haben nicht den Stress, sich in verschiedenen Situationen immer zurück- halten oder sich ablenken zu müssen. So ist halt die Natur. Ohne diesen Trieb gäb es keine Menschen......

    • Chaba Bebe am 15.06.2011 13:15 Report Diesen Beitrag melden

      Schlimmschlimm

      So ein Blödsinn schon wieder! Ich als Frau bin fast täglich erregt, aber falle ich deswegen gleich jemanden an? Nein! Klar würde mir die Kraft etc fehlen, aber ich kann mich auch so zurückhalten, dann mach ichs halt 3 mal am Tag selber, na und?? ManN kann sich auch einfach entspannen. "So ist halt die Natur". Jaja genau, und deshalb darf man gleich alle Frauen vergewaltigen.

    • Frau Weissrat am 15.06.2011 20:03 Report Diesen Beitrag melden

      Natürlich ist........

      Chaba Bebe - dann kennen sie ja den Stress - nur müssten Sie noch eins drauflegen. Wir reden hier von Reizen die permanent vorhanden sind (Zeitungen, TV, Internet, Partys, Schwimmbad etc.). Nachweisslich bleibt: Männer produzieren ein vielfaches mehr an Sexualhormonen als Frauen - Punkt!

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