Irak

20. Dezember 2008 19:22; Akt: 20.12.2008 19:31 Print

Freilassungen nach Verschwörungs-Vorwurf

Bagdad Im Irak sollen die im Innenministerium unter dem Verdacht der Verschwörung festgenommenen Beamten wieder auf freien Fuss gesetzt werden.

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Die zuvor Beschuldigten seien zu ihren Familien zurückgekehrt und könnten wieder erhobenen Hauptes zur Arbeit gehen, sagte am Samstag der Sprecher des Innenministeriums, Generalmajor Abdul Karim Chalaf. Das Ministerium werde die Mitarbeiter voll rehabilitieren.

Die zwei Dutzend Mitarbeiter des Innen- und Verteidigungsministeriums sowie der Verkehrspolizei waren am Donnerstag verhaftet worden, weil sie angeblich die Baath-Partei des ehemaligen Diktators Saddam Hussein unter der Bezeichnung al- Auda wiederaufbauen wollten.

Chalaf sagte nicht, ob auch die Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums freigelassen worden seien oder ob gegen sie Anklage erhoben werde. Nach Angaben von Beobachtern könnten die Festnahmen im Zusammenhang mit Auseinandersetzungen in der Regierungskoalition von Ministerpräsident Nuri al-Maliki im Vorfeld wichtiger Regionalwahlen im Januar stehen.

«Die Sache mit der Rückkehr der Baath-Partei ist ein Witz», sagte Mustafa al-Ani vom Golf-Forschungszentrum in Dubai. Einige der Festgenommenen seien Verkehrspolizisten gewesen. Sie hätten also kaum die militärischen Möglichkeiten, die Macht an sich zu reissen.

«Ich glaube, wir werden (vor den Wahlen) eine Menge Parteien sehen, die sich gegenseitig ausschalten oder die Macht vom anderen übernehmen wollen,» sagte al-Ani.

(sda)